19.04.10 Aktientipps , Erneuerbare Energie

Wie wird sich der weltweite Windmarkt weiter entwickeln und welche Aktien haben besonders großes Potential? - ECOreporter.de berichtet über Einschätzungen von Experten




Am 21. April will der Weltwindkraftverband Global Wind Energy Council (GWEC) seine Marktprognose für die kommenden fünf Jahre vorlegen. Vorab waren bereits Kerndaten zu erfahren. Demnach geht der Verband davon aus, dass die weltweit installierte Windkraftkapazität von 158,5 Gigawatt (GW) Ende 2009 bis 2014 auf 409 GW anwachsen wird. Konservativen Berechnungen zufolge sei mit einem jährlichen Zuwachs der globalen Windleistung um 21 Prozent zu rechnen. Die jährlich neu installierte Kapazität werde sich 2014 auf 60 GW belaufen. In 2009 waren hier 38,3 GW erreicht worden.

Der Verband geht davon aus, dass diese Prognose wahrscheinlich übertroffen wird. In den vergangenen Jahren habe die Wirklichkeit stets die Vorhersagen des GWEC überstiegen. Vor allem für Asien sei mit einem Windkraftboom zu rechnen, in erster Linie getragen vom anhaltend starken Wachstum in China.
Die Volksrepublik hatte dem GWEC zufolge im vergangnen Jahr mit 13,8 GW bereits ein Drittel der weltweit neu installierten Kapazität auf sich vereinigt und damit ihre gesamte Windkraftkapazität mehr als verdoppelt. Erstmals eroberte China mit seinem Anteil von 34,7 Prozent damit die Spitzenposition weltweit. Die Regierung drückt beim Ausbau der Windkraft weiter aufs Tempo. Die Gesamtleistung von knapp 26 GW Ende letzten Jahres will sie bis 2020 auf 150 GW steigern. Der Weltwindkraftverband geht davon aus, dass dieses Ziel schon früher erreicht wird.

Die chinesische Regierung forciert die Windkraftnutzung aus mehreren Gründen. So benötigt die boomende Wirtschaft enorme Menge Energie und muss dafür jede in Frage kommende Quelle angezapft werden. Zudem zwingen die schon jetzt erheblichen Umweltprobleme dabei einen starken Zugriff auf klimaschonend erzeugte Energie. Außerdem unterstützt Peking einheimische Grünstromunternehmen, damit in diesem Zukunftssektor auch Akteure aus China frühzeitig eine starke Position einnehmen können. Mit Sinovel und Goldwind zählen zwei chinesische Windturbinenbauer zu den größten weltweit (wir Opens external link in new windowberichteten über ein aktuelles Ranking der Hersteller von Windkraftanlagen).

Für Nordamerika prognostiziert die GWEC stabile Wachstumsraten von 20 GW Zubau pro Jahr. Bis 2014 werde die installierte Windkraftleistung in Kanada und den USA voraussichtlich auf 101,5 GW ansteigen, nach 38,5 GW Ende 2009. In den Vereinigten Staaten könne die erhöhte staatliche Förderung im Wesentlichen die anhaltenden Probleme bei der Finanzierung von Windkraftprojekten ausgleichen. Die ist durch die Finanzkrise stark erschwert worden.

Auch die Windkraft in Europa wird nach Einschätzung des GWEC nicht annähernd an das chinesische Wachstumstempo heranreichen. Bis 2014 sei mit einem Zubau um 60 auf 136,5 GW zu rechnen, gegen über knapp 149 GW, die dann in Asien neu installiert sein würden. Schon ab 2013 werde die Mehrheit der globalen Windkraftleistung in Asien errichtet sein und nicht länger in Europa, so der Verband.

Zu den Gewinnern dieser Entwicklung dürfte Windturbinenbauer zählen, die in Asien Produktionsstätten errichtet haben. Dazu zählen insbesondere die börsennotierten Vestas, Gamesa und Nordex. Die Analysten von Jefferies Research empfehlen die Aktien dieser Unternehmen zum Kauf. Die Aktie der dänischen Vestas Systems, dem weltweit größten Hersteller von Windkraftanlagen, notiert heute Mittag in Frankfurt bei 44,6 Euro. Jefferies Research nennt als Kursziel 49,6 Euro. Deren Experten setzen das Kursziel der Hamburger Nordex AG auf 12 Euro. In Frankfurt wird es aktuell mit 8,9 Euro gehandelt. Einen noch größeren Kurssprung prognostizieren die Analysten der Investmentbank für die spanische Gamesa, für deren Aktie sie 17 Euro als Kursziel ausgeben. In Frankfurt ist sie derzeit noch für 10,5 Euro zu haben.

Nach Einschätzung von Jefferies International sind auch die Anteilsscheine von ausgewählten Windkraftprojektierern aussichtsreich. So empfehlen die Experten die Aktie von Iberdrola Renovables, Grünstromtochter des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, mit Kursziel 4,0 Euro zum Kauf. In Frankfurt notiert das Papier bei 3,26 Euro. Ebenfalls eine börsennotierte Grünstromtochter eines Energiekonzern ist EDP Renovaveis aus Portugal. Wie die spanische Konkurrentin setzt die Tochter des Energiekonzerns Energias do Portugal SA (EDP) stark auf den US-Markt und hat dort Milliardeninvestitionen angekündigt. Jefferies International nennt als Kursziel für deren Anteilsschein 8,8 Euro ausgegeben. Er ist in Frankfurt aktuell 5,6 Euro wert.

EDP - Energias do Portugal: ISIN PTEDP0AM0009 / WKN 906980
EDP Renovaveis S. L.: ISIN ES0127797019 / WKN A0Q249
Gamesa Corp. Tecnologica S.A.: ISIN ES0143416115 / WKN A0B5Z8
Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKNA0D655
Vestas Wind Systems: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

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