Windpark in den USA mit Anlagen von Nordex. Die Aussichten des Herstellers auf gute Geschäfte in den Vereinigten Staaten haben sich deutlich verbessert. / Foto: Unternehmen

21.12.15 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Was für weiteres Kurswachstum der Windaktie Nordex spricht

Der Windkraftanlagenhersteller Nordex hat sich die Finanzierung seiner ehrgeizigen Wachstumspläne gesichert. Wie das Hamburger Unternehmen mitteilt, stellt ihm eine Gruppe von Banken zum einen kurzfristige fast eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung, um die vor Monaten angekündigte Übernahme der Konkurrentin Acciona Windpower (AWP) zu übernehmen.  Zum anderen haben ihm die Finanzinstitute fast eine Milliarde Euro für weitere Investitionen zugesichert. Zudem könnte Nordex davon profitieren, dass die US-Politik die Rahmenbedingungen für Windkraftinvestitionen in den vereinigten Staaten verbessert hat.

Banken pumpen die Finanzkraft von Nordex stark auf

Nordex hatte die Übernahme von AWP im Oktober angekündigt und damit einen steilen Kursanstieg der Aktie des Unternehmens ausgelöst. ECOreporter.de bewertete die Pläne in einem  Aktientipp vom Oktober  positiv und riet zum Kauf der Windaktie, die in den letzten drei Monaten im Xetra- Handel ein Drittel an Wert gewonnen hat. Mit einem Kurs von 33,3 Euro hat sich ihr Wert seit unserer  Kaufempfehlung von Ende Februar 2015 (Link entfernt)<link http:="" www.ecoreporter.de="" artikel.html?cHash="cd3bef476b22f0b06c2389d81628b79e&amp;id=129&amp;tx_ttnews[tt_news]=50716&amp;tx_ttnews[tt_news]=50716&amp;anabmeldung=22" -="" external-link-new-window="" "Opens="" external="" link="" in="" new="" window"=""></link>  fast verdoppelt. Nordex will für AWP insgesamt 785 Millionen Euro zahlen und davon rund 366 Millionen Euro in bar. Die Hamburger haben nun mit einer Bankengruppe ein Bardarlehen über 450 Millionen Euro mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten vereinbart. Damit will der Windradhersteller zunächst die Barzahlung an den Mutterkonzern von ADP finanzieren, die spanische Acciona, und zudem die Rückzahlung einer im April 2016 fälligen Unternehmensanleihe. Neben der Barzahlung soll Acciona knapp 30 Prozent aller Anteile an Nordex erhalten und so zum neuen Hauptaktionär von Nordex werden. Die Übernahme wollen die Hamburger im ersten Quartal 2016 abschließen.

Die Nordex-Führung verfolgt ehrgeizige Wachstumspläne. So will sie den Jahresumsatz und die Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den nächsten drei Jahren fast verdoppeln auf 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro bzw. zehn Prozent. Von diesen Plänen hat der Windradhersteller die Banken offenbar überzeugen können. Wie die Hamburger mitteilen, haben jetzt 14 nationale und internationale Banken mit Nordex eine neue syndizierte Avalkreditlinie im Umfang von 950 Millionen Euro abgeschlossen. Eine Avalkreditlinie ist kein Darlehen, sondern eine Art Bürgschaft, mit der Banken garantieren, dass ihr Kunde seinen Verpflichtungen gegenüber Dritten nachkommen wird.

Die Vereinbarung mit diesen Finanzinstituten hat Nordex nach eigenen Angaben so gestaltet, dass sie nach dem Abschluss des Zusammenschlusses mit der AWP auch um Banken erweitert werden kann, die die Märkte des spanischen Windradherstellers abdecken, etwa in Wachstumsmärkten wie Südafrika oder Lateinamerika, wo Nordex in den kommenden Jahren deutlich zulegen will. Im Bedarfsfall könne die Avalkreditlinie auf bis 1,2 Milliarden Euro ausgeweitet werden.

„Bei der Auswahl der Banken haben wir darauf geachtet, dass diese ein gutes Rating besitzen und in der Lage sind, die erweiterte regionale Ausrichtung der Gruppe in Schwellen- und Entwicklungsländern zu begleiten“, erläutert Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold.

Kaufempfehlung von ECOreporter.de für die Windaktie

ECOreporter.de bekräftigt die Kaufempfehlung für die Nordex-Aktie. Die Vereinbarung mit den Banken macht es wahrscheinlicher, dass der Windkraftanlagenhersteller seine Wachstumspläne umsetzen kann. Dessen Führung setzt darauf, dass Nordex die ab 2017 drohende Wachstumsschwäche im Heimatmarkt Deutschland durch mehr Aufträge aus dem Ausland ausgleichen kann. Ab 2017 will die Bundesregierung das Aus für feste Einspeisetarife für Windstrom aus Neuanlagen einleiten und künftig in Auktionen die Preise für Windstrom festsetzen. Diese Umstellung dürfte zumindest vorübergehend für Unsicherheit bei potentiellen Windkraftinvestoren sorgen und die deutsche Nachfrage für neue Windräder abschwächen. Nordex hat in den vergangenen Jahren bereits mit Erfolg neue Windmärkte erschlossen und gewinnt durch die Übernahme von AWP hierbei zusätzliche Schlagkraft. Denn die Spanier sind insbesondere in Lateinamerika bereits sehr gut vernetzt.

Zudem dürfte Nordex davon profitieren, dass der US-Kongress jetzt die Windkraftförderung verlängert hat. Die beiden von den Republikanern dominierten Kammern, der Senat und das Repräsentantenhaus, stimmten der Vereinbarung mit der Obama-Regierung zu, die sogenannten Production Tax Credits (PTC) zu verlängern. Diese Steuergutschriften im Umfang von rund 2,2 US-Cent je Kilowattstunde können Betreiber von Windkraftanlagen nach der Aufnahme des Betriebes für zehn Jahre beanspruchen. Die PTC-Regelung war in den vergangenen Jahren stets nur kurzfristig verlängert worden und droht 2017 erneut auszulaufen, was ein starkes Hindernis für Windkraftinvestoren war. Nun steht fest, dass die Steuergutschriften für Neuanlagen noch für etliche Jahre lang bewilligt werden. Die neue Regelung sieht vor, sie 2016 nicht zu verändern, in 2017 dann auf 80 Prozent abzusenken und dann bis 2019 weiter auf 40 Prozent des gegenwärtigen Niveaus. Windkraftinvestoren müssen also nicht mehr fürchten, gar keine PTC zu bekommen, wenn sich Projekte verschieben, die sie jetzt in Angriff nehmen.

Für Windradhersteller mit Fabriken in den USA dürfte das die Nachfrage beflügeln. Nordex ist ein solches Unternehmen und musste bislang damit rechnen, dass ab 2017 die Produktion in Nordamerika weniger ausgelastet werden kann, wenn Windkraftinvestments durch den Wegfall der PTC an Attraktivität verlieren.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554  / WKN A0D655
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