06.02.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Auftrag für Vestas aus China – Q-Cells treibt Rettungsplan voran – New Value AG stellt Strafanzeige gegen Unternehmensgründer

Der DAX kletterte in der vergangenen Woche um 3,9 Prozent auf 6.766 Punkte. Um 1,4 Prozent auf 12.863 Punkte gesteigert hat sich der US-amerikanische Dow Jones Index. Der japanische Nikkei legte 1,9 Prozent zu und erreichte 8.937 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 2,4 Prozent auf 114,30 Euro. Um 0,3 Prozent teurer wurde eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“. Sie kostete zum Wochenschluss 8.574 Dollar. Der Euro büßte 0,5 Prozent ein und fiel auf 1,314 Dollar.

Windaktien

Der Hamburger Windturbinenhersteller Nordex SE wurde beauftragt, für die Errichtung eines 30-Megawatt (MW) starken Windparks die Windräder in die spanische Provinz Tarragona in Katalonien zu liefern. Geordert worden seien zwölf Anlagen, so Nordex.

Eine Bestellung aus China meldete der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems. Zum Bau eines Windparks mit 48,6 MW in der Provinz Hubei habe Datang Hubei Renewable Energy 27 Turbinen mit je 1,8 MW Leistungskapazität bestellt, teilt das Unternehmen aus Randers mit.

Der US-amerikanische Windkraftzulieferer Zoltek Companies aus St. Louis in Missouri hat seine Zahlen für den Zeitraum von September bis Dezember 2011 veröffentlicht. Demnach hat Zoltek in dem ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 47 Millionen Dollar Umsatz erzielt, 43 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach 1,6 Millionen Dollar Nettoverlust im Vorjahresquartal erwirtschaftete Zoltek nun 9,7 Millionen Dollar Nettogewinn.

Der Preis- und Konkurrenzdruck auf dem Windkraft-Weltmarkt setzt auch den größten chinesischen Windradhersteller Sinovel unter Druck. Das Unternehmen aus Peking gab eine Gewinnwarnung heraus. Der Nettogewinn für das Gesamtjahr 2011 werde vorläufigen Berechnungen zufolge voraussichtlich 50 Prozent unter dem des Vorjahres liegen. Nach 453 Millionen US-Dollar in 2010 seien 222 Millionen Dollar Nettogewinn zu erwarten, erklärte Sinovel.


Solaraktien

Im Kampf um seinen Fortbestand hat der finanziell schwer angeschlagene Solarkonzern Q-Cells SE aus Bitterfeld-Wolfen ein wichtiges Etappenziel erreicht. Mit seinen wichtigsten Gläubigern, den „wesentlichen Inhabern der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen“, hat sich Q-Cells auf einen Kapitalschnitt (Dept-to-Equity-Swap) geeinigt. Diese Lösung würde die Anleihebesitzer zu Mehrheitseignern von Q-Cells machen, die zusammengenommen 95 Prozent des Unternehmens besäßen. Die übrigen Aktionäre würden aus dem Unternehmen gedrängt. An die Besitzer der 2012er-Anleihe im Umfang von 200 Millionen Euro, die ursprünglich noch Ende Februar 2012 bedient werden sollte, will Q-Cells zunächst 20 Millionen Euro auszahlen. Für alle weiteren offenen Posten aus allen drei Anleihen sollen alle Anleihen-Besitzer im Zuge des Schulden- und Kapitalschnitts Eigentümer von Q-Cells werden. Sowohl die Aktionäre als auch die Behörden müssen noch zustimmen.

Der französische Ableger des Hamburger Solarunternehmens Conergy AG hat drei Dachsolaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 6,1 MW errichtet. Die mit 2,7 MW Leistung größte der drei Solarkraftwerke befinde sich auf dem Dach eines Logistikzentrums in Puy-de-Dôme. Eine 2,3 MW-Anlage sei in Vaucluse realisiert worden. Das dritte Solarkraftwerk mit 2,3 MW sei in Maine-et-Loire gebaut worden. Das Bundeskartellamt genehmigte unterdessen die Übernahme der Conergy-Wechselrichter-Tochter Voltwerk Electronics GmbH von durch Bosch Solar.
Französische Dachsolaranlage von Conergy. / Quelle: Unternehmen.


