Einblick in die Produktion von Nordex. Der Windturbinenbauer hat seine Produktionskosten sehr stark verringert. / Quelle: Unternehmen

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Windradhersteller Nordex meldet Gewinnsprung - Kaufempfehlung für die Aktie

Der Hamburger Windradhersteller Nordex hat eine spektakuläre Zwischenbilanz für das erste Halbjahr veröffentlicht. Demnach verbesserte das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23,4 Prozent auf 815,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sprang sogar um 147 Prozent auf 37,1 Millionen Euro. Das entspricht einer Verbesserung der EBIT-Marge von 2,2 auf 4,5 Prozent. Den überproportionalen Gewinnsprung erklärt Nordex vor allem mit Skalenerträgen, also mit einer verbesserten Profitabilität durch eine höhere Produktion. So wurde die Zahl der produzierten Rotorblätter mehr als verdoppelt. Je mehr der Konzern produziert, desto geringer sind die Kosten je Stück, etwa weil mit größeren Bestellmengen benötigte Rohstoffe günstiger eingekauft werden können. Zudem reduzierte der Windradhersteller seine Strukturkosten weiter. Der Nettogewinn der Hamburger stieg von 1,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres auf satte 16,5 Millionen Euro.

Das Unternehmen verdankt sein Umsatzwachstum vor allem der stark verbesserten Nachfrage aus den neuen Märkten in Lateinamerika und in Asien. Insbesondere in Amerika stieg der Umsatz im hohen dreistelligen Prozentbereich. In den etablierten Windmärten Europas hat sich die Nachfrage für Windräder von Nordex stabil entwickelt. Insgesamt stieg das Volumen der von Nordex von Januar bis Juni neu errichteten Windkraftleistung um rund 19 Prozent auf 667,3 Megawatt (MW).

Der Auftragseingang des Windkraftanlagenherstellers ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 von 839,4 Millionen auf 908,9 Millionen Euro gewachsen. Dazu trug eine starke Nachfrage sowohl aus Übersee als auch aus Europa bei. Damit erhöhte sich der fest finanzierte Auftragsbestand auf 1,4 Milliarden Euro.
Auch finanziell ist Nordex jetzt besser aufgestellt. Zum Stichtag 30.6.2014 erhöhte sich die Eigenkapitalquote leicht auf 31,2 Prozent. Die Summe der flüssigen Mittel und kurzfristig verfügbaren Festgelder stieg um knapp 16 Prozent auf 385,9 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Nettoliquidität im Konzern auf EUR 213,7 Millionen Euro nach 140,3 Millionen Euro zum Jahresende 2013.

Der Vorstand von Nordex bekräftigte heute seine Prognose für das Geschäftsjahr 2014, die er im Mai angehoben hatte. Demnach geht er von einem Umsatzvolumen zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Euro aus. Die EBIT-Marge soll 4,0 bis 5,0 Prozent erreichen und der Auftragseingang auf bis zu 1,7 Milliarden Euro steigen.

ECOreporter.de hatte Anfang Februar in einem  Aktientippzum Kauf der Nordex-Aktie geraten. Damals wurde der Anteilsschein erst mit 9,5 Euro gehandelt. Heute wurde die Aktie um 10:20 Uhr im Xetra mit 14,4 Euro gehandelt. Damit notiert sie rund 2,6 Prozent unter dem Kurs des Vortages, aber auf Jahressicht rund 97 Prozent im Plus. Offenbar haben heute ineige Aktionäre Kursgewinne zu Geld gemacht. Wir sehen eine günstige Gelegenheit zum Einstieg und erwarten, dass das Wertpapier in den kommenden zwölf Monaten die Marke von 16 Euro erreicht. Dem Unternehmen ist es zuletzt immer wieder gelungen, Aufträge aus neu aufstrebenden Windmärkten zu ergattern. Vieles spricht dafür, dass ihm das auch in der zweiten Jahreshälfte gelingt. Insbesondere in Lateinamerika sind die Aussichten dafür gut, weil hier viele Regierungen verstärkt auf Erneuerbare Energien setzen. Meldungen über Vertriebserfolge dürften dem Aktienkurs von Nordex Auftrieb geben.

Nordex SE: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655
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