09.06.10 Anleihen / AIF , Finanzdienstleister

„Wir raten in der Krise zu Investitionen in Sachwerte.“ – Interview mit Christof Lützel, Pressesprecher und Prokurist der GLS Bank, zur Messe Grünes Geld



ECOreporter.de:  Was ist Kerngeschäft der GLS Gemeinschaftsbank e.G. und wo liegt die Kernkompetenz des Hauses im Vergleich zu anderen Nachhaltigkeitsbanken?

Christof Lützel:
Die GLS Bank ist die erste sozial-ökologische Universalbank weltweit. Wir verfügen über eine 36-jährige Erfahrung und bieten eine breite nachhaltige Angebotspalette von Girokonten über Sparangebote und Finanzierungen bis hin zum Vermögensmanagement. Das Geschäftsmodell der GLS Bank konzentriert sich auf die Finanzierung der Realwirtschaft. Dabei arbeiten wir beispiellos transparent: Wir veröffentlichen nicht nur unsere vergebenen Kredite, sondern auch die Eigenanlagen der Bank.


ECOreporter.de: Wie hat sich Ihre Bank seit der Gründung entwickelt?

Lützel:
Die GLS Bank wurde 1974 als Genossenschaftsbank gegründet und beschäftigte sich in den ersten Jahren hauptsächlich mit der Finanzierung von sozialen Projekten. Dazu entwickelte sie spezielle Finanzierungsmodelle. In den 1980er Jahren finanzierte sie als eine der ersten Regenerative Energien und legte 1990 als erste Bank überhaupt einen Windkraftfonds auf. In den letzten Jahren entwickelte sie sich sehr dynamisch mit Wachstumsraten um 20 Prozent. In 2009 legte die Bank sogar über 33 Prozent zu und verzeichnete eine Bilanzsumme von 1,35 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach verantwortungsvollen GLS Bank Angeboten ist auch in diesem Jahr ungebrochen hoch – allein in diesem Jahr sind wir bereits mit 24 Prozent gewachsen, die Bilanzsumme ist auf über 1,65 Milliarden Euro angestiegen.


ECOreporter.de:  Was erhoffen  Sie sich von der Messe Grünes Geld2010  in München?

Lützel:
Wie auf der Messe Grünes Geld in Düsseldorf und Freiburg im Herbst 2009 freuen wir uns auch in München auf viele interessante Gespräche mit Kundinnen, Kunden und Interessierten sowie überhaupt auf ein spannendes Umfeld.


ECOreporter.de:  Was wollen Sie auf der Messe Grünes Geld in München präsentieren?


Lützel:
Wir werden mit einem Informationsstand vertreten sein sowie am Samstag um 14.30 Uhr einen Vortrag über das Geschäftsmodell der GLS Bank unsere nachhaltigen Anlagemöglichkeiten halten .


ECOreporter.de: Auf welche zukünftigen Marktherausforderungen haben Sie sich wie eingestellt?


Lützel: Wir konzentrieren uns weiter auf unser Kerngeschäft. Spekulative Geschäfte schließt unser Geschäftsmodell strikt aus. Daher haben wir aus der Finanzmarktkrise keinerlei Verluste zu verzeichnen – im Gegenteil.


ECOreporter.de: Wie sind die Kundenreaktionen auf die Schuldenkrise? Was raten sie Menschen, die sich vor der Inflation und dem Zusammenbruch des Euro fürchten?

Lützel:
Wir raten unseren Kunden eine Streuung ihres Vermögens auf mehrere Anlageformen sowie in Teilen Investitionen in Sachwerte, zum Beispiel in Grund und Boden. Derzeit haben wir hierzu den BioBodenfonds im Angebot, der in land- und forstwirtschaftliche Flächen investiert, um sie dauerhaft für den ökologischen Landbau zu sichern. Verpachtet werden die Grundstücke ausschließlich an Bio-Betriebe.


ECOreporter.de: Was erwarten Sie für die Zukunft?


Lützel: Wir erwarten eine weiterhin starke Nachfrage und ein entsprechendes Wachstum der Bank. Unser Bankangebot werden wir auch in den kommenden Jahren stetig weiterentwickeln. So wie es aussieht werden wir in den nächsten zwölf Monaten die Schwelle „über 100.000 Kunden“ überschreiten sowie die 2-Milliarden-Euro-Marke Bilanzvolumen brechen.


ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!
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