Reges Käuferinteresse herrscht an der Konkursmasse der Solar Millennium AG aus Erlangen. Der Insolvenzverwalter erklärte, es hätten sich 70 potentielle Käufer für die Übernahme der Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke gemeldet.

Der Solarausrüster Singulus Technologies aus Kahl am Main hat einen Auftrag aus Litauen erhalten. Singulus gab die Unterzeichnung eines Liefervertrages für eine komplett Fertigungslinie zur Herstellung kristalliner Solarzellen bekannt. Bestellt worden sei sie vom litauischen Unternehmen BOD Group.

Der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation schließt nun offenbar doch seine Wafer- und Solarzellenwerke in Norwegen. Bislang hatte die REC-Zentrale in Oslo lediglich von einer zeitweiligen Drosselung der Produktion gesprochen. Die drei Wafer-Fertigungslinien der norwegischen REC-Werke Heroya und Glomfjord mit einer Gesamtkapazität von 775 MW sowie die Solarzellenfertigungslinie des Standorts Narvik mit 200 MW Fertigungskapazität stehen zum Verkauf. Angeboten werden sie über das internationale Aktionshaus von Golndustry DoveBid Plc. Über den aktuellen Wert oder den angestrebten Kaufpreis wurde nichts bekannt. Die Auflösung eines langfristigen Liefervertrages hat dem Unternehmen zudem umgerechnet 26 Millionen Euro eingebracht. REC hatte der Vertragsauflösung auf Wunsch eines Kunden zugestimmt, woraufhin die Zahlung fällig wurde.

Der Züricher Solarprojektierer Edisun Power AG hat eine Obligationsanleihe mit sechsjähriger Laufzeit und einem festen Zinssatz von 3,5 Prozent auf den Markt gebracht. Über diese Anleihe will die Edisun Power AG umgerechnet knapp fünf Millionen Euro zur Refinanzierung von Photovoltaik-Projekten in Europa einwerben, teilte das Unternehmen mit.

Die angestrebte Übernahme des französischen Solarsysteme-Hauses Tenesol S.A. von seinem Pariser Mutterkonzern hat die SunPower Corporation abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus San José mitteilte, hat es dem französischen Ölmulti 165,4 Millionen US-Dollar in bar gezahlt. Im Gegenzug hat Total 18,7 Millionen weitere Aktien von SunPower übernommen und damit seinen Anteil am US-Konzern auf 66 Prozent gesteigert. Dafür zahlte Total seinerseits 8,80 Dollar je Aktie, insgesamt 163,7 Millionen Dollar. Einen Auftrag zur Lieferung von Photovoltaikmodulen mit 2,1 MW Leistungskapazität hat SunPower vom kalifornischen Transportunternehmen VTA aus Santa Clara erhalten. Bestimmt seien die Module für Dachsolarsysteme von drei Bus-Betriebshöfen.

Der US-amerikanische Solarausrüster GT Advanced Technologies hat in dem Zeitraum September bis Dezember 2011 einen Umsatz von 153 Millionen US-Dollar erzielt. In dem gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 262,9 Millionen Dollar. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ist der Umsatz ebenfalls zurückgegangen, wenn auch geringfügiger: Er sank von 627,4 Millionen Dollar in 2010 auf 601,8 Millionen in 2011. Der Nettogewinn dieses Zeitraums sank auf Jahressicht um 18,6 Millionen Dollar auf 104,3 Millionen Dollar.

