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Was bringt 2009 für Burcon NutraScience? - Interview mit Firmenchef Johann Tergesen

Im vergangenen Jahr hat die Aktie der kanadische Nahrungsmittelspezialistin Burcon NutraScience etwa die Hälfte ihres Kurses eingebüßt. In Frankfurt notierte sie heute Mittag bei 3,40 Euro. Welche Ziele hat das Unternehmen für 2009? Wie ist sie finanziell ausgestattet. Diese und weitere Fragen beantwortete Johann Tergesen, Präsident & COO von Burcon NutraScience:


ECOreporter.de: Welches sind die wesentlichen Meilensteine, die Sie sich für 2009 vorgenommen haben?

Johann Tergesen: Unser wichtigstes Ziel für 2009 ist, dass mindestens die erste Produktionsanlage für eines unserer Proteine vor Ende 2009 im Bau ist. Bei dieser Anlage könnte es sich sowohl um eine Produktion von Burcons Rapsproteinen Puratein und Supertein handeln, aber auch um eine Anlage zur Produktion unseres neu entdeckten Soja-Protein-Isolats Clarisoy. Im besten Fall wollen wir erreichen, dass zwei Anlagen sowohl für Raps- wie auch für Sojaproteine im Bau sind.Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir zeitnah mit einem oder mit mehreren künftigen Produktionspartnern Verträge abschließen und zunächst die genauen vertraglichen Bedingungen aushandeln. Es stehen verschiedene Varianten zur Wahl: Möglich ist sowohl eine Lizenzvereinbarung wie auch ein Joint Venture oder alternative Strukturen.

ECOreporter.de: Die Wirtschaftskrise hat sämtliche Bereiche erfasst. Welche Auswirkungen hat die Krise für ihr Geschäft?

Tergesen: Wir sehen von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise unter dem Strich eher positive Effekte für uns. Burcons neuartige Proteine bieten eine wirtschaftliche Alternative zu teuren tierischen Eiweißprodukten. Wir glauben daher, dass der Anreiz für die Industrie, hochwertige, aber preisgünstige Pflanzenproteine zu nutzen eher noch gewachsen ist.
Hinzu kommt, dass folgende drei Großtrends von der Krise ungebrochen sind: Erstens, das Wachstum der Mittelschichten in Brasilien, Russland, Indien und China und die damit einhergehenden Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten, insbesondere die steigende Nachfrage nach Eiweiß. Zweitens, das wachsende Interesse an „Health & Wellness“ durch eine zunehmend gesundheitsbewusste, alternde Gesellschaft in den westlichen Industrieländern und drittens, der Wunsch nach wahrhaft nachhaltigen Technologien wie der unseren.

ECOreporter.de: Börsennotierte Gesellschaften leben von ihrer Fähigkeit, Kapital aufzunehmen. Wie ist die finanzielle Verfassung ihrer Gesellschaft, wie hoch ist der Barbestand und welche Herausforderungen sehen Sie hinsichtlich kommender Kapitalrunden?

Tergesen: In unserer zurückliegenden Bilanz weist Burcon noch mehr als 3,0 Millionen Kanadische Dollar an Barmitteln auf. Das garantiert unsere Liquidität für den Zeitraum von weit über einem Jahr. Obwohl wir in der Zukunft sehr wahrscheinlich frisches Kapital aufnehmen werden, versetzt uns dies in die Lage, selbst zu bestimmen, welches aus unserer Sicht der beste Zeitpunkt für eine Kapitalerhöhung ist. Bei den beiden zurückliegenden Kapitalerhöhungen hat Burcon die frischen Mittel auf dem Weg von Bezugsrechtsemissionen eingeworben. Beide Emissionen waren überzeichnet. Es ist sehr gut möglich, dass sich Burcon wieder für diesen Weg der Kapitalerhöhung entscheidet, vor allem weil so die Interessen der Altaktionäre bestmöglich berücksichtigt werden.

ECOreporter.de: Herr Tergesen, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Burcon NutraScience Corp.: ISIN CA1208311029 / WKN 157793



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