15.06.09 Finanzdienstleister

„Wir streben einen partnerschaftlichen Zusammenschluss an.“ – ECOreporter.de-Interview mit Susanne Hammans, KD Bank, Dortmund

Offizielle Gespräche über eine Verschmelzung führen derzeit die KD-Bank aus Dortmund und die LKG Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen eG. ECOreporter.de sprach mit Susanne Hammans, Pressereferentin der KD Bank über die Beziehungen zwischen den beiden Geldhäusern und die gemeinsamen Ziele. 


ECOreporter.de: Seit wann gibt es Kooperationen der beiden Banken, können Sie dafür ein zwei konkrete Beispiel geben?
Susanne Hammans: Die enge Beziehung der beiden Banken besteht seit dem Fall der Mauer, als die DGM-Münster, eines der Vorgängerinstitute der KD-Bank, die LKG Sachsen beim Aufbau der Infrastruktur zur Seite stand. In den vergangenen Jahren haben die Banken verschiedene Projekte, vor allem in den Betriebs- und Steuerungsbereichen sowie im Kreditgeschäft, gemeinsam erfolgreich durchgeführt. In den kommenden Monaten sollen Verschmelzungsgespräche folgen.


ECOreporter.de: Inwiefern handelt es sich angesichts der ungleichen Größe der beiden Finanzinstitute eher um eine angestrebte Übernahme als um einen angestrebten Zusammenschluss?
Hammans: Wir streben einen partnerschaftlichen Zusammenschluss an. Anders als bei Aktiengesellschaften, wo eine Mehrheit des Kapitals erforderlich ist, benötigen wir für einen Zusammenschluss die Mehrheit der Stimmen aller Mitglieder, die sehr darauf achten, dass die gute Tradition der Häuser fortgeführt werden soll.


ECOreporter.de: Gibt es zwingende ökonomische Gründe dafür, sich zusammenzuschließen; etwa einen Konsolidierungsdruck oder anderen Druck auf die Kirchenbanken, der zu einer Verringerung von deren Anzahl und einer Zunahme der Größe einzelner Banken führt?
Hammans: Natürlich erhoffen wir uns von der Verschmelzung ökonomische Vorteile, allein der Aufwand, den wir betreiben müssen, um die Anforderungen der Bankenaufsicht zu erfüllen und die technische Infrastruktur zu betreiben, ist für Institute in unserer Größenordnung beachtlich. Aktuell verfügen beide Banken über eine Cost-Income-Ratio von unter 0,50, d.h. wir setzen weniger als 50 Cent ein, um einen Euro zu verdienen. Dies ist heute schon ein hervorragender Wert im Vergleich zum Bankendurchschnitt. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir diese günstigen Voraussetzungen langfristig erhalten können, um für unsere anspruchsvollen Kunden und Mitgliedern ein Partner auf Augenhöhe zu sein.


ECOreporter.de: Vollzieht sich da eine Entwicklung ähnlich der Landesbanken, für die ja eine Konzentration auf einige wenige Institute gefordert wird?
Hammans: Die Situation ist absolut nicht vergleichbar, mit der KD-Bank und der LKG Sachsen sprechen zwei Institute, die hervorragende Jahresabschlüsse präsentiert haben und die zu der Überzeugung gekommen sind, dass wir unseren Förderauftrag für unsere Kunden und Mitglieder besser erfüllen können, wenn wir gemeinsam in einem Boot sitzen.


ECOreporter.de: Inwiefern ist der große räumliche Abstand der beiden Banken ein Problem bzw. sollte er kein Hindernis darstellen?
Hammans: Die KD-Bank ist schon heute in Dortmund, Berlin, Duisburg, Erfurt und Magdeburg vertreten, insofern ist die LKG in Sachsen eher nah als fern und die Zusammenarbeit sehr fruchtbar.

ECOreporter.de: Frau Hammans, wir danken Ihnen für das Gespräch!
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