Windpark mit Anlagen von Gamesa. Wenn es zu einer Fusion der Windsparte von Siemens mit Gamesa käme, würde der weltweit größte Windkraftkonzern entstehen. Die Aussichten für die Windaktie von Gamesa sind aber auch gut, wenn die Fusionspläne scheitern. / Foto: Unternehmen

07.03.16 Aktientipps

Was für die Windaktie von Gamesa spricht

Die Hinweise darauf, dass es zu einem Zusammenschluss des spanischen Windkraftkonzerns Gamesa mit der Windsparte von Siemens kommen könnte, verdichten sich. Aber offenbar stehen dem noch Hindernisse entgegen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen meldet, sind sich die Partner in spe grundsätzlich darüber einig, dass Siemens seine Windaktivitäten in den spanischen Konzern einbringen und dafür im Gegenzug die Aktienmehrheit an Gamesa erwerben soll. ECOreporter.de hatte bereits vor fünf Wochen in einem  Aktientipp  über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Windradhersteller berichtet und darüber, dass Siemens die Aktien übernehmen könnte, die der spanische Energiekonzern Iberdola hält. Dieser hat dringenden Kapitalbedarf.

Gamesa und die Windsparte von Siemens gehören zu den weltweit größten Anbietern von Windkraftanlagen (mehr über den weltweiten Windmarkt und die zehn größten Windradhersteller erfahren Sie  hier). Bei einer Fusion würde der größte Windkraftkonzern der Welt entstehen. Beide Firmen würden sich gut ergänzen. Siemens ist vor allem in Märkten aktiv, in denen Gamesa nur wenig in Erscheinung tritt, während die Spanier eine starke Marktstellung in Schwellenländern wie Indien oder in Ländern Laetinamerikas hat, in denen die Nachfrage für Windräder stark steigt. Und Siemens verkauft vor allem große Windräder für den Einsatz auf See – offshore. Hier sind die Deutschen mit großem Abstand Marktführer, während Gamesa erst vor kurzem über ein Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Areva in dieses Marktsegment eingestiegen ist.

Doch dieses joint venture mit dem Namen Adwen ist laut Reuters nun ein Stolperstein auf dem Weg zu einer Fusion. Es gebe noch kein Einverständnis mit Areva über die Zukunft von Adwen. Areva dürfte wenig Interesse daran haben, den Platzhirsch im Geschäft mit Offshore-Windkraft zu stärken und den Partner Gamesa freizugeben, mit dem zusammen die Franzosen den Deutschen doch Konkurrenz machen wollten.

Die Windaktie von Gamesa notiert im Xetra mit 16,9 Euro und damit um 63 Prozent höher als vor einem Jahr. Wir bekräftigen unsere Kaufempfehlung für die Windaktie aus dem oben erwähnten Aktientipp vom 1. Februar. Gamesa hat weiter gute Wachstumsaussichten. Die Gamesa-Führung hat vor kurzem starke Zahlen für 2015 veröffentlicht und weitere Steigerungen von Umsatz und Gewinn angekündigt. Der Umsatz des Windkraftkonzerns soll demnach auf 3,8 Milliarden Euro ansteigen und das operative Ergebnis (EBIT) auf 400 Millionen Euro. 2015 hatten die Spanier 3,5 Milliarden Euro Umsatz und 295 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Auftragsbestand von Gamesa lag Ende 2015 mit 3,197 Megawatt (MW) um 28 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Windaktie dürfte weiter an Wert gewinnen, wenn Zwischenbilanzen von Gamesa belegen, dass der Konzern weiter auf Wachstumskurs ist. Die Aktie würde lediglich einen zusätzlichen Schub bekommen, wenn es wirklich zu der Mehrheitsübernahme durch Siemens käme. Wenn die Pläne für eine Fusion mit der Windsparte von Siemens platzen, dürfte der Aktienkurs von Gamesa nur vorübergehend unter Druck geraten.

Gamesa Corp. Tecnologica SA: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
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