04.08.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Weiteres Solarunternehmen drängt an die Börse - Hintergründe nähren Skepsis

Noch in den ersten Monaten des laufenden Jahres waren Versuche von Solarunternehmen gescheitert, sich durch einen Börsengang mit Kapital auszustatten. So war das Interesse an jungen Aktien der auf der britischen Kanalinsel Jersey registrierten Siliziumproduzentin Nitol Solar aus Russland so gering, dass sie ihr Listing am Londoner Alternative Investment Market (AIM) absagte. Auch die im chinesischen Jinzhou ansässige Solargiga Energy Holdings Ltd. musste den in Hong Kong geplanten Börsengang absagen. Die Herstellerin von Solarwafern sah angesichts der Unsicherheit an den internationalen Kapitalmärkten keine Chance, genügen Geld für Akquisitionen und den Ausbau der Produktionsanlagen einzuwerben.

Doch nach dem einigermaßen erfolgreichem Börsendebüt der GT Solar International wagt nun bereits das zweite Solarunternehmen in diesem Sommer ein IPO (Initial Public Offering) an einer US-Börse: Die GCL Silicon Technology Holdings hat bei der New Yorker Börsenaufsicht die Emission von Aktien im Wert von rund 862 Millionen Dollar beantragt. Das geht aus US-Medienberichten hervor. Das Unternehmen mit Sitz in Hong Kong liefert Silizium und Wafer an die Solarindustrie. Zu ihren Kunden gehört etwa die chinesische Solarfun.  Morgan Stanley, Credit Suisse, HSBC, Cowen & Co und Piper Jaffray begleiten den Börsengang, für den ein genauer Termin noch nicht feststeht.

Allerdings gibt es zu denken, wofür GCL Silicon die Mittel einsetzen will, die das Listing in New York einbringen soll. Unter anderem will sie damit die Sun Wafer Group und die Greatest Joy International aus China erwerben. Diese aber werden kontrolliert von Zhu Gongshan, Cairman und Mehrheitsaktionär der GCL Silicon, der somit zum Nutznießer der Akquisitionen würde. Zudem hat GCL Silicon bis 2007 rote Zahlen geschrieben. Im 1. Quartal erwirtschafte das Unternehmen dann einen Nettogewinn von 35,5 Millionen Dollar, bei einem Umsatz in Höhe von 81,5 Millionen Dollar. Offenbar will man diese guten Zahlen nutzen, um an der US-Börse zu überzeugen.

Der Solarausrüster GT Solar International war vor zehn Tagen vom Mutterkonzern  GT Solar Holdings LLC an die Börse gebracht worden. Diese US- amerikanische Spezialistin für Ingot-Öfen strich auch den kompletten Emissionserlös ein, von dem nichts an die Börsendebütantin ging. Dies wurde von Experten als ein Grund dafür genannt, dass die neue Aktie unter den Emissionspreis fiel (weitere erläuterten wir in einem Beitrag, zu dem Sie per Mausklick gelangen). An der Nasdaq notiert das Wertapier mittlerweile rund 30 Prozent unter dem Emissionspreis von 16,50 Dollar.

GT Solar International: WKN A0MR2T / ISIN US3623E02092

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