Ein Windrad aus der Produktion von Vestas Wind Systems - das dänische Unternehmen hat in Asien gepunktet. Ist die Aktie eine Empfehlung? / Foto: Unternehmen

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Wind-Aktie Vestas: Mehrere Rekorde - neue Aufträge

Letzte Woche hatte ECOreporter.de die Vestas-Aktie für sehr langfristig denkende, risikobereite Anleger empfohlen. Nun hat der dänische Weltmarktführer bei Windenergieanlagen in den Tagen seit der Empfehlung gleich dreimal mit guten Nachrichten überraschen können. Zum einen mit einer Rekordmeldung: Vestas hat einen neuen Auftrag über die Lieferung von Windenergieanlagen erhalten.

Das alleine ist nichts Besonderes. Bemerkenswert ist aber, dass die Windkraftanlagen die höchsten Türme in Asien haben werden. Die Nabe der Windflügel soll bei 162 Metern liegen. Das ist fünf Meter höher als der Kölner Dom. 13 Anlagen mit insgesamt 45 Megawatt (MW) Leistungskapazität soll Vestas liefern.

Abnehmerin ist Winchai. Co.; die Windfarm heißt Rom Klao und liegt in Thailand. Dort herrschen meist Niedrigwind-Verhältnisse – daher das Erfordernis für hohe Türme. Thailand will bis zum Jahr 2036 40 Prozent der Energie aus Erneuerbaren Quellen gewinnen. Zum Vestas-Auftrag in Rom Klao gehören die Überwachung der Anlagen für zehn Jahre und ein ebenso lange laufender Servicevertrag.

Insgesamt hat Vestas mit seinen Anlagen bis heute 87 Gigawatt (GW) Windenergieleistung in 76 Ländern installiert – mehr als jedes andere Unternehmen.

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Ein Unternehmen, das die Hälfte aller deutschen Kraftwerke wartet und den Service dafür leistet – wie wäre das zu beurteilen?

Und eine weitere Meldung in der letzten Woche zeigte, wie schnell Vestas unterwegs ist: Das Unternehmen hat einen Auftrag von Iberdrola erhalten. Die spanische Iberdrola S.A. mit Sitz in Bilbao (Nordspanien) zählt zu den größten Energieversorgern innerhalb Europas. Die Kerngeschäfte sind Elektrizität und Erdgas. Der Auftrag beinhaltet, Windkraftanlagen zu warten, die Iberdrola in Spanien und Portugal gehören. Diese Anlagen haben insgesamt 2,2 GW Leistungskapazität.

Der Auftrag ist ein weiteres Puzzlestückchen, das erst ein beeindruckendes Gesamtbild ergibt, wenn man sich vor Augen führt, was Vestas hier bisher erreicht hat – vor den Augen der Öffentlichkeit, aber dennoch wenig beachtet: Ein  wachsender Teil der weltweit 22.700 Vestas-Beschäftigten ist mittlerweile in der Überwachung und im Service von Windkraftanlagen tätig. Denn hier hat Vestas Anlagen mit 76 GW unter Vertrag. Eine zweistellige Zahl, recht unscheinbar?

Beeindruckend wird sie erst, wenn man sich vor Augen führt, dass das rechnerisch der Hälfte der Kraftwerkskapazität entspricht, die es in ganz Deutschland gibt. Stellen Sie sich vor, ein einziges Unternehmen in Deutschland hätte die Hälfte aller Serviceaufträge für alle Kohlekraftwerke, alle Braunkohlekraftwerke, alle Atomkraftwerke, Windkraftwerke, Solarkraftwerke usw.: Dann haben Sie einen Eindruck davon, welches Volumen das Vestas-Windkraftanlagen-Servicegeschäft weltweit hat.

Natürlich: Das Servicegeschäft ist weit weniger spektakulär als das Neuanlagen-Geschäft. Aber es verläuft kontinuierlich, ist unabhängig von politischen Wechselstimmungen und Konjunkturen.

Alleine der Wert des Iberdrola-Auftrags wird auf 55 Millionen Euro geschätzt.

Die Dänen sind in Deutschland vorne

Noch nie sind in Deutschland in einem Jahr mehr Windanlagen errichtet worden als 2017. Im letzten Jahr wurden 1.792 Anlagen Windräder mit einer Gesamtleistung von 5.334 MW neu aufgestellt, heißt es in einer Kurz-Studie der Deutschen WindGuard GmbH im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie und des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Nach Abzug von Repowering-Anlagen (315) und dem Rückbau von 387 Anlagen liegt demnach der Nettozubau im Jahr 2017 bei 4.866 MW, so die Studie. Insgesamt steigt der Anlagenbestand in Deutschland auf 28.675; die Gesamtleistung liegt nun bei 50.777 MW. Das sind 11 Prozent mehr als 2016. Und das größte Stück von diesem Kuchen hat sich wer abgeschnitten? Richtig: Vestas. 23,78 Prozent, fast ein Viertel des Kuchens.

Zusammen mit den Offshore-Anlagen wurden von den installierten Anlagen in Deutschland  102,6 Terrawattstunden Strom erzeugt – 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Und wer wird nach den Expertenerwartungen 2018 die Nase am weitesten im Wind haben? Die nicht börsennotierte Enercon und natürlich Vestas.

Am Montagmorgen (5.2., 9:07 Uhr) notierte die Vestas-Aktie bei 52,8 Euro. ECOreporter bleibt bei der Einschätzung, dass der Trend und die Branche für Windenergie sprechen, insbesondere für Vestas. Denn Wartungsverträge bilden schon jetzt einen wesentlichen Umsatzanteil bei Vestas. Und jede neue Windkraftanlage, die mit einem langfristigen Wartungsvertrag verkauft wird, sichert weitere Einnahmen für viele Jahre.

Vestas genießt zudem einen hervorragenden Ruf und ist erfahren. Das alles sind genug Argumente, um einige Vestas-Aktien in das eigene Depot zu legen und langfristig zu halten. Allerdings können unvorhersehbare politische Entscheidungen immer wieder für Kursrückgänge sorgen. Die Aktie ist also nichts für Anleger, die auf Sicherheit setzen.

Vestas Wind Systems: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

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