Unfälle der Ölbranche, aber häufig auch schon deren normale Geschäfte, sorgen fordern viel Opfer in der Tierwelt. Für den Ausschluss von Unternehmen, die Naturräume zerstören, sprach sich die Hälfte der Befragten aus. Soziale Aspekte sind vielen aber noch wichtiger. / Quelle: Fotolia

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Was erwarten Anleger von nachhaltigen Investments?

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa gibt einen detaillierten Einblick in die Anspruch, die Anlager an das Nachhaltige Investment stellen. Das Institut stellte dabei aber auch fest, dass noch immer erst eine Minderheit bei der Geldanlage soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt. Nur jeder Zwanzigste von der Befragten hat demnach damit schon Erfahrungen gemacht. Immerhin jeder Dritte der übrigen Befragten zeigte sich aber generell daran interessiert, entsprechend zu investieren. 17 Prozent äußerten überhaupt kein Interesse daran.

Dabei spielen ökologische Aspekte aber nur eine eher geringe Rolle. Vor die Wahl gestellt hielt fast die Hälfte der Teilnehmer an der Forsa-Umfrage ethische Aspekte für wichtiger. Nur 28 Prozent gab Umweltaspekten den Vorzug. Armutsbekämpfung wählten die Befragten am häufigsten bei der Frage, in welche Bereiche auf alle Fälle Geld fließen sollte. Auf die Plätze gleich dahinter setzten sie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie Bildung. Ökologische Themen folgen erst ab Rang vier mit Erneuerbaren Energien, ökologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Forstwirtschaft.

Der Ausschluss von bestimmten Geschäften ist ein Kernelement des Nachhaltigen Investments. Viele nachhaltige Fonds führen in ihren Unterlagen Geschäfte auf, die für sie tabu sind. Laut der Umfrage stieß ausbeuterische Kinderarbeit mit 72 Prozent der Nennungen bei den Anlegern auf die geringste Akzeptanz. Viele sprachen sich auch dagegen aus, in Bereiche wie Glücksspiel, Pornografie, Alkohol und Tabak zu investieren, die ebenfalls von vielen nachhaltigen Fonds ausgeschlossen sind. Gleiches gilt laut Forsa für die ökologischen Themen Atomkraft, industrielle Tierhaltung und Gentechnik in der Landwirtschaft. Zu den Branchen, die nachhaltige Investments nach Meinung vieler der von Forsa Befragten meiden sollten, zählen Finanzdienstleister vor Erdöl und Chemie. Die meisten sprachen sich aber mit 79 Prozent dafür aus, nicht in den Bereiche Rüstung/Waffen zu investieren.

Insgesamt befürwortete jedoch nur ein Drittel der Befragten einen strengen Ansatz, der Investments aus umstrittenen Bereichen generell ausschließt. Fast die Hälfte sprach sich dagegen für die Vorgabe aus, die hinsichtlich ethischer und ökologischer Aspekte vorbildlichsten Unternehmen einer Branche zu berücksichtigen. Darauf setzen nachhaltige Fonds, die Aktien und Anleihen von Unternehmen nach dem so genannten Best-in-class-Ansatz auswählen (zu diesem Thema bieten wir eine Sonderseite an, die vielfältige Aspekte der Titelauswahl für nachhaltige Fonds im Allgemeinen und des Best-in-class-Ansatzes im Besonderen erläutert. Per  Mausklick (Link entfernt)  gelangen Sie zu dem Informationsangebot). Wir  berichteten  vor wenigen Tagen über eine Studie, die deren Nutzen kritisch beleuchtet.

Viele nachhaltige Fonds setzen bei der Titelauswahl auch auf so genannte Positivkriterien. Hierbei qualifizieren sich Unternehmen für ein Investment, wenn sie in ausgewählten Bereichen besonders gute Leistungen zeigen. In der Umfrage wurden gute Arbeitsbedingungen und faire Einkommen besonders häufig als Aspekte genannt, die nachhaltige Investments positiv vermerken sollten. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen wurde es ebenfalls stark honoriert, wenn Unternehmen Ressourcen und Energie effizient nutzen, umweltfreundliche Produkte herstellen oder solche Technologien nutzen und Schadstoffe verringern.

Forsa hat die Umfrage im Auftrag von Stiftung Warentest und der Verbraucherzentrale Bremen durchgeführt. Vom 6. bis 15. November 2013 wurden 1014 Personen befragt, die in ihrem Haushalt über Finanzen entscheiden. Forsa hat sie aus einem nach Alter, Geschlecht und Region repräsentativen Panel gezogen und entsprechend dieser Merkmale sowie Bildung gewichtet wurden.
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