Windpark an der Küste von China. Die Volksrepublik ist der Motor der globalen Energiewende und dürfte hierbei künftig noch stärker aufdrehen. / Foto: Sinovel

  Erneuerbare Energie

Warum Investitionen in Energiewende weltweit stark steigen

Für die Stromproduktion aus Erneuerbarer Energie steht ein Investitionsboom bevor. Dieser wird dazu führen, dass sich die globale Produktion von Ökostrom vervielfacht. In 2040 wird dann fast die Hälfte der globalen Stromerzeugung aus Windkraft und Photovoltaik stammen. Das geht aus einer aktuellen Studie von Bloomberg New Energy Finance hervor.

Deren Experten sagen in ihrem "New Energy Outlook 2017" voraus, dass in den kommenden 22 Jahren weltweit voraussichtlich 10,2 Billionen US-Dollar in Stromerzeugungsanlagen investiert werden. Davon werde mit geschätzten 7,4 Billionen US-Dollar der Löwenanteil auf die Erneuerbare Energien entfallen. Es dürften davon allein 3,3 Billionen US-Dollar in Windkraft fließen und 2,8 Billionen US-Dollar in Photovoltaik, heißt es in der Studie.

Die Region Asien-Pazifik als Motor der globalen Energiewende

Laut Seb Henbest, leitender Autor des Reports, werden die Erneuerbaren Energien in 2040 rund 48 Prozent der globalen Stromerzeugungskapazität stellen und sich dieser Wert somit vervierfachen. Vor allem China und Indien, Schwellenländer mit Milliardenbevölkerung und stark steigendem Energiebedarf, würden in den kommenden Jahren massiv in Erneuerbare Energien investieren.

Auf diese beiden Staaten allein entfallen laut den Berechnungen von Bloomberg New Energy Finance 39 Prozent der weltweit bis 2040 zu erwartenden Investitionen in neue Stromproduktionsanlagen. Für die Region Asien-Pazifik insgesamt rechnen sie mit etwa der Hälfte der globalen Investitionen.

Ökostrom wird immer billiger

Laut Henbest ist es entscheidend für die weitere Entwicklung, dass die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien erheblich billiger geworden ist. So koste die Produktion von Solarstrom nur noch ein Viertel der Summe von 2009 und werde voraussichtlich bis 2040 noch weitere 66 Prozent billiger. Die Kosten für die Produktion von Strom aus Windkraftanlagen an Land seien seit 2009 um rund 30 Prozent gesunken. Hier sei bis 2040 mit einem weiteren Rückgang um 47 Prozent zu rechnen, bei der Produktion von Windstrom aus Anlagen auf See - offshore - sogar um 71 Prozent.

Wie schon in den vergangenen Jahren würden die Hersteller Solarmodule und Windräder immer günstiger anbieten und auch die Kosten bei der Umsetzung von Ökostromanlagen würden weiter sinken. Schon heute sei Strom aus Erneuerbarer Energie in vielen Ländern ähnlich billig wie Kohlestrom. In den kommenden Jahren könne Grünstrom in immer mehr Weltregionen zur deutlich günstigeren Alternative werden.

Dazu werden nach Einschätzung von Henbest auch deutliche Verbesserungen bei Energiespeichern beitragen. Es werde voraussichtlich etwa für Haushalte immer leichter und günstiger, überschüssigen Solarstrom, der auf dem Hausdach erzeugt wurde, zu speichern und dann zu nutzen, wenn keine Sonne scheint, also bei Nacht und schlechtem Wetter. Immer mehr Hausbesitzer könnten dann ihren Strombedarf selbst decken, mit Erneuerbarer Energie.
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