Diese Solaranlage in Italien gehört zum Portfolio eines geschlossenen Solarfonds des Emissionshauses Voigt & Collegen

19.03.15 Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Was bedeutet die Sonnenfinsternis für Solarfondsanleger?

Europas Stromnetze stehen vor einem Härtetest: Geschätzte zweieinhalb Stunden lang wird der Mond morgen die Sonne verdunkeln. Fraglich ist, ob der dadurch zu erwartende Rückgangbei der Produktion von Sonnenstrom für problematische Schwankungen in Europas Netzen sorgt. Während Deutschland dem Naturschauspiel verhältnismäßig gelassen entgegen sieht, hat der staatliche Netzbetreiber in Italien eine drastische Entscheidung gefällt, die auch Anleger von Italien-Solarfonds betrifft.

Je nachdem wo man die Sonnenfinsternis am morgigen Freitag, 20. März 2015, beobachtet, schiebt sich der Mond ab 9.30 Uhr vor die Sonne und sorgt so für Dunkelheit. Den Höhepunkt soll die Sonnenfinsternis Experten zufolge gegen 10.30 Uhr erreichen. Dann steht die Sonne 35 Grad über dem Horizont und soll zu 80 Prozent vom Mond verdeckt werden. Um 12 Uhr am Mittag, wenn die Sonne am höchsten steht, soll das Naturschauspiel zu Ende sein. Eben diese Konstellation sorgt im Vorfeld für hitzige Diskussionen  und bereitet Stromnetzbetreibern europaweit Sorgen.  Netzbetreiber befürchten, dass Photovoltaikanlagen für extreme Schwankungen im Europas Netzen führen, die im Extremfall sogar einen Blackout hervorrufen könnten.

Einzelne Netzbetreiber befürchten Blackouts

Hermann Klughardt ist Geschäftsführer des Düsseldorfer Emissionshauses Voigt& Collegen. Der Initiator hat mehrere geschlossene Fonds aufgelegt, die unter anderem in Deutschland und Italien Solaranlagen betreiben. „Es wird damit gerechnet, dass es Tag der Sonnenfinsternis innerhalb einer halben Stunde dunkel und dann wieder hell wird. Das Problem ist, dass die Anlagen zunächst viel schneller als im normalen Tagesverlauf aus dem Stromnetz gehen. Damit müssen alternative Energiequellen sehr schnell Ersatz bieten“, erklärt er. Noch problematischer erscheine einzelnen Netzbetreibern jedoch, dass die Sonnenfinsternis in der Mittagszeit endet. „Dann ist die Leistung der Solaranlagen, die in kürzester Zeit zurück ins Netz kommen, noch deutlich höher. Die Befürchtung ist, dass dann die Sonnenenergie wie eine Tsunami-Welle durch das Netz rollen würde“, so Klughardt weiter. Diese Welle könne zu einer Abschaltung der übrigen Energieanlagen und damit zu Blackouts führen, so die allgemeine Befürchtung.

Bild: Hermann Klughardt ist Geschäftsführer des Emissionshauses Voigt & Collegen. / Foto: Unternehmen

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE gibt Entwarnung

In Deutschland gibt es verschiedene Studien, beispielsweise vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die davon ausgehen, dass Deutschlands Stromnetz dem Stresstest durch die Sonnenfinsternis standhalten wird. Die Forscher kommen nach einer Simulation zu dem Schluss, dass es zwar Übertragungsspitzen geben wird, die jedoch von konventionellen Kraftwerken ausgeglichen werden sollten. Auch Solaranlagen und Windparks seien technisch in der Lage, zur Systemstabilität beizutragen. Allerdings sei die erhöhte Aufmerksamkeit der Netzbetreiber bei der Steuerung während des Naturspektakels angebracht. In Deutschland wird es wohl keine außergewöhnlichen Maßnahmen geben, um die Netzstabilität sicherzustellen.

Italien schaltet große Solarparks vorübergehend ab – „kein Problem für Solarfonds“

In Italien ist das anders. Herman Klughartdt: „Wir haben am vergangenen Sonntag, 15. März, ein Email-Einschreiben vom staatlichen Netzbetreiber Terna erhalten. Darin heißt es, dass alle Solaranlagen über 100 kW Leistungskapazität am Freitag zwischen 0 und 24 Uhr abgeschaltet werden müssen.“ Allerdings ruderte der Netzbetreibrt inzischen ein ganzes Stück zurück. Inzwischen wurden die Betreiber der betroffenen Anlagen in Italien darüber informiert, dass die Abschaltung lediglich für acht Stunden erfolgen soll: Zwischen 7 Uhr in der Früh und 14 Uhr.
Für die Italien-Solarfonds werde diese Abschaltung keine nennenswerten Folgen haben. „Die wirtschaftlichen Folgen für die Solarfonds sind unproblematisch. Es gibt einige Regionen, für die schlechtes Wetter vorhergesagt ist. In diesen Fällen fällt ohnehin die Pause nicht ins Gewicht. Auch insgesamt auf das Jahr gesehen wäre selbst ein ganzer Tag Pause wirtschaftlich völlig unproblematisch. So etwas bringt die Kalkulation eines Solarfonds nicht aus der Bahn“, erklärt Klughardt.
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