Aufbau einer Windkraftanlage von ABO Wind aus Wiesbaden: Deutschland gehörte im ersten Halbjahr zu den wachstumsstärksten Windmärkten der Welt. / Quelle: Unternehmen

14.09.15 Erneuerbare Energie

Weltweiter Windkraftboom - Installationsrekord in Sicht

Gute Nachrichten für die Hersteller von Windrädern und ihre Investoren: Weltweit boomt die Nachfrage für Windkraftanlagen. Wie der Weltwindkraftverband, die World Wind Energy Association (WWEA), meldet, wurde in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres weitaus mehr neue Windkraftkapazität installiert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für das Gesamtjahr erwartet die WWEA ebenfalls einen deutlichen Zuwachs.

Laut den Erhebungen des Weltwindkraftverbandes beliefen sich die globalen Neuinstallationen von Windkraftanlagen im ersten Halbjahr auf 21,7 Gigawatt (GW). Das sei ein Plus von 16,8 Prozent gegenüber dem Zubau im Vorjahreszeitraum. Zur Erklärung verweist die WWEA darauf, dass weltweit immer stärker in klimaschonende Energieproduktion investiert und überdies die Erzeugung von Windstrom immer wirtschaftlicher werde.

WWEA-Generalsektretär Stefan Gsänger sagt für das Gesamtjahr 2015 einen Installationsrekord voraus. Voraussichtlich würden in 2015 weltweit neue Windkraftanlagen mit zusammen 58 GW ans Netz gebracht nach einem Zuwachs von 50 GW in 2014. Die globale Windkraftkapazität würde sich dann Ende 2015 auf 428 GW belaufen und laut Gsänger vier Prozent des globalen Strombedarfs decken.  

China ist die Wachstumslokomotive des gobalen Windmarktes

Allerdings stützte sich das starke Wachstum des globalen Windmarktes im ersten Halbjahr auf wenige Hauptmärkte. So steuerte allein China über zehn GW zu dem Zuwachs der ersten sechs Monate bei, also fast die Hälfte der 21,7 GW Windkraftkapazität, die in diesem Zeitraum insgesamt neu errichtet wurden. Im chinesischen Windmarkt sind nicht nur einheimische börsennotierte Windkraftunternehmen aktiv wie etwa Sinovel, Goldwind und Ming Yang, sondern auch westliche Konzerne wie Vestas und Gamesa, die in China eigene Produktionsstätten betreiben. Gamesa hat in China im ersten Halbjahr sogar 17 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet (mehr darüber erfahren Sie in diesem  Aktientipp).

Mit rund 125 GW Gesamtkapazität ist China unangefochten der größte Windmarkt der Welt. Mit deutlichem Abstand folgen die USA und Deutschland, die der WWEA zufolge zur Jahresmitte 2015 eine Windkraftkapazität von insgesamt 67,9 bzw. 42,4 GW erreicht haben. Beide legten im ersten Halbjahr rund 1,9 GW zu. Ansonsten wuchs nur noch der indische Windmarkt mit 1,3 GW in den ersten sechs Monaten um mehr als ein GW. In Großbritannien und in Brasilien wurden im ersten Halbjahr immerhin noch neue Windräder mit zusammen jeweils über 0,8 GW installiert. All diese Windmärkte liegen gegenüber dem Vorjahr klar auf Wachstumskurs.

In einigen Ländern gab es aber auch Markteinbrüche, so etwa in Portugal und Spanien, wo infolge der Schuldenkrise der Ausbau der Windkraftleistung fast zum Erliegen gekommen ist. In Australien ist ein Leugner des Klimawandels Premierminister geworden. Damit haben sich die politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien dort entsprechend verschlechtert. Hier wurde von Januar bis Juni nur noch eine Windkraftleistung von 200 Megawatt (MW) neu aufgestellt, nach 700 MW im ersten Halbjahr 2014.

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