Der Weltklimagipfel hat den Ausstieg aus der Kohle als globales Ziel festgelegt. / Quelle: Fotolia

16.12.15 Erneuerbare Energie

Wie Experten den Weltklimavertrag von Paris bewerten

Der Weltklimagipfel in Paris war ein großer Erfolg, auch wenn noch viel zu leisten ist, um den Klimawandel rechtzeitig zu bremsen. Darauf laufen Stellungnahmen von Experten aus der Branche des nachhaltigen Investments und der erneuerbaren Energien hinaus.

„Gesamthaft betrachtet überwiegt die positive Erkenntnis, dass es überhaupt zu Fortschritten und einem Vertragswerk kam“, stellt etwa Robert Hauser vom Research der Swisscanto-Nachhaltigkeitsfonds fest. Nach seiner Einschätzung stützte die Pariser Klimakonferenz die Idee nachhaltiger Fonds, „die ökologische Verbesserungen mit ihren Investments auf verschiedenste Weise forcieren“. Besonders lobt Hauser, dass im Weltklimavertrag die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad als erstrebenswertes Ziel genannt wird. „Damit hielten die teilnehmenden Staaten zumindest schriftlich fest, dass es keine Zeit zu verlieren gilt“ so der Nachhaltigkeitsexperte. Hauser äußert aber auch deutliche Kritik: „Was aber nach wie vor fehlt, ist ein globaler CO2-Preis, der von verschiedenen Wissenschaftlern, Unternehmen und auch Politikern verlangt wurde. Dieser Preis würde die Dekarbonisierung der Wirtschaft deutlich schneller voranbringen.“

Alexander Koffka von der Erneuerbare-Energie-Spezialistin  ABO Wind AG (Link entfernt)  aus Wiesbaden betrachtet es als „ein großartiges Ergebnis“, dass sich die Staatengemeinschaft „auf ein klares und verbindliches Ziel zur Begrenzung des Klimawandels geeinigt“ hat. Doch nun müssten den Beschlüssen umgehend konkrete Taten folgen. „Nur wenn ein Großteil der noch vorhandenen fossilen Rohstoffe im Boden bleiben und nicht als Energieträger verbrannt werden, können wir den Klimawandel auf ein gerade noch erträgliches Maß begrenzen“, so Koffka. Er betont: „Die Nutzung erneuerbarer Energien im Allgemeinen und der Windkraft im Besonderen ist das effektivste Mittel, um den Ausstoß an Klimagasen schnell zu reduzieren.“ Er geht davon aus, „dass die politischen Bedingungen für Windkraft in vielen Ländern günstig bleiben oder sich sogar noch verbessern werden“. Die börsennotierte ABO Wind AG ist spezialisiert auf die Entwicklung von Windkraftprojekten.

Hans-Josef Fell, als ehemaliger Bundestagsabgeordneter von Bündnis90 / Die Grünen einer der Väter des deutschen erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), ist Präsident der Energy Watch Group (EWG).  Er meint, dass es entscheidend für den Durchbruch in Paris war, dass es gelungen sei, die Erneuerbaren Energien zu einer gewinnbringenden Wirtschaftsbranche zu machen. „Selbst hartgesottene Klimasünder wie RWE, E.ON und große Teile der Energiewirtschaft in den USA oder China haben erkannt, dass Klimaschutz mit Windrädern oder Solarstrom keine Belastung für ihre Unternehmen mehr ist, sondern das neue Geschäftsmodell zum Überleben der Konzerne. Die Kostensenkung der Erneuerbaren Energien im letzten Jahrzehnt hat die Basis geschaffen, dass dieses Weltklimaschutzabkommen möglich wurde“, sagt Fell dazu.

ABO Wind AG: ISIN: DE0005760029 / WKN: 576002
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x