20.10.09 Fonds / ETF

„Wer Verantwortung von Unternehmen fordert, sollte diese auch für sein Investment übernehmen.“ – ECOreporter.de-Interview mit Franz Suntrup vom Fondsmanagement des Global Response

Der von der Alceda Fund Management aus Luxemburg aufgelegte nachhaltige Aktienfonds Global Response Aktiensfonds Plus setzt bei der Transparenz Maßstäbe. Online werden hier die Anleger über alle Positionen des Portfolios informiert. ECOreporter.de hat das Fondsmanagement zur Anlagestrategie und Titelauswahl befragt. Die Antworten gab Franz Suntrup, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Suntrup & Rinke Portfolio Management GmbH.

ECOreporter.de: Wer managt den Global Response?

Franz Suntrup: Die Entscheidung des Fonds werden auf der ökonomischen Ebene von mir getroffen. Auf der Ebene der Nachhaltigkeit fällt Jens-Ulrich Nommel, Experte für ethisches Research, die Entscheidungen.

ECOreporter.de: Was unterscheidet den Global Response von den über 200 übrigen nachhaltigen Publikumsfonds, die in Deutschland zugelassen sind?

Suntrup: Vor allem die Transparenz. Auf der Suche nach einem geeigneten Produkt haben wir festgestellt, dass es keinen Fonds gibt, der vollständig seine Investmentphilosophie und seine Bestände preisgibt. Über die eigene Homepage des Fonds www.global-response.de wird von uns transparent dargelegt, was das Management des Fonds gerade gedenkt. Alle investierten Aktienunternehmen werden veröffentlicht, inklusive eines Nachweises der unternehmerischen Verantwortung.

Weitere wesentliche Merkmale des Global Response sind die Unabhängigkeit des Fondsmanagements – wir arbeiten völlig unabhängig von jeglicher Einflussnahme durch Dritte; das intensive Research – es basiert auf der international renommierten Datenbank Eiris; unser konsequentes Risikomanagement und nicht zuletzt der offene Diskurs, den wir pflegen: Jeder Anleger und Beobachter des Aktienfonds kann in direkten Kontakt mit dem Fondsmanagement treten, via Telefon, Kontaktformular oder der Möglichkeit, Kommentare zu einzelnen Unternehmen zu verfassen. Das Fondsmanagement begrüßt ausdrücklich eine Kontaktaufnahme.

ECOreporter.de: Ihr Fonds startete wenige Monate vor der Lehman-Pleite und geriet gleich in die größte Krise der Finanzmärkte seit Jahrzehnten. Noch immer liegt der Global Response deutlich unter dem Startkurs. Was spricht für einen deutlichen Wertzuwachs des Fonds?

Suntrup: Zwei Dinge sprechen für einen deutlichen Wertzuwachs des Fonds in der nächsten Zeit. Zum einen die konsequente Aktienauswahl: wir bevorzugen ausschließlich Aktien, die sowohl Nachhaltigkeitskriterien erfüllen als auch ökonomisch hervorragend dastehen. Natürlich kann sich der Global Response nicht der weltweiten Entwicklung an den Kapitalmärkten entziehen. Wir versuchen durch unser Risikomanagement die Risiken in den Griff zu bekommen.

ECOreporter.de: Auf welche Wertpapiere setzt der Global Response? Welches Anlageuniversum dient als Grundlage; wird ein Benchmark gesetzt?

Suntrup: Der Global Response investiert in weltweite Aktien. Er konzentriert sich ausschließlich auf Aktien. Als Investmentstil bevorzugt der Fonds große und mittlere Unternehmen und ist bestrebt, die Aktienanlagen weltweit zu streuen.

ECOreporter.de: Wie groß ist das Portfolio des Fonds?

Suntrup: Das Portfolio des Fonds umfasst circa zwei Millionen Euro.

ECOreporter.de: Nach welchen Kriterien werden die Aktien ausgewählt?

