30.12.09 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Welches Wachstumspotential bietet 'smart grid'? - Cleantech-Experte nennt aussichtsreiche Unternehmen



Adam Bergman ist Cleantech-Experte der Investmentbank Jefferies mit Hauptsitz in New York und über 25  Niederlassungen weltweit. Wie er im Gespräch mit ECOreporter.de ausführte, steht die Branche vor allem in den USA vor einem enormen Wachstumsschub. Denn dort basiere die Energieversorgung im Wesentlichen noch auf einem Leitungsnetz, das vor mehr als 50 Jahren installiert und nur gelegentlich nachgebessert wurde. Für die Modernisierung der Netze seien Investitionen im Umfang vieler Milliarden erforderlich. Die Obama-Administration habe im Frühjahr in ihrem Stimulus-Paket 3,5 Milliarden Dollar für Investitionen in smart grid bereit gestellt und nun im Herbst weitere 2,5 Milliarden Dollar.

Vorrangig gehe es zunächst darum so genannte AMI-Leitungen zu verlegen (Advanced Metering Infrastucrure), so Bergman. Diese Übertragungsleitungen ermöglichen erst die kommunikative Vernetzung von Energieerzeugern, -speichern und -konsumenten. Diese wiederum ist die Basis für die intelligente Steuerung der Energieströme, für das Management eines energie- und kosteneffizienten Verbrauchs. Auch die für Windparks erforderliche Speicherung von Kapazitäten, um Windflauten auszugleichen, lässt sich so leichter bereitstellen. Bei den Anbietern von Speichertechnologie sieht Bergman europäische Unternehmen im Vorteil, die hätten damit bereits umfassende Erfahrungen sammeln können, etwa im Bereich von Wind- und Wasserkraftwerken.

Doch darüber stehen Investitionen in eine Fülle von Technologien und Dienstleistungen, meint Bergman. Das biete insbesondere Anbietern von IT-Lösungen etwa für die Überwachung und automatische Optimierung der Energieströme oder das Management von Netzwerken enormes Wachstumspotential. Die Branche sei noch sehr jung und zeichne sich durch geringe Eintrittschwellen aus, erläuterte der Experte von Jefferies. Aus Investorensicht sind Unternehmen interessant, die sich durch eine Vielfalt an smart grid Produkten auszeichnen und die dabei eine große Margenstärke zeigen. Ein besonders aussichtsreicher börsennotierter Akteur sei die kalifornische Cisco Systems, die sowohl im Bereich der Kommunikationsnetzwerke, Software/Service als auch im Energiemanagement aussichtsreich aufgestellt sei. Ein großes Plus des Unternehmens seien die bereits sehr guten Kontakte zu Energieversorgern.

Ebenfalls von der prognostizierten Entwicklung im Bereich smart grid stark profitieren könnte die Itron Inc. Das Unternehmen aus Spokane im US-Bundesstaat Washington ist der weltweit führende Lieferant von Messgeräten, Datensammlung und Software für Versorgungsunternehmen. Sie bietet ihren Kunden neben Produkten wie Strom-, Gas- und Wasserzählern auch Dienstleistungen wie Messgerät-Datenmanagement, Softwareanwendungen und Projektmanagement an.

Auch die Aussichten für die American Superconductor Corporation (AMSC) aus Devens im Bundesstaat Massachusetts schätzt Bergman positiv ein. Wie er anführt, setzt diese stark auf den chinesischen Markt. In China werde ebenfalls umfassend in smart grid investiert. Dort sei man gegenüber neuen, besonders effizienten aber auch noch recht unerprobten Technologien sehr aufgeschlossen. Deren Einsatz werde durch den Umstand erleichtert, dass in dem Riesenland kaum alte Leitungen existieren, die man erst überholen und mit neuen Techniken in Einklang bringen müsste. AMSC verfügt laut Bergman bereits über erprobte Kundenbeziehungen nach China, der Löwenanteil der Umsätze des Technologieunternehmens werde bereits dort erzielt.
Bildhinweis: Intelligente Stromnetze ermöglichen das Management auch bei wirdriger Witterung und schwankendem Windangebot. / Quelle: Gamesa
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