Diese Fläche ist Teil des Portfolios von Wald:Energie III. Sie befindet sich im Umkreis der der Ortschaft Aizupe, die in 30 Kilometer Entfernung von der lettischen Hafenstadt Liepaja liegt. Dort sollen der Fondsgesellschaft zufolge 2014 schnellwachsende Gehölze gepflanzt werden. / Quelle: Unternehmen

04.12.13 Anleihen / AIF

Welche Anlagestrategie fährt der Forstinvestment-Fonds „Wald:Energie III“?

Energieholz aus Lettland: Das ist das Investitionsziel des neuen geschlossenen Forstinvestment-Fonds Wald:Energie III. Zum Anbau von schnell wachsenden Gehölzen – speziell Weiden, Pappeln und Erlen – soll der Fonds vor allem Land in Lettland kaufen und dort große Feldholzplantagen entstehen lassen. In Kurzeme – auf Deutsch „Kurland“ – im Westen der baltischen Republik will der Fonds sogenannte Kurzumtriebsplantagen betreiben. Das heißt: es wird in Intervallen von drei bis fünf Jahren Holz geerntet und vorrangig zu Holzhackschnitzeln oder Holzpellets verarbeitet. Kurz gesagt: Es geht um Brennholz, aber auch um die Rohstoffgewinnung für die Möbel- und Papierindustrie.

Die Wald:Energie Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG - so der volle Name des Fonds - ist eine Tochtergesellschaft der Aeneas AG, die neben Biomasseproduktion unter anderem Fischzucht betreibt. Beide Gesellschaften residieren unter derselben Geschäftsadresse in Berlin. Der Fonds Wald:Energie III hat nach eigenen Angaben bislang 82 Hektar Land gekauft. Es ist teils mit „nahezu erntereifen Birken zwischen fünf und sieben Jahren“ bewachsen, so die Fondsgesellschaft.

Der Fonds ist ein direktes Nachfolgeprodukt des Fonds Wald:Energie II. Der Universitätsprofessor und Ökonom Dominique Demougin ist Geschäftsführer beider Fonds.  Sie investieren im Westen Lettlands. Im Grunde sei der Unterschied zwischen den beiden Fonds die neue Zeichnungsfrist für Wald:Energie III, erklärt Stefan Maiss, Vertriebskoordinator für Wald:Energie III. Diese läuft bis zum Jahresende 2014. Fondsgeschäftsführer Dominique Demougin zufolge haben sich bislang „mehr als zehn Anleger an Wald:Energie II und III beteiligt“, darunter auch institutionelle Investoren. Sinn der Neuauflage sei es, die Vermögenswerte des Vorläuferproduktes „nicht zu verwässern“, sagt Demougin.

Bildnachweis: Professor Dominique Demougin, PhD, ist 55 Jahre alt verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Professor für Recht und Ökonomie ist Franzose. Er war bis April 2013 an der EBS Business School für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden tätig. Nach Angaben der EBS Business School arbeitet Demougin seit dem 1. September 2013 an der School of Management der Universität von Liverpool. / Bildquelle: Unternehmen


Laufzeiten und Kündigungen


Wer in Forstwirtschaft investiert, der bindet sein Geld in der Regel langfristig. Das gilt auch für den Fonds Wald:Energie III. Anleger, die vorzeitig aussteigen wollen, können dies zum Ende 2022 tun, sofern sie fristgerecht ein halbes Jahr zuvor gekündigt haben. Umgekehrt haben die Fondsinitiatoren ab 2028 – also nach 15 Jahren – die Möglichkeit, den Fonds zum Ende eines Geschäftsjahres aufzulösen.

Versicherungen gegen Feuer und Sturm sollen Risiken vorbeugen

Ob die Holz- und Bodenpreise sich so entwickeln wie prognostiziert, ist ungewiss, worauf die Fondsgesellschaft selbst hinweist. Allerdings gebe die Preisentwicklung von Industrie- und Nutzholz sowie bei Grund- und Boden allein in den vergangenen zehn Jahren genügend Anhaltspunkte dafür, dass die prognostizierten Ziele erreicht werden können, erklärt Dominique Demougin gegenüber ECOreporter.de. Gerade in den baltischen Staaten sei eine „erhebliche Preiserhöhung für Grund und Boden“ zu erwarten, fährt der Fondsgeschäftsführer fort. So sei davon auszugehen, dass die Europäische Union die sogenannten Flächenprämien (das ist eine EU-Subvention, mit der Landwirtschaftsbetriebe in benachteiligten Gebieten gefördert werden sollen) deutlich erhöhen werde. Dies geschehe im Rahmen der für 2014 anberaumten Anpassung der Gemeinsamen Agrarpolitik (kurz GAP 2020) der EU-Mitgliedsstaaten.

Aus Anlegersicht besteht ein weiterer Risikofaktor: Die Suche nach Investitionsobjekten für den Fonds ist noch nicht abgeschlossen. Hierzu verweist die Fondsgesellschaft allerdings ausdrücklich auf das bisherige Knowhow der Fondsmacher, das man auch mit der Auflage der Vorgängerfonds erworben habe. Um das Risiko im Kerngeschäft Energieholzproduktion zu minimieren, seien die Plantagen ab dem dritten Jahr gegen Feuer und Sturm versichert, so die Fondsgesellschaft weiter.

Wie nachhaltig ist Wald:Energie III?

Energieholz gilt als klimaneutral. Kurzumtriebsplantagen werden von Umweltschützern nicht per se als nachhaltig eingestuft. Allerdings weist der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in einem Positionspapier darauf hin, dass solche Plantagen im Vergleich zu anderen Methoden der Biomassegewinnung wenig Energie brauchen und dass der Boden von solchen Plantagen weniger beansprucht wird als bei anderen Formen des Landbaus. Es handelt sich um einseitigen Holzanbau, der die Artenvielfalt beeinträchtige. Schon für Wald:Energie II hatten die Fondsinitiatoren erklärt, ihren Holzanbau so gut wie möglich in die Natur einbetten zu wollen. Eine spezielle Zertifizierung, die den Holzanbau des Fonds Wald:Energie III als nachhaltig ausweist, gibt es nicht. Allerdings werde der Fonds in Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit in Lettland vom staatlichen Latvian State Forest Research Institute - kurz „Silava“ - unterstützt, erklärt die Fondsgesellschaft.
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