Die neuen Nachhaltigkeitsziele der UN sollen unter anderem die Diskriminierung von Mädchen beenden, die Kindersterblichkeit senken, allen Kindern eine Schulausbildung ermöglichen und ihre natürliche Umgebung gesunder machen. / Quelle: Steyler Ethik Bank

28.09.15 Erneuerbare Energie

Weltgemeinschaft beschließt ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele

In New York hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) neue Nachhaltigkeitsziele beschlossen. Die insgesamt 17 Ziele, zu denen etwa das Ende der Armut weltweit und eine klimaschonendere Energieversorgung zählen, soll die Weltgemeinschaft bis 2030 erreichen. Dazu gehören auch 169 Unterziele, die die Hauptziele konkretisieren.

Die Millenniumsentwicklungsziele der UN laufen in diesem Jahr aus. Abgelöst werden sie von der 2030-Agenda. Die neuen Ziele sind für die 193 UN-Mitglieder nicht verpflichtend. Sie stellen lediglich  eine gemeinsame Vorgabe dar, auf die man sich verständigt hat. Immerhin haben einzelne Länder schon bekannt gegeben, welche Summen sie einsetzen wollen. So kündigte Xi Jinping, Präsident von China und damit eines Landes, das bei vielen dieser Nachhaltigkeitsziele enormen Nachholbedarf hat, Investitionen von zwölf Milliarden Dollar bis 2030 an.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) erfassen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Sie lauten wie folgt:

1.    Armut in allen Formen bekämpfen
2.    Hunger bekämpfen und Ernährungssicherheit erreichen
3.    Gesundheit verbessern (unter anderem Mutter- und Kindersterblichkeit verringern)
4.    Bildung verbessern (unter anderem kostenloser mittlerer Schulabschluss für alle Jungen und Mädchen)
5.    Frauenrechte (unter anderem Diskriminierung, sexuelle Ausbeutung, Zwangsheirat beenden)
6.    Zugang zu sauberem Trinkwasser und Abwasserentsorgung für alle Menschen
7.    Zugang zu nachhaltiger Energie für alle (Verdopplung der Energieefiizienz und substantieller Ausbau der erneuerbaren Energien)
8.    Nachhaltiges Wirtschaftswachstum (unter anderem Vollbeschäftigung und Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum)
9.    Nachhaltige Industrialisierung (unter anderem mehr Wertschöpfung von nachhaltigen Branchen)
10.    Weniger Ungleichheit (unter anderem sichere Migration und größere Zuwächse beim Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung)
11.    Städte zukunftsfähig machen (unter anderem das Wohnen und den öffentlichen Nahverkehr sicher und bezahlbar gestalten)
12.    Konsum nachhaltiger gestalten (unter anderem Verschwendung von Lebensmitteln halbieren und Recyclingquoten erhöhen)
13.    Klima schützen (Mobilisierung von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Klimaschutz in Entwicklungsländern)
14.    Die Ozeane erhalten (unter anderem Ende der Überfischung und Verringerung der Verschmutzung)
15.    Die Artenvielfalt schützen (unter anderem bis 2020 Stopp von Entwaldung und Artensterben)
16.    Gesellschaften friedlicher machen (Verringerung von Gewalt Korruption und Menschenhandel)
17.    Umsetzung unter anderem des Technologietransfers in arme Länder und 0,7 Prozent Ziel für Entwicklungshilfe durch Industrieländer

Was auffällt ist, dass die Ziele zum Beispiel beim Klimaschutz und dem Umbau der Energieversorgung noch recht vage sind. Hier hat die UN offenbar noch Raum gelassen für die Weltklimakonferenz, die im Dezember 2015 in Paris stattfindet. Dort soll sich die Weltgemeinschaft auf konkrete Klimaschutzmaßnahmen einigen. Der weltweite Ausbau der erneuerbaren Energien ist eng damit verbunden. „Politik und Gesellschaft sollten diesen Rückenwind der Vereinten Nationen nutzen, um den Umbau der Energieversorgung weiter mutig voranzubringen“, erklärt dazu Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Er verweist darauf, dass UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Rahmen der UN-Initiative „Sustainable Energy for all“ - Nachhaltige Energie für alle – dazu aufgerufen hat, bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien am globalen Energiemix auf 30 Prozent zu verdoppeln.
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