23.01.13

Windkraftsparte von Siemens steigert Umsatz und Gewinn - Konzern wegen Brasilienprojekt in der Kritik

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat die Windsparte der Siemens AG einen Umsatzsprung erzielt. Wie der Technologiekonzern über das Ende Dezember abgeschlossene Quartal mitteilt, lag der Umsatz der Division Wind Power 27 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis des Sektors habe sich auch aufgrund geringerer Belastungen aus Offshore-Projekten von 507 auf 567 Millionen Euro verbessert, die Marge von 8,3 auf 9,0 Prozent. Allerdings sei der Auftragseingang der Division Wind Power im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig.

Im Gesamtkonzern stieg der Quartalsumsatz um zwei Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn sank von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,2 Milliarden Euro.

Auf der heutigen Hauptversammlung der Siemens AG in München hat ein Bündnis von Menschenrechts- und Umweltorganisationen gegen das Engagement des Konzerns beim Staudammprojekt Belo Monte in Brasilien demonstriert. Über sein Joint Venture Voith Hydro rüstet Siemens das Projekt mit Turbinen, Generatoren und Transformatoren aus.

Das Staudamm-Projekt verstößt den Kritikern zufolge gegen UN-Leitprinzipien und Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Darüber hinaus würden die Empfehlungen der Weltstaudammkommission außer Acht gelassen. „Siemens missachtet selbst die eigenen Corporate-Governance-Richtlinien. Im Zusammenhang mit dem Staudamm-Projekt kann weder von einer verantwortungsbewussten, wertebasierten Führung noch von einem angemessenen Umgang mit Risiken die Rede sein“, sagte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

„Belo Monte ist der Todesstoß ins Herz der indigenen Völker am Xingu. Auch wenn europäische Firmen mit diesem Wahnsinnsprojekt astronomische Gewinne machen, ist dadurch Belo Monte noch lange nicht ethisch vertretbar. Jede Firma, die sich an Belo Monte beteiligt, zeichnet mitverantwortlich für diese Menschenrechts- und Umweltkatastrophe“, empört sich Erwin Kräutler, katholischer Bischof am Xingu, dessen Beitrag von einer Vertreterin des Bündnisses vorgestellt wurde.

„Der Versuch des Siemens Konzerns, sich als Vorreiter im Bereich sauberer Energie zu profilieren, wirkt durch die Beteiligung an Belo Monte grotesk“, kommentiert Martin Glöckle von Pro REGENWALD. Durch die Flutung der Staubecken würden 400 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, dabei einzigartige Schutzgebiete zerstört und gleichzeitig klimaschädliche Treibhausgase in großem Ausmaß freigesetzt. Das Amazonasgebiet sei eines der sensibelsten Ökosysteme der Erde und wirke stabilisierend auf das globale Klima. „Eine Zerstörung ist nicht umkehrbar und zeigt die Missachtung der Rechte künftiger Generationen durch den Siemens-Vorstand“, so Glöckle.
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