Bambussprossen von Asien Bamboo, die auch Bambusstämme verkauft. / Quelle: Unternehmen

22.12.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Was löste den neuen Kurseinbruch von Asian Bamboo AG aus?

Für die Asian Bamboo AG wird die Luft immer dünner. Die kriselnde Bambusspezailistin aus Hamburg gab am späten Freitagabend bekannt, dass ihr die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) Verstöße gegen den mit ihr abgeschlossenen Darlehensvertrag vorwirft. Sie habe daher die sofortige Rückzahlung der ausstehenden Beträge unter dem DEG-Darlehen verlangt. Den von DEG, einer auf Auslandsinvestitionen spezialisierten Tochter der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW Bank), verlangten Betrag beziffert Asian Bamboo mit 16,131 Millionen US-Dollar. Das sind umgerechnet 13,161 MIllionen Euro. Die Gesellschaft erklärte dazu, dass sie über ausreichend Geldmittel verfügt, um die DEG-Forderung zu begleichen. Zum 30. September 2014 habe Asian Bamboo über liquide Mittel im Umfang von 26,6 Millionen Euro verfügt.

Die Börsianer reagierten heute nach dem Börsenstart prompt. Bis 9:30 Uhr verlor die Aktie von Asian Bamboi  weitere zwei Prozent an Wert. Innerhalb von zehn Monaten hat sie sich damit von 1,7 auf 0,7 Euro verbilligt.

Erst Mitte November hatte sich eine leichte Verbesserung der Situation von Asian Bamboo abgezeichnet, als das Unternehmen die Rückkehr in die schwarzen Zahlen melden konnte. Aufgrund massiver Probleme bei ihren Bambusplantagen, die die Gesellschaft in China betreibt, hatte sie zuvor stark gesunkene Einnahmen verzeichnet. Denn unter anderem aufgrund der starken Landflucht in China fällt es ihr dort immer schwerer, genügend Personal für die Bearbeitung der Plantagen zu finden. Hohe Abwertung der Bambusbestände waren die Folge gewesen, hinzu kam eine sinkende Nachfrage für die Produkte von Asien Bamboo, die inzwischen einen Strategiewechsel in Richtung Immobilien eingeleitet hat. Die Bambusplantagen sollen jedoch nicht vollends aufgegeben werden.

Asian Bamboo erzielte laut der im November veröffentlichten Zwischenbilanz im ersten Dreivierteljahr 2014  mit 18,5 Millionen Euro zwar 25 Prozent weniger Umsatz als in den ersten drei Quartalen 2013, aber dennoch neun Millionen Euro Nettogewinn nach 3,5 Millionen Euro Nettoverlust im Vorjahreszeitraum. Für die noch ausstehende Bilanz für das Gesamtjahr verheißt die Nachricht über die Rückzahlung an die DEG aber nichts Gutes. Mit der so stark verdünnten Kapitaldecke dürfte der Stratgiewechsel noch schwieriger werden.

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M
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