Suntrup: Wer Verantwortung von Unternehmen fordert, sollte diese auch für sein Investment übernehmen. Für uns heißt das konkret, die Unternehmen, in die investiert werden soll, genau zu betrachten. Die Unternehmen müssen ihre soziale und ökologische Verantwortung nachweisen können, nur dann wird investiert und an den Unternehmensgewinnen partizipiert.

Um ein Beispiel aus unseren Positionen zu nennen: Green Mountain Coffee Roaster ist eine US-amerikanische Kaffeerösterei, die auf ökologischen und fair gehandelten Kaffee spezialisiert ist. Fünf Prozent ihres Vorsteuergewinns gehen direkt an soziale Initiativen und Umweltprojekte. Ferner unterstützt Green Mountain Coffee Roasters ferner gemeinnützige Organisationen wie die Heilsarmee oder das Rote Kreuz mit Produktspenden.

ECOreporter.de: Wer legt die Kriterien fest?

Suntrup: Die Selektion der Unternehmen des Fonds erfolgen in einem zweistufigen Auswahlprozess, dem Nachhaltigkeitsresearch und dem Portfoliomanagement. Die Unternehmen des Global Response Aktienfonds werden nach 15 ökologischen, sozialen und ethisch-moralischen Positivkriterien ausgewählt. Diese Kriterien orientieren sich an den 10 Prinzipien des Global Compact.

Hier einige Beispiele dieser Prinzipien:
Werden die Menschenrechte gewahrt? Gibt es nach ILO-Standards keine Kinderarbeit? Gibt es Leitlinien zur Verhinderung von Korruption & Bestechung?

Außerdem wenden wir Negativkriterien an. Es wird beispielsweise nicht in Unternehmen investiert, die Atomkraftwerke besitzen, betreiben oder beliefern, in internationale Verkaufsaktivitäten von Rüstungsgütern involviert sind oder die Saatgut und Tiere gentechnisch verändern.

Nach der Auswahl durch eine Research nach ethisch-moralischen Kriterien erfolgt die ökonomisch-fundamentaler Analyse. Das Fondsmanagement verfolgt in seiner Anlagepolitik das Ziel in Unternehmen zu investieren, die über eine mittlere oder große Marktkapitalisierung in ihrer jeweiligen Region verfügen.

ECOreporter.de: Wie überprüfen Sie die Nachhaltigkeit der Investments, wer ist dafür zuständig?

Suntrup: Die Anlagepolitik wird durch die Nutzung des Ethical Portfolio Managers (EPM) der IMUG Beratungsgesellschaft mbH unterstützt.  Dadurch ist ein wöchentlicher Abgleich der ethischen Ansprüche des Fondsmanagements an die Unternehmen mit der EPM-Datenbank gewährleistet, die insgesamt ca. 2.700 Aktiengesellschaften weltweit umfasst.

ECOreporter.de: Wie bemessen Sie die nachhaltige „Rendite“ des Global Response, welchen „Sinn“ transportiert das Investment?

Suntrup: Wer Verantwortung von Unternehmen fordert, sollte diese auch für sein Investment übernehmen. Für uns heißt das konkret, sich die Unternehmen genau zu betrachten, in die investiert werden soll. Die Unternehmen müssen ihre soziale und ökologische Verantwortung unter Beweis stellen, nur dann wird investiert und an den Unternehmensgewinnen partizipiert.

Der Global Response Aktiensfonds Plus wird unter Berücksichtigung ethischer und moralischer Grundprinzipien gemanagt. Es wird nur in solche Unternehmen investiert, in deren Geschäftspolitik die Einhaltung hoher ökologischer, sozialer und ethisch-moralischer Standards erkennbar ist.

ECOreporter.de: Herr Suntrup, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Bildhinweis: Kaffeeverkostung bei Green Mountain Coffee Roasters. / Quelle: Unternehmen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x