Grünes Licht für die angestrebte Übernahme der Sunways AG aus Konstanz hat der chinesische Solarkonzern LDK Solar aus Xinyu erhalten. Das gab das Bundeskartellamt bekannt. Damit hat die freundliche Übernahme des Photovoltaik-Herstellers Sunways aus Konstanz durch die deutsche LDK-Sparte LDK Solar Germany Holding GmbH eine weitere wichtige Hürde genommen. Zurzeit hält LDK 33 Prozent der Sunways Anteile. Sollte auch die Finanzaufsichtsbehörde BaFin zustimmen, kann LDK Solar Germany den übrigen Sunways-Aktionären sein freiwilliges öffentliches Übernahmegebot unterbreiten.

Der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy aus Boading hat einen Auftrag zur Lieferung von Solarmodulen nach Deutschland erhalten. Bestellt worden seien Module mit 180 MW Leistungskapazität von IBS Solar aus Bad Staffelstein. Die Unternehmen unterhalten seit fünf Jahren eine Vertriebspartnerschaft.

Bioaktien

Einen Auftrag aus den USA meldete die österreichische Biokraftstoff-Spezialistin BDI BioEnergy International AG. Demnach soll das Unternehmen aus Grambach die Produktionsanlagen eines nicht näher benannten US-Biodiesel-Herstellers umrüsten, so dass diese neben Pflanzenölen auch minderwertigere Rohstoffe wie Altspeiseöl und Tierfett zu Biodiesel verarbeiten können. Zum finanziellen Rahmen des Geschäfts äußerte sich BDI BioEnergy nicht.

Die Ago AG Energie und Anlagen AG, eine Spezialistin für Kraftwärme-Kopplungsanlagen, hat nach vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr 69 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das bedeute gegenüber 2010 eine Steigerung von 30 Prozent, hieß es. Weiter teilte das Unternehmen aus Kulmbach mit, dass einige erhebliche Investitionen seine Liquidität von zehn auf sieben Millionen Euro gesenkt hätten.
Gasmotor eines Blockheizkraftwerks der Ago AG. / Quelle: Unternehmen

Andere Aktien

Die schweizerische Cleantech-Wagniskapitagesellschaft New Value hat eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Präsidenten des Verwaltungsrates und Firmengründer Rolf Wägli erstattet. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Wägli war zuvor im Zusammenhang mit einer Millionen-Abschreibung, die aus einer Festgeldanlage entstanden war zurückgetreten.

Die US-amerikanische Spezialistin für geothermische Großkraftwerke Ormat Technologies Inc. aus Reno in Nevada hat ihre Prognosen für die Jahre 2012 und 2013 nach unten korrigiert. Grund sind zwei langfristige Stromabnahmeverträge für die geothermischen Kraftwerksblöcke Heber 1 und 2 in den Kraftwerken Ormesa und Mammoth im US-Bundesstaat Kalifornien. Bisher war Ormat davon ausgegangen, dass die beiden Kraftwerke die Bilanz durch kurzfristige, einmalige Kosten mit 6,5 Millionen US-Dollar in 2011 und 9,5 Millionen Dollar in 2012 belasten würden. Angesichts der aktuellen Strompreisentwicklung in den USA und der Tatsache, dass ein bundesstaatliches Klimaschutz-Förderprogramm später starte als vorgesehen, sei in 2012 und 2013 mit jeweils knapp 25 Millionen Dollar einmaligen Kosten zu rechnen, teilte Ormat mit. In Neuseeland nahe Rotorua hat Ormat unterdessen 900 Hektar Land erworben. Dort solle ein geothermisches Kraftwerk entstehen, in das Ormat 167 Millionen US-Dollar investieren wolle, hieß es.

Der US-amerikanische Biokaffee-Hersteller Green Mountain Coffee Roasters hat im ersten Quartal 2012 den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,16 Milliarden Dollar verdoppelt. Der Betriebsgewinn wurde auf 145,8 Millionen Dollar vervielfacht, der Nettogewinn kletterte von 2,4 auf 104,4 Millionen Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2012 strebt das Unternehmen aus Waterbury im US-Bundesstaat Vermont 4,24 Milliarden Dollar Umsatz an.

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Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung  der Opens external link in new windowUmweltBank.

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