23.11.01

"Wie viel Arbeit schaffen Grün-Anlagen" - Studie des Öko-Zentrum NRW zu Beschäftigungseffekten umweltorientierter Kapitalanlagen

Dass Grünanlagen Arbeit bedeuten, weiß jeder Hobbygärtner. Gilt dasselbe auch für Grün-Anlagen, also Investments nach Umweltkriterien? Die Beschäftigungseffekte des so genannten "grünen" Geldes hat das Öko-Zentrum NRW in einer neuen Studie untersuchen lassen. Ergebnis: Bei den befragten Aktiengesellschaften hat sich die Zahl der Arbeitsplätze binnen vier Jahren nahezu verdoppelt.

Grünes Investment bezeichnet Vermögensanlagen, bei denen ethisch-ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Dazu zählen beispielsweise Aktien von Firmen, die umweltschonend produzieren oder nachhaltig wirtschaften. In Deutschland gibt es derzeit rund 90 Unternehmen, deren Wertpapiere als "Umwelt-Aktien" gelten.

"In unsere Untersuchung haben wir alle Firmen einbezogen, die ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben und deren Aktien tatsächlich gehandelt werden", erläutert Zentrumsgeschäftsführer Manfred Rauschen den Ansatz der Studie. Von den 18 befragten Unternehmen, davon elf börsennotierte und sieben außerbörslich gehandelte, sei der Großteil den Branchen Erneuerbare Energien (sechs Firmen), Nahrungsmittel und Recycling zuzuordnen (jeweils vier).

Im Auftrag des Öko-Zentrums NRW ermittelte der Dortmunder Branchendienst ECOreporter.de, dass die Umwelt-Aktiengesellschaften seit 1998 insgesamt 26 Kapitalerhöhungen durchführten. Dabei flossen ihnen rund 369 Mio. Euro zu.
Einen beträchtlichen Teil dieser Summe haben die Firmen offenbar in Humankapital, sprich: neue Arbeitsplätze, investiert: Waren bei den erfassten Aktiengesellschaften Ende 1997 noch 929 Mitarbeiter beschäftigt, stieg diese Zahl bis 2001 auf 1.735 und damit fast auf das Doppelte. Rückgänge im Bereich Recycling/Entsorgung wurden dabei durch Zuwächse bei den Erneuerbaren Energien, der Wasseraufbereitung und den Bio-Nahrungsmitteln mehr als wettgemacht.

Diese Zahlen beziehen sich lediglich auf die Stammsitze in NRW. Fast alle der befragten Firmen expandierten jedoch im Untersuchungszeitraum durch Firmenübernahmen oder den Aufbau weiterer Standorte in anderen Bundesländern. Daher ermittelte ECOreporter.de auch die bundesweiten Werte: Hier gab es mit 2.995 gegenüber 3.893 Arbeitsplätzen zwar ein geringeres, mit 30 Prozent aber immer noch beachtliches Plus.
"Eine direkte statistische Abhängigkeit von Kapitalerhöhungen mit ‚grünem" Geld und der Schaffung von Arbeitsplätzen lässt sich aus der Erhebung nicht ableiten", schränkt Rauschen ein. Dafür sei die Zahl der Firmen zu gering und der Untersuchungszeitraum zu kurz. "Dennoch legen die Ergebnisse einen solchen Zusammenhang zumindest nahe", meint der Geschäftsführer des Öko-Zentrums NRW.

Die Studie "Wie viel Arbeit schaffen Grün-Anlagen?" wurde gefördert von der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung und erschien anlässlich der Internationalen Anleger-Messe, die Anfang November in Düsseldorf stattfand.

Sie können sie für eine Porto- und Verpackungspauschale von 5 Euro direkt beim Ökozentrum NRW bestellen.

Adresse:
Ökozentrum NRW
Stichwort "Arbeitsmarktstudie"
Sachsenweg 8
59073 Hamm

Sie bekommen dann die Studie incl. Rechnung zugesandt.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x