Solarzellenproduktion bei Hanwha Q Cells: Der chinesisch-koreanische Konzern ist einer der größten Solarhersteller der Welt. / Foto: Hanwha Q Cells

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Was den Einbruch der Solar-Aktie Hanwha Q Cells auslöste

Hanwha Q Cells gehört zu den größten Solarherstellern der Welt. Er wirtschaftet zwar weiterhin profitabel. Doch die Geschäfte liefen zuletzt immer schlechter. Das spiegelt der Kurs der Solar-Aktie wider, die vor allem an der US-Börse Nasdaq gehandelt wird. Dort befindet sie sich seit 2015 im Sinkflug. Nun hat Hanwha Q Cells die Jahresbilanz für 2016 veröffentlicht und damit einen deutlichen Kursrutsch ausgelöst.


Die Solar-Aktie fiel bis zum Börsenschluss am Donnerstagabend um rund sieben Prozent auf 6,7 Dollar. Damit notiert sie jetzt 58 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Das ist auf den ersten Blick erstaunlich, hat der chinesisch-koreanische Solarkonzern doch 2016 Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Der Umsatz sprang im Vergleich zu 2015 um knapp 35 Prozent auf 2,426 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn vervielfachte sich gar, von 43,8 Millionen Dollar oder 0,53 Dollar je Aktie auf 120,5 Millionen Dollar oder 1,45 Dollar je Aktie.

Doch dieses Wachstum hat Hanwha Q Cells vor allem im ersten Halbjahr 2016 erwirtschaftet. Dies wiederum verdankte er einem massiven Nachfrageschub im chinesischen Solarmarkt, in dem zur Jahresmitte die Solarförderung stark beschnitten wurde. Um noch die alte Solarförderung beanspruchen zu können, haben Investoren daher geplante Photovoltaikprojekte in der ersten Jahreshälfte 2016 umgesetzt.

Doch seit der Jahresmitte 2016 gibt es im chinesischen Solarmarkt ein großes Überangebot an Solartechnik. Weil die Volksrepublik der mit Abstand größte Solarmarkt der Welt ist, wirkte sich dies auch auf den Weltmarkt belastend aus. Hier verfiel der Durchschnittspreis für Solarmodule im zweiten Halbjahr 2016 um rund 30 Prozent.

Ein miserables viertes Quartal erschreckte die Börsianer

Wie auch andere Solarhersteller verzeichnete Hanwha Q Cells daher im zweiten Halbjahr 2016 einen Ergebnisrückgang. Im dritten Quartal erreichte der Solarkonzern noch einen – wenn auch deutlich verringerten – Gewinn. Bei der Vorlage der Jahresbilanz 2016 musste Konzernchef Seong-woo Nam jetzt aber für das vierte Quartal einen hohen Nettoverlust vermelden.

Laut dem CEO (Chief Executive Officer) belief sich der Nettoverlust im vierten Quartal auf 25,5 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Hanwha Q Cells noch 26 Millionen Dollar Nettogewinn erzielt. Der Quartalsumsatz brach von 707,8 Millionen Dollar auf 565,9 Millionen Dollar ein. Hinzu kam, dass Hanwha Q Cells infolge der im vierten Quartal gesunkenen Nachfrage die Absatzprognose für das Gesamtjahr deutlich verfehlte.

Seong-woo Nam hatte noch im November 2016 das Ziel bekräftigt, im Geschäftsjahr Solarmodule mit insgesamt 4.800 und 5.000 Megawatt (MW) abzusetzen. Tatsächlich belief sich der Absatz zum Jahresende auf 4.583 MW. Das ist zwar ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 2,956 MW in 2015, aber eben deutlich weniger als angekündigt.

Das hat offenbar das Vertrauen vieler Börsianer in die Solar-Aktie erheblich verringert. Zudem besteht kaum Aussicht auf Besserung. Trotz des Überangebotes im Markt will Hanwha Q Cells die Produktion weiter ausbauen. Seong-woo Nam kündigte für 2017 eine Steigerung der Auslieferungen auf 5.500 MW an. Ob diese Strategie aufgeht, ist fraglich. Wir raten von dem Investment in die Solar-Aktie ab.


Hanwha Q Cells Co Ltd.:  ISIN US41135V3015 / WKN A14T72
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