Die großen Solarhersteller wie First Solar verzeichnen eine große Nachfrage für ihre Produkte. / Quelle: Unternehmen

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Weltweiter Solarboom gewinnt an Fahrt – welche Solaraktien profitieren?

Während der Ausbau der Solarstromkapazität in Deutschland stagniert, boomt die Nachfrage für Solartechnik in anderen Regionen der Welt. Marktexperten haben daher ihre Wachstumsprognose heraufgesetzt. Das verbessert auch die Kurschancen großer Solarhersteller, vor allem wenn sie auch als Solarprojektierer aktiv sind und so gleich doppelt am Solarboom in den Wachstumsregionen verdienen.

Bei den Börsianern hat es sich offenbar bereits herumgesprochen, dass es sich lohnen kann, wieder verstärkt in ausgewählte Solarwerte zu investieren. Einige Solaraktien haben in den letzten Wochen wieder kräftig an Wert gewonnen, nachdem ihre Kurse zwischenzeitlich unter Druck geraten waren. Denn nach den mitunter spektakulären Kurssprüngen im jahr 2013 haben viele Anleger in den ersten Monaten von 2014 die Kursgewinne zu Geld gemacht. Auch weckten Nachrichten über Hindernisse beim Ausbau der Photovoltaik in China, der weltweiten Wachstumslokomotive des Sektors, und über Tarifkürzungen in Japan, den Solarmarkt mit dem zuletzt zweitstärksten Wachstum Befürchtungen, dass der globale Solarboom an Fahrt verlieren könnte. Doch diese Befürchtungen scheinen sich nicht zu bestätigen. Davon gehen jedenfalls Marktforschungsunternehmen wie IHS aus den USA aus. Dieses hat jetzt seine Marktprognose deutlich angehoben. Bislang waren die Marktforscher davon ausgegangen, dass in 2014 weltweit 40 bis 45 Gigawatt (GW) an neuer Solarstromleistung installiert werden. Im Vorjahr waren insgesamt rund 38 GW ans Netz gekommen.

Nun sagt IHS für das laufende Jahr einen Zubau von 47 GW voraus und dass sich das Wachstum in den folgenden Jahren weiter beschleunigen wird. Bis 2018 werde der jählriche Zubau auf über 70 GW anwachsen. Diese Entwicklung werde weiter vor allem von China, wo die Regierung ehrgeizige Ausbauziele verfolgt, sowie von Japan und den USA angetrieben, wo die Photovoltaik im Gegensatz zu Europa ebenfalls weiter stark vom Staat gefördert werde. In Europa dagegen bleibe die Photovoltaik auch in den kommenden jahren weit von den Zubauraten des vergangenen Jahrzehnts entfernt, weil dort die Regierungen die förderung gedrosselt haben und auch die EU sich keine Ehrgeizigen Ausbauziele für Erneuerbare Energien mehr setze. Laut der Prognose von IHS wird der Anteil der Europäer am weltweiten Photovoltaikzubau in diesem Jahr auf nur noch 25 Prozent sinken, der von Aisen dagegen auf über 50 Prozent anwachsen. Noch in 2010 hatte Asien erst einen Anteil von zehn Prozent erreicht, während auf Europa etwa zwei Drittel des weltweiten Wachstums entfallen war.

Angesichts dieser Entwicklung wundert es wenig, dass Analysten derzeit keine europäischen Solaraktien empfehlen, sondern sich vor allem für Anteilsscheine von Marktakteuren aussprechen, die aussichtsreich in Asien und in Nordamerika aufgestellt sind. Dazu zählt etwa Canadian Solar. Das Unternehmen mit Hauptsitz im kanadischen Bundesstaat Ontario produziert Solarmodule in Kanada, den USA sowie in China und ist weltweit auch als Projektierer großer Solarparks aktiv, in denen es in der Regel eigene Module verbaut. ECOreporter.de hatte bereits Mitte Mai dazu geraten, die vorübergehende Kursschwäche auszunutzen und in die Aktie von Canadian Solar zu investieren (hier  und  hier  gelangen Sie zu unseren Analysen vom Mai). Seither hat sich diese Solaraktien im Xetra von rund 16 auf über 22 Euro verteuert, an der Nasdaq von 22 auf knapp 31 Dollar.

Josh Baribeau, Analyst von Canaccord Genuity, sagt nun einen weiteren deutlichen Kursanstieg für Canadian Solar voraus. Er verweist zur Begründung auf den starken Auftragsbestand des Konzerns, der zudem regional breit diversifiziert sei, so dass das Unternehmen Absatzschwächen in einzelnen Regionen besser auffangen könne. Positiv sei es zu bewerten, dass Canadian Solar immer stärker auf das margenträchtige Projektgeschäft setze. Das schlage sich im aktuellen Kurs noch nicht ausreichend nieder. Baribeau sieht daher immer noch eine günstige Gelegenheit zum Kauf und nennt als Kursziel 43 Dollar, also umgerechnet 31,6 Euro.

Foto: Photovoltaikprojekt von Canadian Solar. / Quelle: Unternehmen

Über eine Kaufempfehlung von Josh Baribeau für die Aktie der US-amerikanischen SolarCity haben wir gestern  berichtet.

Hier  gelangen Sie zu unserem Aktientipp mit einer Kaufempfehlung für die Aktie von First Solar aus den USA, die wir zu Beginn der Woche veröffentlich haben. Auch dieses Wertpapier hatten wir in unserem Artikel von Mitte Mai positov besprochen. Seither hat es sich im Xetra von unter 44 auf über 51 Euro verteuert.

Canadian Solar Inc: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY
First Solar: ISIN US3364331070
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