Bau eines Offshore-Windparks des schedischen Energieriesen Vattenfall. / Quelle: Unternehmen

22.01.14 Erneuerbare Energie

Wird Deutschlands Offshore-Windkraft weiter ausgebremst?

Das Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) wird wohl weitaus weniger Offshore-Windparks eine Baugenehmigung erteilen als derzeit in Nord- und Ostsee beantragt sind. Das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Demnach liegen der Behörde derzeit 95 Anträge auf Genehmigungsverfahren vor. Auf der Bilanzpressekonferenz des BSH in Hamburg erklärte Amtspräsidentin Monika Breuch-Moritz der dpa zufolge, rechtlich stünden einigen der beantragten Projekte der Naturschutz, die Sicherheit des Seeverkehrs oder militärische Aspekte entgegen. Dennoch gebe es genügend genehmigte Bauvorhaben, um die Ausbauziele der Offshore-Windkraft bis zum Jahr 2030 (15.000 Megawatt) zu erreichen. Laut BSH durchlaufen derzeit 14 Offshore-Windkraft-Projekte das Genehmigungsverfahren. Ob das BSH diese alle für genehmigungsfähig hält, blieb offen.

Vor Deutschlands Küsten würden aktuell acht Offshore-Windparks gebaut, so Breuch-Moritz. Die ehemalige schwarz-gelbe Bundesregierung unter der weiterhin amtierenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ursprünglich das Ziel verfolgt, schon 2020 über Windräder mit zusammen 10.000 MW in deutschen Gewässern verfügen zu wollen. Dies scheiterte unter anderem an Schwierigkeiten bei Genehmigungsverfahren und Verzögerungen beim Stromnetzanschluss der Anlagen. Die neue Regierung von Union und SPD senkte dieses Wunschziel für 2020 unlängst auf 6.500 MW.

Allerdings klingt auch das immer noch ambitioniert, denn bisher (Stand Ende 2012) sind erst vier Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee in Betrieb, die zusammen auf 620 Megawatt kommen. Es handelt sich dabei um die Offshore-Windparks alpha-ventus, Baltic 1, Bard Offshore 1 und Riffgat.
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