Conergy ist weltweit aktiv. Im Bild: ein Conergy-Solarpark in Thailand

04.03.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wiedergänger - Conergy erwägt Rückkehr an die Börse

Der Hamburger Solarhersteller Conergy, einst ein strahlendes deutsches Solaraktienunternehmen, dann aber zerschlagen und vom US-Investor Kawa übernommen, hat einen ambitionierten neuen Chef. Dieser erklärte jetzt gegenüber Medienvertretern, Conergy werde schon bald aufs Börsenparkett zurückkehren.

De Pass gehört bei Kawa Capital, zu den führenden Köpfen. Er lenkte die Geschicke von Conergy in der Sanierungsphase und ist seit Anfang des laufenden Monats offiziell verantwortlicher CEO (Chief Executive Officer).  Das neue Führungsteam besteht neben ihm aus Alexander Gorski als Operationsvorstand (COO), Marc Lohoff als Vertriebsvorstand (CSO) und Dr. Christina Welsch als Finanzvorstand (CFO). Als neuer Chef des einstigen deutschen Börsenstars Conergy machte De Pass zum Einstand deutlich, dass er das Unternehmen mittelfristig wieder im Konzert der großen Photovoltaikkonzerne sieht. Gegenüber der Financial Times erklärte der neue Chef, Conergy werde „in den nächsten ein bis zwei Jahren" wieder an der Börse notiert sein.
„Conergy wieder profitabel“

De Pass zieht seinen Optimismus dafür, dass Conergy schon bald wieder mit den Schwergewichten der internationalen Solarbranche konkurrieren wird, aus der Restrukturierung seit Ende 2013. „Seit der Übernahme durch Kawa Capital im Jahr 2013 haben wir Conergy von der Verlustzone hin zur Profitabilität gewandelt“, sagte Andrew de Pass dem Handelsblatt. Wie hoch der Gewinn von Conergy derzeit ist, machte De Pass nicht öffentlich. Allerdings sprach er laut Handelsblatt davon, dass Conergy den Umsatz 2015 wohl „um 50 Prozent auf 700 Millionen  Euro“ steigern könnte.

Conergy soll Konkurrent von Konzernen der Marke SunEdison werden

Daraus zieht De Pass Selbstbewusstsein für das gesamte Unternehmen: „Der Markt will eine Alternative zu SunEdison, wir sind diese Alternative“, wird der neue Conergy-Chef von der Financial Times zitiert. Dazu muss man wissen, dass der US-Solarkonzern SunEdison aus St. Peters in Missouri speziell in den vergangenen zwei Jahren große Erfolge als internationaler Solarprojektierer gemacht hat und jüngst durch die milliardenschwere Übernahme von First-Wind zu einem echten Riesen der Erneuerbare-Energiebranche aufgestiegen ist (mehr dazu lesen Sie  hier).

Der Weg zurück an die Spitze führt für De Pass den Berichten zufolge die Intensivierung der Geschäfte in Lateinamerika, der Türkei und den Wachstumsmärkten in Afrika. Auch Übernahmen anderer Solarunternehmen sind demnach Teil der Strategie von Conergy.
Conergy selbst gehörte zu den Pionieren und Börsenflaggschiffen der deutschen Solarbranche. Zeitweise war die Conergy AG der größte europäische Solarkonzern. Doch die 2010 einsetzende schwere Krise der Photovoltaikbranche zwang 2013 schließlich auch Conergy in die Knie. Kawa Capital übernahm lediglich die Conergy-Zentrale in Hamburg sowie den Vertrieb mit dem Projektgeschäft und den Betrieb von Solarkraftwerken. Die einstmals wichtigen deutschen Produktionsstandorte Conergy SolarModule GmbH & Co. und Mounting Systems GmbH in Brandenburg sind bei der von De Pass angedachten Rückkehr an die Börse nicht mit an Bord. Beide wurden im Rahmen der Insolvenz anderweitig verkauft. Astrinogy, eine Tochter der chinesischen Chint Group, hatte die Modulherstellung in Frankfurt an der Oder übernommen.
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