Die Green Planet AG vermarktete Holz- und Kautschuk-Plantagen in Costa Rica. Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Vorstand aufnahm, ging das Unternehmen in die Insolvenz. / Foto: Fotolia (Körner)

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Was Gläubiger der insolventen Green Planet beachten müssen

Auf die Gläubiger des insolventen Holzinvestment-Anbieters Green Planet AG aus Frankfurt kommen wichtige Termine zu: Zum einen hat das zuständige Gericht für November 2014 eine erste Gläubigerversammlung anberaumt. Zum anderen läuft die Frist zur Anmeldung der Forderungen in der Insolvenztabelle in Kürze ab.

Seit kurzem läuft das Insolvenzverfahren gegen die Green Planet AG. Eröffnet wurde es nach Gerichtsangaben wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Für die Anleger, denen die Green Planet AG  bis zu 13 Prozent Rendite aus Direktbeteiligungen an Teakholz- und Kautschuk-Plantagen in Costa Rica in Aussicht gestellt hatte, läuft schon in zwei Wochen eine erste wichtige Frist ab:  Noch bis einschließlich zum 7. Oktober 2014 können die Gläubiger ihre Forderungen in der Insolvenztabelle anmelden. „Die Zeit wird langsam knapp. Betroffene Anleger, die ihre Forderung bis jetzt noch nicht angemeldet haben, sollten das schnellstens nachholen, wenn sie den Totalverlust vermeiden wollen“, warnt Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwaltsaktiengesellschaft Nieding+Barth. Nieding zufolge vertritt seine Kanzlei bereits Green-Planet-Anleger. Wichtig zu wissen: nur wer seine Forderungen in der Insolvenztabelle anmeldet, hat eine Chance, Geld aus der Insolvenzmasse zurückzubekommen.


Bei der ersten Gläubigerversammlung, die am 18. November 2014 stattfinden soll, stehen einige grundlegende Weichenstellungen auf dem Programm: Bislang führt der Rechtsanwalt Miguel Grosser von der Frankfurter Niederlassung der Kanzlei Jaffe Rechtsanwälte das Verfahren. Ob er im Amt bleibt, ist eine der Entscheidungen, die auf der Versammlung per Votum fallen wird. Außerdem sollen die Gläubiger unter anderem einen Gläubigerausschuss wählen und einen gemeinsamen Interessenvertreter. Klaus Nieding, überdies Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), hat dazu seine Kandidatur angekündigt. Auf der Gläubigerversammlung wird auch erörtert, wie die Green Planet AG fortgeführt beziehungsweise saniert kann.

Der Insolvenz der Green Planet AG war ein handfester Skandal vorausgegangen. Gegen den Gründer und Vorstandschef der Green Planet ermittelt seit Monaten die Staatsanwaltschaft. Er sitzt deshalb in Untersuchungshaft. Zum einen soll nur ein Bruchteil des Geldes, das der Green Planet AG anvertraut wurde, tatsächlich den Plantagen in Costa Rica zugeflossen sein. Zum anderen wird geprüft, ob das Green-Planet-Geschäftsmodell ein Schneeballsystem sein könnte (ECOreporter.de   berichtete (Link entfernt)).
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