Die ABO Invest AG übernahm bislang viele Windparks von der ABO Wind AG. Von dieser engen Geschäftsbeziehung dürfte sie weiter profitieren: Im Bild der Transport eines Windradflügels für ein Projekt von ABO Wind. / Foto: Unternehmen

15.03.16 Aktientipps

Windaktie ABO Invest AG auf der Überholspur?

Seit Jahren gewinnt die Windaktie der ABO Invest AG beständig an Wert. Mit 1,48 Euro notiert sie heute früh an der Düsseldorfer Börse um 6,9 Prozent über dem Vorjahreskurs. Auf Sicht von drei Jahren hat sie rund 23 Prozent zugelegt. Ein Analyst sagt einen Kursanstieg auf 2,0 Euro voraus und lobt das Geschäftsmodell des Unternehmens aus Wiesbaden.

Die ABO Invest AG erwirbt und betreibt Ökostromanlagen in Deutschland, Finnland, Frankreich und Irland. Diese übernimmt sie überwiegend von der ABO Wind AG, die das Unternehmen 2010 gegründet hat und 24 Prozent der Aktien hält (mehr über die ABO Wind AG erfahren Sie in diesem  Kurzportrait (Link entfernt)). Die anderen Aktien befinden sich im Streubesitz. Die Grünstromanlagen der ABO Invest AG erreichen zusammen eine Nennleistung von 132,2 Megawatt (MW). Hierbei handelt es sich um eine deutsche Biogasanlage und 62 Windräder.
 
Lucas Boventer ist Analyst von Warburg Research und bewertet es als positiv, dass die ABO Invest AG die Projektrisiken breit streut. Sie sei in „Märkten mit unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen“ aktiv. Zudem zeichne sie sich bei der Auswahl der Projekte durch „strenge Investitionskriterien“ aus. Dass die Unternehmensführung diese einhält, überwache nicht nur der Aufsichtsrat, sondern auch ein dreiköpfiger Anlegerbeirat. Boventer weist darauf hin, dass das Unternehmen seine Grünstromproduktion im vergangenen Jahr deutlich gesteigert hat. Diese lag mit insgesamt 318 Millionen Kilowattstunden um 58 Prozent über dem Wert für 2014 und übertraf damit die Jahresprognose um rund ein Prozent.

Der Projektbestand der ABO Invest AG soll weiter steigen

Nach Einschätzung von Boventer bietet die Aktie der ABO Invest AG eine „Möglichkeit, sich an renditestarken, risikoarmen Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zu beteiligen“. Er empfiehlt den Kauf der Aktie und erwartet für die kommenden zwölf Monate einen starken Wertzuwachs des Anteilsscheines, der im Freiverkehr der Börse Düsseldorf gehandelt wird. Als Kursziel nennt der Analyst von Warburg Research 2,0 Euro. Boventer begründet seine Zuversicht zum einen damit, dass die ABO Invest AG weitere Anlagen übernehmen und damit ihre Grünstromproduktion ausbauen will. Ein Vorteil sei hierbei die große Projektpipeline der Großaktionärin ABO Wind AG.

Die ABO Invest AG hat angekündigt, im April 2016 den niedersächsischen Windpark Wennerstorf mit 5,2 MW Leistungskapazität zu übernehmen. Anlegerbeirat und Aufsichtsrat haben dem Kauf nach ihren Angaben bereits zugestimmt. Das Unternehmen geht davon aus, diesen 2003 gestarteten Windpark noch acht Jahre betreiben zu können und dabei bis zu acht Prozent Rendite erzielen zu können. Das erklärte es auf Nachfrage von ECOreporter.de. Noch ist offen, ob die ABO Invest AG einen weiteren Windpark in Finnland einkaufen wird. Wie sie mitteilte ist weiterhin offen, ob der genehmigte und baureife Windpark Anspruch auf eine feste Einspeisevergütung hat. Dafür ist in Finnland ein Kontingent von zusammen 2.500 MW vorgesehen. Laut ABO Invest könnte das ausgewählte Projekt noch in dieses Kontingent nachrücken. Für diesen Fall sei ein Kauf weiterhin geplant.

Mehr Gewinn durch sinkende Zinskosten

Laut Lucas Boventer von Warburg Research spricht außerdem für die Windaktie, dass die ABO Invest AG ihre Zinskosten deutlich verringert hat. So habe sie für einen laufenden Kredit zur Finanzierung des irischen Windparks Glenough eine Zinsreduktion von 6,1 auf 3,6 Prozent erreicht. Das bedeute eine Ersparnis von rund zwei Millionen Euro. Zudem habe die ABO Invest AG von Investoren Genussscheine im Umfang von 7,8 Millionen Euro zurückgekauft. Das verringere ihre jährlichen Zinsverpflichtungen um eine halbe Million Euro. Die Genussscheine hatte das Unternehmen zur Finanzierung mehrerer Windparks ausgegeben. Die deutlich verringerte Zinslast ermöglicht mehr Gewinn pro Jahr.

Boventer rechnet damit, dass die ABO Invest AG in 2015 den Umsatz um 59 Prozent auf 29,3 Millionen Euro gesteigert hat und das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 56 Prozent auf 5,7 Millionen Euro. Die Marge werde voraussichtlich 19,4 Prozent betragen. Das Unternehmen will die Jahresbilanz 2015 Ende Mai veröffentlichen. Für die kommenden Jahre sagte der Experte von Warburg Research weiteres Wachstum der ABO Invest AG voraus. Hier seine Schätzungen:

2016
Umsatz: 36,1 Millionen Euro
EBIT: 8,1 Millionen Euro
EBIT-Marge: 22,4 Prozent


2017
Umsatz: 41,8 Millionen Euro
EBIT: 9,5 Millionen Euro
EBIT-Marge: 22,4 Prozent


2018
Umsatz: 43,1 Millionen Euro
EBIT: 10,0 Millionen Euro
EBIT-Marge: 23,3 Prozent


ECOreporter.de hatte die Windaktie der ABO Invest AG zuletzt im März 2015 in einem ECOanlagecheck umfassend analysiert.  Hier  gelangen Sie zu dem Beitrag mit einer Kaufempfehlung für die Aktie. Der Kurs der ABO Invest-Aktie ist seit Beginn der Notierung im Mai 2011 zu 1,05 Euro ohne große Schwankungen kontinuierlich gestiegen. Der Kursanstieg betrug durchschnittlich rund sieben Prozent pro Jahr.

ABO Invest AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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