Die Grüne Werte Energie GmbH bietet unter anderem Geldanlagen zur Modernisierung bestehender Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen an. Im Bild eine solche KWK-Anlage in Eitting. / Foto: Unternehmen.

10.02.15 Anleihen / AIF

Wechsel an der Spitze der Grüne Werte Energie GmbH – Neue Beteiligungen angekündigt

Nach knapp zweieinhalb Jahren am Markt vollzieht sich ein Umbruch an der Spitze der Grüne Werte GmbH. Philipp Freisem, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens aus Grünwald bei München, hat das Unternehmen Ende Januar 2015 verlassen. Ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Das bestätigt Marion Engmann, bei der Grüne Werte zuständig für die Investorenbetreuung, auf Nachfrage von ECOreporter.de. Freisem hatte die Spezialistin für Beteiligungen an Biomassekraftwerken bisher auch stark nach außen vertreten. Sein Rückzug sei aus familiären Gründen erfolgt und habe keine Auswirkungen auf das laufende Geschäft der Grüne Werte Energie GmbH, betont  Engmann.  

Freisems Platz als Geschäftsführer werde künftig Thomas Priermeier einnehmen. Priermeier verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche, so Engmann. In seiner Vita finden sich Stationen bei verschiedenen Großbanken, wie der HVB und der Bayern LB. Marion Engmann zufolge konzentriert sich Priermeier seit 2001 auf den Markt der Erneuerbaren Energien und realisierte seither zahlreiche nachhaltige Kapitalanlagen für Privatanleger. Außerdem trat Priermeier auch als Autor diverser Fachbücher in Erscheinung. „Damit sind wir auf die künftig anspruchsvolleren Anforderungen an die gesetzlichen Bestimmungen für Kapitalanlagen vorbereitet“, so Engmann weiter.

Neue Nachrangdarlehen sollen kommen

Während der ehemalige Geschäftsführer Philipp Freisem in der Vergangenheit für die Konzeption der Geldanlagen verantwortlich war, war sein Partner Ulrich Zemke schon in der Zeit der Doppelspitze für das Projektgeschäft der Grüne Werte Energie GmbH zuständig – also das Suchen und Finden geeigneter Biomassekraftwerksvorhaben für das Kapitalanlagegeschäft. Die Konzeption der Geldanlagen sei bereits im vergangenen Jahr maßgeblich von Marion Engmann selbst und ihrem Kollegen Christian Böttcher verantwortet worden,  erläutert sie.

Ulrich Zemke bleibt der Grüne Werte Energie GmbH als Geschäftsführer erhalten. / Foto: Unternehmen


An den Plänen, bereits Ende Februar weitere Nachrangdarlehen auf den Markt zu bringen, hält die Grüne Werte Energie GmbH unverändert fest. Die Verzinsung dieser kommenden Geldanlagetranche werde, wie bei den Vorgängerprodukten, zwischen 4 und 7,5 Prozent liegen „je nach Laufzeit und Anlageform“, so Engmann. Die geplante Mindestlaufzeit der neuen Grüne-Werte-Beteiligungen werde bereits 2017 enden. Einsteigen können die Anleger ab 5.000 Euro.
„Komfprtable Ausgangsposition für Investitionen“

Deutschlands Biomasse-Branche steckt derzeit in der Krise. Speziell der Bau neuer Biogasanlagen ist nach Einschätzung des Fachverbandes Biogas im Nachgang der jüngsten Reformen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beinahe komplett zum Erliegen gekommen. Als Folge daraus konzentrieren sich einzelne Unternehmen stärker auf das Ausland, während andere – wie beispielsweise die MT Energie GmbH – in die Insolvenz rutschten. Die Grüne Werte Energie GmbH sieht ihr Geschäftsmodell durch die Krise der Bioenergiebranche nicht gefährdet. „Der Focus der Grünen Werte Energie GmbH liegt in der Optimierung von Kräft-Wärme-Kopplungsanlagen“, erklärt Marion Engmann: „Insoweit hat unsere Arbeit erst begonnen. Wurden in den letzten Jahren europaweit tausende von Biogasanlagen ohne sinnvolles Wärmekonzept errichtet, so bietet uns dieser Bestand nun eine komfortable Ausgangssituation für eine Reihe von attraktiven Investitionen. Wir sehen den Mehrwert nicht in mehr Anlagen sondern in einem Mehr an Effizienz und Ertrag.“

Markteintritt in Kroatien geplant

Ihr Engagement im Ausland werde die Grüne Werte Energie GmbH weiter ausbauen. "Für 2015 planen wir den Markteintritt mit eigenen Anlagen  in Kroatien. Weitere europäische Standorte sind in Prüfung“, sagt Engmann.  Neben stabilen Rahmenbedingungen seien bei diesen Prüfungen auch die jeweilige Rohstoffversorgung und nicht zuletzt die Bonität der Geschäftspartner vor Ort mitentscheidend für die Auswahl  der Investitionsobjekte.
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