Monteur von Goldwind, einem der größten Hersteller von Windkraftanlagen in China und weltweit. / Foto: Unternehmen

05.01.16 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Was trotz allem für Solar- und Windaktien aus China spricht

Für großes Aufsehen haben zum Wochenbeginn die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt gesorgt. Auch Anteilsscheine von Solar- und Windkraftunternehmen aus der Volksrepublik gerieten unter Druck. Doch einige von ihnen liegen auf Jahressicht deutlich im Plus und könnten bald weiter zulegen. Auch weil eine weitere Nachricht aus China diesen Unternehmen für 2016 gute Wachstumschancen verheißt.

Außerhalb von China werden die Aktien von Solar- und Windkraftunternehmen aus der Volksrepublik vor allem an US-Börsen gehandelt. Dort ging es gestern in Reaktion auf die Krisenmeldung aus China für Aktien auf breiter Front abwärts. Der Dow Jones und der S&P 500 gaben bis zum Abend um 1,5 Prozent nach, der auf Technologiewerte ausgerichtete Nasdaq 100 gar um zwei Prozent. Damit reagierten die Börsianer darauf, dass an den großen Handelsplätzen in China der Aktienhandel nach starken Kurseinbrüchen ausgesetzt wurde. Diese waren durch die Nachricht ausgelöst worden, dass die chinesische Industrieproduktion im Dezember den zehnten Monat in Folge geschrumpft ist, infolge einer schwachen Nachfrage im In- und Ausland. Damit stottert ein wichtiger Motor der Weltwirtschaft. Wie aber sieht es bei Aktien aus dem Bereich der Photovoltaik und der Windenergie aus?

Chinesische Windaktie legte gegen den Trend kräftig zu

Weltweit werden die meisten Solarmodule und Windkraftanlagen in China produziert und installiert. Zu den größten Windradbauern der Welt gehört die chinesische Xinjiang Goldwind. Im Aktienhandel an der Nasdaq verlor deren Anteilsschein gestern 1,9 Prozent an Wert. Doch damit schnitt der Anteilsschein besser ab als der Nasdaq 100. Und die Aktie notiert mit 1,82 Dollar auf Jahressicht noch immer um 18,2 Prozent Plus. Die China Longyuan Power Group ist einer der größten Windparkbetreiber in China. Die Aktie des Konzerns mit Hauptsitz in Peking ist auch in etlichen Nachhaltigkeitsonfs enthalten. Der Anteilsschein legte gestern im Aktienhandel an der Nasdaq sogar zu, um satte 7,2 Prozent auf 0,70 Dollar. Das Unternehmen profitiert vom starken Ausbau der Windkraft in China. Nach Schätzungen des Weltwindkraftverbandes, der World Wind Energy Association (WWEA), wurden in China im ersten Halbjahr über zehn Gigawatt (GW) Windkraftkapazität neu installiert und damit fast die Hälfte des weltweiten Zubaus von 21,7 GW in den ersten sechs Monaten von 2016. Mit seinen zweistelligen Wachstumsraten hat China damit wesentlichen Anteil am weltweiten Windkraftboom.

Laut der WWEA ist China mit einem Anteil von rund 125 GW die dominierende Kraft im weltweiten Windkraftmarkt, der nach ihren Schätzungen Ende 2015 428 GW erreichte. Chinas Nationale Energiebehörde hat nun für die Windkraft auch für 2016 ein ehrgeiziges Ausbauziel ausgegeben. Demnach sollen in diesem Jahr in China neue Windräder mit einer Gesamtkapazität von 20 GW neu ans Netz kommen. Zum Vergleich: Das ist knapp die Hälfte der Windkraftkapazität, die in Deutschland bis Ende 2014 insgesamt am Netz war.

Solarkonzerne aus China können auch für 2016 mit hoher Nachfrage rechnen

Auch für börsennotierte Solarkonzerne aus China und ihre Investoren wartete Chinas Nationale Energiebehörde zum Jahreswechsel mit guten Nachrichten auf. Sie legte das Ausbauziel für Photovoltaik auf 15 GW im Jahr 2016 fest. Das wäre etwa das Zehnfache der Solarstromkapazität, die voraussichtlich in 2015 in Deutschland neu installiert wurde. Hierbei ist zudem zu beachten, dass die Nationale Energiebehörde im Laufe des vergangenen Jahres ihr Ausbauziel für das Gesamtjahr deutlich erhöht hat, von zunächst 13 auf 17,8 GW. Dass die Behörde für 2016 das Ziel etwas niedriger ansetzt, ist wohl den Problemen beim Netzausbau sowie der weiteren erforderlichen Infrastruktur geschuldet. Dennoch können sich die chinesischen Solarkonzerne auf eine wieder sehr hohe Nachfrage im neuen Jahr einstellen. Zumal die chinesische Regierung bis 2020 eine Photvoltaikleistung des Landes von insgesamt 150 GW anstrebt. Damit ist sie mit den 42 GW, die die Volksrepublik laut der Nationalen Energiebehörde Ende 2015 erreicht hat, noch weit entfernt. Das Wachstum des chinesischen Solarmarktes muss also noch weiter an Dynamik gewinnen.

Die Aktienkurse der großen Solarhersteller aus der Volksrepublik reflektieren diese guten Aussichten. Trina Solar aus dem chinesischen Changzhou ist mit einem von dem Konzern anvisierten Absatz von 5,5 bis 5.6 GW ins 2015 der größte Solarhersteller der Welt. Trotz wirtschaftlicher Probleme des Konzerns (wir  berichteten (Link entfernt)) notiert die Aktie von Trina Solar in New York auf Jahressicht um fast 14 Prozent im Plus. Am gestrigen Krisen-Montag gabe sie dort nur 1,5 Prozent nach. Die Aktie von JinkoSolar, mit angestrebten 4,5 GW Absatz in 2015 der zweitgrößte Solarhersteller aus China, verlor gestern nur 1,4 Prozent. Der Anteilsschein des Unternehmens aus Shanghai hat sich damit auf Jahressicht aber immer noch um 35 Prozent verteuert. JA Solar hat seinen Hauptsitz ebenfalls in Shanghai. Der drittgrößte Solarhersteller aus China peilte für 2015 rund 3,5 GW Absatz an. Dessen Aktie gab gestern an der Nasdaq nur 0,8 Prozent nach und liegt auf Jahressicht 15,2 Prozent im Plus.
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