Griechenlands Solaranlagenbetreiber sollen erneut Einschnitte bei der Einspeisevergütung hinnehmen. Im Bild eine Conergy-Anlage in Darma./ Quelle: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

Weitere Einschnitte bei den griechischen Grünstromtarifen?

Griechenlands Grünstromanlagenbetreiber müssen sich offenbar auf weitere tiefe Einschnitte bei der Einspeisevergütung für ihren Strom einstellen. Und wie im ebenfalls krisengeschüttelten Spanien sollen die Tarifkürzungen abermals rückwirkend eingeführt werden, also nicht für neue Anlagen gelten, sondern auch für Erneuerbare-Energie-Anlagen, die bereits länger am Netz sind. Das melden griechische Medien unter Bezugnahme auf das Umwelt- und Energieministerium in Athen.

Erst am 1. Juni 2013, also vor knapp zwei Monaten, war in dem sonnenreichen Land die jüngste Tarifkürzungsrunde für Solarstromanlagen in Kraft getreten. Diese hatte die Einspeisetarife abhängig von der Leistungskapazität der Anlagen um 45 bis 47 Prozent gesenkt. Nun strebt das Umweltministerium für neue Solaranlagen, weitere Einschnitte bei der Einspeisevergütung um nochmals bis zu 45 Prozent an. Bei bereits bestehenden Solarkraftwerken schlägt das Ministerium eine Kürzung  um zehn Prozent vor. Allerdings soll der Einschnitt bei den älteren Grünstromkraftwerken nicht pauschal alle treffen, sondern unter anderem die Kreditkonditionen sowie den Bau- und Planungsaufwand berücksichtigen. h

Im Gegenzug dafür, dass die Griechenlands Grünstromer den Gürtel enger schnallen, will sich das Ministerium den Berichten zufolge bei Banken für Kreditverlängerungen und verbesserte Konditionen einsetzen. Marktbeobachter sind der Ansicht, dass das Umweltministerium wild entschlossen ist, die Tarifkürzungen durchzusetzen, mit oder ohne Zustimmung der Betreiber. Denn der Fonds, aus dem Griechenlands Einspeisevergütung bezahlt wird, ist nach Angaben der griechischen Netzbehörde LAGIE bei 436 Millionen Euro Defizit angelangt. Und bis zum Jahresende, so schätzt die Behörde, dürfte das Defizit auf 616 Millionen Euro anwachsen. Gespeist wird der Fonds ähnlich wie in Deutschland durch eine Gebühr, die von den Stromverbrauchern bezahlt wird. Diese soll bereits ab Juli mehr als verdoppelt werden, von 0,95 auf 2,08 Cent pro Kilowattstunde.

Der Ausbau der Photovoltaik in Griechenland verliert weiter deutlich an Tempo. Landesweit sind laut LAGIE im Juni Solaranlagen mit 34 Megawatt (MW) neu installiert worden. Im zweiten Quartal 2013 wurden 148 MW Solarleistung neu installiert. Der April hatte 66 MW dazu beigetragen, der Mai 48 MW.

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