In einen Solarpark wie diesen von der Conergy AG hat der Fonds RE 01 La Carrasca investiert. / Bildquelle: Unternehnmen

12.02.13 Anleihen / AIF

Wie wirkt sich die Pleite von Siliken S.A. auf den Solarfonds RE01 Solarpark La Carrasca aus? - ECOreporter.de befragt Karsten Reetz, reconcept GmbH

Der spanische Solarkonzern Siliken SA ist von der Pleitewelle der Solarbranche erfasst worden. Siliken ist ein Partner des Hamburger Emissionshauses reconcept GmbH. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war der erste geschlossene Spanien-Solarfonds von reconcept Solarpark La Carrasca. Siliken lieferte nicht nur die Technik für das investierte Solarkraftwerk, das seit 2011 in Murcia im Süden des Landes Strom produziert. Die Spanier sind auch für den Betrieb der Anlage der auf 25 Jahre angelegten Beteiligung verantwortlich. ECOreporter fragt nach: Was bedeutet der Insolvenzantrag des Solarkonzerns für den Fonds und seine Anleger? Und wie wirken sich die rückwirkenden Einschnitte bei der Grünstromvergütung in Spanien auf die Erträge aus?


Darüber wie Siliken S.A. bei dem Fonds eingebunden ist und über den Insolvenzantrag der Spanier haben wir Opens external link in new windowhier berichtet.

Bildnachweis: Karsten Reetz ist 45 Jahre alt und verheiratet. Der Bankkaufmann ist Geschäftsführer des Emissionshauses reconcept GmbH aus Hamburg.


ECOreporter.de: Wie viele Anleger haben wie viel Geld in den geschlossenen Spaniens Solarfonds RE 01 investiert und welche Konsequenzen hat die Siliken-Pleite auf den Fonds und dessen Investoren?

Karsten Reetz: Circa 50 Anleger haben rund 3,1 Millionen Euro in den Fonds investiert. Aktuell und vorerst hat dies keine negativen Konsequenzen, da der Solarpark fertiggebaut ist und seit über einem Jahr sehr gute Produktionsergebnisse aufweist.
ECOreporter.de: Siliken war bisher für die technische Führung verantwortlich Wer übernimmt dies aktuell und in Zukunft?

Reetz: Die Firma GES Global Energy Services Siemsa, S.A. Dieses weltweit agierende Unternehmen hatte bereits das komplette Jahr zuvor als Subunternehmer für Siliken die technische Betriebsführung der Anlage übernommen und kennt die Details der Anlage daher auf das Genaueste.

ECOreporter.de: Als problematisch könnte sich erweisen, dass Siliken S.A. Techniklieferant ist und damit im Schadensfall für Garantien und Gewährleistungen geradestehen müsste. Wie ist es um die Garantien und Gewährleistungen für die Technik des Solarparks bestellt?


Reetz: Inwiefern die Garantien von Siliken noch werthaltig sind, hängt laut Einschätzung des Insolvenzbeauftragten davon ab, wie viele Unternehmen zum gleichen Zeitpunkt Garantie und Gewährleistungsansprüche bei Siliken geltend machen würden. Wäre der RE01 Solarpark La Carrasca die einzige Gesellschaft mit Ansprüchen, so könnten diese aktuell wohl noch bedient werden. Zusätzlich muss man erwähnen, dass wir aber im Zuge der uns bekanntgewordenen Insolvenz das Ersatzteillager aus Vorsorgegründen stärker aufgebaut haben, als es normal üblich wäre.
ECOreporter.de: Droht möglicherweise die Rückabwicklung des gesamten Fonds?

Reetz: Nein, definitiv nicht. Dafür gibt es weder einen finanziellen noch technischen Grund. Der Solarpark ist zu 100 % komplett durchfinanziert und läuft technisch einwandfrei. Der Park produziert mit überplanmäßiger Effizienz. Die Anleger sind zufrieden.
ECOreporter.de: In Spanien ist seit Jahresbeginn 2013 eine Sondersteuer auf Grünstrom fällig, die auch für bestehende Anlagen gilt. Inwiefern hat diese Steuer sich auf die Rentabilität des Fonds ausgewirkt?

Reetz: Wichtig ist erstens, dass der Fonds trotz dieser Sondersteuer weiterhin seinen Bank-Kapitaldienst leisten kann und ebenfalls zukünftig Ausschüttungen an die Kunden vornehmen können wird. Zweitens ist natürlich klar, dass diese Sondersteuer auch eine negative Auswirkung hat. Das heißt die Rendite wird um circa ein Prozent sinken. Die Solvenz des Fonds wird sie aber nicht gefährden.

ECOreporter.de: Siliken S.A. und das Emissionshaus reconcept verbindet ein Kooperationspartnerschaft. Ursprüngliches Ziel war die Entwicklung neuer Solarstrombeteiligungen in Spanien. Was ist aus dieser Zusammenarbeit geworden? Wird sie mit der Insolvenz aufgelöst oder in anderer Form fortgeführt?

Reetz: Aufgrund der geänderten wirtschaftlichen Rahmendaten, welche wir seit geraumer Zeit als Investor in Spanien vorfinden, war eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in Spanien mit Siliken nicht mehr möglich. Andere Länder, in denen Siliken als Hardwareproduzent noch aktiv war, wie Mexiko und Rumänien, hielten wir wiederum für weniger attraktiv für Investitionen. Somit ergab sich über den gemeinsamen, spanischen Solarpark La Carrasca hinaus keine weitere Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Siliken und der reconcept-Gruppe.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch Herr Reetz!
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