03.07.09 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Welches Potential haben solarthermische Kraftwerke? – Studie prognostiziert enormes Umsatzpotential, Kritik an der Spezialistin Solar Millenium AG




Greenpeace und der Club of Rome hatten das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie damit beauftragt, das wirtschaftliche Potential von Großvorhaben wie das Desertec-Projekt in der Sahara zu ermitteln. Dieses hatte vor wenigen Wochen Schlagzeilen gemacht, als deutsche Großkonzerne ankündigten, gemeinsam riesige Solarkraftwerke in den Wüsten Nordafrikas zu errichten. Das Projekt soll rund 400 Milliarden Euro kosten und in zehn bis fünfzehn Jahren wettbewerbsfähig sein (wir Opens external link in new windowberichteten). Laut dem Wuppertaler Institut könnte man durch den weltweiten Bau von solarthermischen Kraftwerken bis 2050 eine Wertschöpfung von bis zu zwei Billionen Euro erzielen. Bereits von 2011 bis 2015 seien Umsätze von 8,4 bis 34,4 Milliarden Euro möglich, ergab ein „moderates“ Szenario der Wissenschaftler. In einem optimistischeren Szenario errechneten Sie Umsätze von 10,2 bis 41,7 Milliarden Euro. Es sei mit einem starken Anstieg der Umsätze aus diesem Geschäft zu rechnen, so dass die Umsätze im Zeitraum 1946 bis 2050 dreistellige Milliardenbeträge erreichen dürften. Zudem werden der Studie zufolge Hunderttausende von Arbeitsplätzen benötigt, um das Potential dieser Technologie zu nutzen. Per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu der Studie des Wuppertaler Instituts.

Solarthermische Kraftwerke bündeln mit konzentrierten Spiegeln die Sonneneinstrahlung, da sie auch eine hohe Speicherfähigkeit aufweisen, können sie Solarstrom sowohl als Grund- als auch Spitzenlast bereitstellen. RWE und E.ON als Betreiber von Großkraftwerken wollen sich auch aus diesem Grund an Desertec beteiligen. Vor allem deutsche Firmen wie Siemens, Schott Solar oder Flabeg verfügen über die benötigte Technologie. Sie müssten aber laut dem Wuppertaler Institut ihre Produktionskapazitäten kräftig ausbauen. Die Solar Millenium AG hat als Generalunternehmer in Spanien bereits solarthermische Kraftwerke entwickelt und gebaut. Das 2008 im spanischen Andalusien ans Netz gebrachte Andasol 1 war erst das dritte Projekt dieser Art, das weltweit verwirklicht wurde. Andasol 2 befindet sich im Probebetrieb, Andasol 3 soll ab 201 1 Strom liefern. Damit haben die Erlanger einen wesentlichen Anteil an dem aktuellen Aufleben dieser Technologie. Doch spanische und vor allem US-amerikanische Akteure drängen massiv in das Projektgeschäft mit solarthermischen Kraftwerken, das sehr kapitalintensiv ist. Die vorgelegte Studie misst der Solar Millenium AG daher nur „eine eher nachrangige Rolle zu“.

Harsch angegangen wird das börsennotierte Unternehmen in einem aktuellen Bericht des ‚Nebenwerte-Journal’. Es bezweifelt demnach, dass Solar Millennium ihre Jahresprognose von mindestens 150 Millionen Euro Umsatz und 18 Millionen Euro Jahresüberschuss erfüllen kann. Auch sei die Aktie des Unternehmens derzeit überbewertet; sie notierte am Mittag in Frankfurt mit 21,64 Euro und hat damit fast wieder das Vorjahresniveau. „Aktuell kostet das Unternehmen an der Börse den neunfachen Jahresumsatz. Das ist deutlich zu viel“, so das Nebenwerte-Journal, das darauf hinweist, dass Solar Millenium im vergangenen Geschäftsjahr die Prognose verfehlt hat.

Solar Millennium AG: ISIN DE0007218406 / WKN 721840

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