Eine Windkraftanlage aus der Produktion von Xinjiang Goldwind: Wie sind die Aussichten der chinesischen Wind-Aktie? / Foto: Unternehmen

28.08.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wind-Aktie Goldwind: Schwaches Halbjahr – dennoch Potential?

Der Windrad-Hersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology, kurz Goldwind, hat deutlich weniger Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2017 gemacht. Das Ergebnis je Aktie sank um über 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie vorläufige Zahlen von Goldwind zeigen. Aber es gibt auch Positives zu berichten. Wie wirkt sich das auf die chinesische Wind-Aktie aus? Sollten Anleger einsteigen?


Überraschend kam der Einbruch bei den Geschäftszahlen im ersten Halbjahr nicht.  Bereits Mitte Juli hatte das chinesische Unternehmen seine Gewinnprognose für den Zeitraum Januar bis Juni nach unten korrigiert.  Als Grund nannte das Management "Differenzen hinsichtlich der Vertragsbedingungen" zwischen ihm und dem Geschäftspartner Apple. Apple hatte Ende 2016 in vier Goldwind-Töchter investiert, die Windparks betreiben. Der IT-Konzern will seine eigenen Standorte in China zunehmend mit Ökostrom versorgen. Im dritten Quartal 2017 sollen die Deals mit Apple aber abgeschlossen sein, teilte Goldwind mit.

Schwierige Geschäfte in China, Plus beim Projektgeschäft

Die jetzt veröffentlichten vorläufigen Zahlen zeigen gegenüber 2016 einen Umsatzrückgang von rund 9,8 Prozent auf 9,77 Milliarden chinesischen Renminbi (RMB, umgerechnet 1,23 Milliarden Euro). Einen großen Teil des Umsatzes macht Goldwind derzeit noch mit Windkraftanlagen im Heimatmarkt China. Allerdings gingen die Erlöse hier deutlich zurück im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (minus 14 Prozent). Ein Plus verzeichnete der Windkonzern aber im Servicegeschäft (plus 59 Prozent) und im Bereich "Windpark Investment und Entwicklung", also dem margenstarken Projektgeschäft. In diesem Bereich konnte Goldwind den Umsatz um 46 Prozent steigern.

Der Gewinn vor Steuern von Goldwind sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016, um rund 22 Prozent auf 1,70 Milliarden RMB bzw. 168,60 Millionen Euro. Entsprechend fiel das Ergebnis je Aktie von 0,41 RMB auf 0,31 RMB (0,05 Euro bzw. 0,03 Euro). Eine Dividende wird nicht ausgezahlt.

Goldwind gab auch eine Prognose für den Nettogewinn nach neun Monaten ab: Dieser soll für die Anteilseigner zwischen 2,14 und 3,21 Milliarden RMB liegen (270,0 bis 405,2 Millionen Euro). Im Vergleichszeitraum waren es 2,14 Milliarden RMB. Das Ergebnis kann sich also deutlich erhöhen oder auf dem Vorjahresniveau stagnieren.

Gut gefülltes Auftragsbuch

Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen etwa ein Fünftel weniger Windkraftanlagen verkauft als in 2016. Ende Juni verbuchte Goldwind Aufträge für On- und Offshore-Windparks mit einem Gesamtvolumen von 15,06 Gigawatt. Für Aufträge mit einem Volumen von 9,09 Gigawatt gebe es "fest abgeschlossene Vereinbarungen", hieß es.

Wind-Aktie erhielt Auftrieb

An der Börse Stuttgart legte die Wind-Aktie von Goldwind um fast 4 Prozent gegenüber dem letzten Handelstag zu. Sie kostet aktuell 0,95 Euro, auf Jahressicht ein Minus von fast 11 Prozent (Stand: 28. August, 9:52 Uhr).

Fazit: Halten, aber derzeit nicht nachkaufen

Wie wir im Aktientipp von Mitte Juli erläutert haben, bleibt in China der Ausbau der Netze immer stärker hinter der wachsenden Windkraftkapazität zurück.  Das hemmt Investitionen in neue Windparks. Hinzu kommt, dass die chinesische Zentralregierung die Windstrom-Tarife absenkt. Sie will damit den Zubau in geordnete Bahnen lenken und die Branche zu weiteren Kostensenkungen zwingen. Dies erschwert die Geschäfte für die Windbranche.

Zwar sieht Goldwind in China noch Potential für Windenergie im Offshore-Bereich. Allerdings reicht ein jährlicher Ausbau von künftig nur noch 20 GW, um das Ziel der Zentralregierung für 2020 zu erreichen. Sie will die Windkraftleistung der Volksrepublik bis dahin auf 250 GW steigern. Im Service- und Projektgeschäft muss Goldwind noch wachsen, um Ausfälle aus dem Verkauf von Windrädern zu kompensieren. Die Gewinnprognose für Ende September 2017 lässt sehr viel Spielraum.

Im Aktientipp vom 19. Juli hatten wir langfristig orientierten Anlegern geraten, die Goldwind-Aktie zu halten.  Bei dieser Empfehlung bleibt es.

Xinjiang Goldwind Science & Technology Co: ISIN CNE100000PP1 / WKN A1C0QD
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