Die Zentrale der Bank J. Safra Sarsin in Basel. Das Bankhaus hatte lange einen tadellosen Ruf als ethisch-ökogisch engagierte Bank. / Bildquelle: Unternehmen

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Wende im Fall Maschmeyer gegen J. Safra Sarasin?

Die eidesstattliche Aussage eines Ex-Mitarbeiters der schweizerischen Bank J. Safra Sarasin, lässt den Rechtsstreit zwischen dem AWD-Gründer und Milliardär Carsten Maschmeyer und der Bank J. Safra Sarasin in einem neuen Licht erscheinen.

Maschmeyer hatte bei J. Safra Sarasin in Fonds investiert, die dubiose Aktiengeschäfte zu Lasten Deutscher Steuerzahler betreiben. Anfang April wurde öffentlich, dass Maschmeyer gegen J. Safra Sarasin eine Millionenschwere Klage eingereicht hat. Darin argumentiert der Finanzunternehmer Maschmeyer, er sei nicht ausreichend über diese sogenannten Cum-Ex-Geschäfte des fraglichen Fonds aufgeklärt worden (mehr dazu lesen Sie  hier). Zudem hatte Maschmeyer angekündigt,  nicht nur Schadenersatz einzuklagen, sondern auch eine Klage wegen Betruges vorbereiten zu lassen.


Der Finanzunternehmer hat Medienberichten zufolge gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Veronica Ferres sowie dem Fußballtrainer Mirko Slomka und dem Unternehmer Clemens Tönnies, Präsident des Fußballclubs Schalke 04, 40 Millionen Euro in die fragwürdigen Geschäfte investiert.  
Ein Ex-Mitarbeiter der Bank J. Safra Sarasin hat nun unter eidesstattlicher Versicherung ausgesagt, Maschmeyer habe für die private Werbung seiner Frau und des HSV-Trainers als Cum-Ex-Fonds-Kunden an J. Safra Sarasin eine Provision von der Bank verklangt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Stern“.

In Aussage stellt der Ex-Sarasin-Banker Maschmeyer dem Bericht zufolge alles andere als unkundig dar. Dessen Beratung soll  die Chefetage der Bank demnach höchstpersönlich übernommen haben. „Maschmeyer wurde von Eric Sarasin persönlich geworben, erstmals über das Cum-Ex-Produkt in Kenntnis gesetzt, umfangreich beraten und auch in der Folge persönlich betreut“, zitiert der Stern in seiner heutigen Ausgabe aus der Aussage des ehemaligen Sarasin-Mitarbeiters.  So der Banker vor Gericht unter eidesstattlicher Versicherung die Wahrheit  gesagt hat, hätte Maschmeyer für private Anlagetipps von einer Bank eine Provision verlagt. Sollte der Ex-Sarasin-Mitarbeiter unter Eid eine Falschaussage abgegeben haben, riskiert er bis zu drei Jahre Haft. Carsten Maschmeyer  erklärte unlängst gegenüber dem „Handelsblatt“, er habe nie Provisionen im Zusammenhang mit dem fraglichen Fonds bekommen und auch nie solche verlangt.


Dazu ob die Bank J. Safra Sarasin tatsächlich solche Geschäfte zu Lasten des Fiskus vermittelt hat, wollte die Bank sich gegenüber ECOreporter.de nicht äußern.
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