Rotorenproduktion bei Nordex: die Hamburger sollen erneut Windräder in die Türkei liefern. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Auftragsflut für Windradhersteller Vestas – Konzern aus China übernimmt S.A.G. Solarstrom AG – Delignit AG meldet Gewinnsprung

Der DAX ist in der vergangenen Woche um 2,9 Prozent 9.747 Punkte gestiegen. Der US-amerikanische Dow Jones Index verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 17.137 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 1,60 Prozent auf 15.705 Punkte und der chinesische Hang Seng Index um zwei Prozent auf 25.240 Punkte. Der Preis für das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ fiel um 2,3 Prozent auf 100,90 Euro. Zum Ende der Woche lag der Preis für die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ mit 6.974 Dollar um 0,2 Prozent unter dem des letzten Wochenabschlusses. Um 0,1 Prozent verbilligte sich der Euro auf 1,2939 Dollar.

Windaktien

Der Hamburger Windradhersteller Nordex SE hat aus der Türkei einen Nachfolgeauftrag erhalten. Die Erdem Holding, ein Bestandskunde von Nordex, hat 20 Windräder mit 48 Megawatt (MW) Gesamtkapazität bestellt. Diese Vereinbarung enthalte einen Servicevertrag über mindestens fünf Jahre, hieß es. Gebaut werde das Windkraftvorhaben „Bagarsi“ 90 Kilometer südöstlich von Izmir nahe der Stadt Aydin. Die Inbetriebnahme ist Nordex zufolge für 2015 vorgesehen.

China Huadian Corporation, einer der größten Energieversorger der Volksrepublik, hat einen Windpark von Gamesa erworben, den die Spanier in ihrem Heimatmarkt umgesetzt haben. Es handelt sich um die Windfarm Barchín im spanischen Cuenca. Die hat eine Leistungskapazität von 28 MW und ist einer der ersten von Gamesa umgesetzten Windparks. Auch nach dem Verkauf werden die Spanier den Angaben zufolge den Windpark weiter betreiben, nun im Auftrag des Geschäftspartners aus China.

Gleich eine Reihe von Aufträgen hat Vestas Wind Energy erhalten. So soll das Unternehmen aus dem dänischen Århus neun Windräder der Baureihe V126 mit 30 MW Gesamtkapazität für eine Windfarm im Nordwesten Finnlands liefern. Auftraggeber ist die deutsche reconcept GmbH. Vestas will die Anlagen für den Windpark in der Region Ylivieska im zweiten Quartal 2015 abschließen.
Auch beim Bau eines der bislang größten Windparks in Polen sollen Turbinen des dänischen Windkraftanlagenherstellers zum Einsatz kommen. Dieser Auftrag stammt von EDF Energies Nouvelles (EDF EN), der Grünstromsparte des Pariser Versorgers EDF. Diese bestellte 29 Windräder mit zusammengenommen 58 MW Leistungskapazität für einen Windpark im Landkreis Slubice.
Ebenfalls für ein Projekt in Polen hat der Grünstromanlagenbetreiber ERG Renew bei Vestas 21 Turbinen der Baureihe V90 2.0 MW mit zusammen 42 MW Leistungskapazität geordert. Für diese Windfarm im Landkreis Radziejów will Vestas die Anlagen bis zum zweiten Quartal 2015 liefern. Deren Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal vorgesehen.
Der dänische Windturbinenbauer hat ferner zu Gerüchten über einen Großauftrag aus den USA Stellung genommen. Laut Medienberichten soll das Unternehmen einen Windpark in Texas mit Anlagen bestücken. Duke Energy Renewables plane im in Starr County eine Windfarm mit 110 MW Leistungskapazität und wolle dafür bei Vestas die erforderlichen Windräder bestellen. Das Unternehmen aus Århus betonte jedoch in einer Erklärung, dass ihm noch kein offizieller Auftrag von Duke Energy erteilt wurde.

Ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer hat ein Urteil zu Ungunsten des US-Windkraftzulieferers American Superconductor (AMSC) gefällt. Er entschied, dass eine österreichische Tochtergesellschaft des Unternehmen aus Devens in Massachusetts einen Lizenzvertrag mit Ghodawat Energy Pvt Ltd aus Indien verletzt hat. Deshalb verfügte es eine Strafzahlung in Höhe von elf Millionen Dollar gegen AMSC. Daraufhin passten die Amerikaner ihre Prognose für das zweite Quartal an, das Ende September endet. Demnach könnte sich der Quartalsverlust auf bis zu 26 Millionen Dollar oder 33 Cents je Aktie belaufen. Zuvor hatte AMSC mit einem Quartalsverlust von bis zu 15,5 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie gerechnet.
Ghodawat hatte die Klage bei dem Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer in 2011 eingereicht. Sie bezog sich auf eine Vereinbarung zur Nutzung von Windkrafttechnologie aus dem Jahr 2008.

Solaraktien

Laut Dr. Jörg Nerlich, Insolvenzverwalter der insolventen S.A.G. Solarstrom AG, übernimmt die SF Suntech Deutschland GmbH für 65 Millionen Euro das Solarunternehmen aus Freiburg. Bei der Käuferin handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Shunfeng Photovoltaic International Ltd. aus China. Der Kaufvertrag sieht den Angaben zufolge vor, dass das operative Geschäft der S.A.G. Solarstrom Gruppe mit allen Geschäftsbereichen fortgeführt wird und das S.A.G.-Management an Bord bleibt. Laut dem Insolvenzverwalter können die Gläubiger der S.A.G. Solarstrom Gruppe nun „mit einer überdurchschnittlichen Insolvenzquote rechnen“. Nerlich hatte ihnen im Mai 2014 eine Insolvenzquote von annähernd 50 Prozent in Aussicht gestellt.

Bildhinweis: Photovoltaikprojekt der S.A.G. Solarstrom AG. / Quelle. Unternehmen

Die Energiesparte des US-Infrastruktur- und Industrieprojektentwicklers Conti Group setzt auf Photovoltaikmodule von Canadian Solar. Der Solarhersteller aus Guelph im kanadischen Ontario gab bekannt, dass die Conti-Tochter SunDurance Energy Module mit elf Megawatt (MW) Gesamtkapazität von Canadian Solar bestellt habe. Wo der auf die USA spezialisierte Energieanlagenprojektierer die Komponenten zum Einsatz bringen will, erklärte Canadian Solar nicht.

Über die Ausgabe neuer Aktien an bestehende Großaktionäre hat der US-Dünnschichtsolartechnik-Spezialist Ascent Solar aus Thornton in Colorado acht Millionen Dollar frisches Kapital eingeworben. Teilnehmer an dieser Kapitalerhöhung waren Ascent Solar zufolge der Investor Seng Wei Seow, Mitglied einiger Gremien an der Spitze der chinesischen Investmentgesellschaft  JK Yaming International Holdings,  und der chinesische-singapurische Mischkonzern RTF Radiant, der nach wie vor größter Einzelaktionär von Ascent Solar bleibt. Dieser Mischkonzern, der unter anderem Metalle wie Gold fördert, habe seine Beteiligung an Ascent Solar im Rahmen der Kapitalmaßnahme auf 26,2 Prozent gesteigert, hieß es.

Um sein Geschäft als Projektierer weiter zu stärken hat Trina Solar, der zweitgrößte Solarhersteller der Welt, die Mehrheit an der Grünstromsparte eines chinesischen Metall- und Bergbaukonzerns übernommen. Yunnan Metallurgical New Energy gehörte bislang der Yunnan Metallurgical Group sowie der Kunming Yeyan New Material und dem Kunming Engineering & Research Institute of Nonferrous Metallurgy. Diese drei werden künftig nur noch ein Zehntel der Anteile besitzen, alle übrigen übernimmt Trina Solar.
Wie der Solarkonzern aus dem chinesischen Changzhou mitteilt, verfügt die nun erworbene Yunnan Metallurgical New Energy über ein Portfolio von Solarprojekten in der Provinz Yunnan. Deren Gesamtkapazität beziffert Trina mit 300 Megawatt (MW). Mit dem Bau dieser Solarfarmen werde voraussichtlich im dritten Quartal 2014 begonnen.

Auch der chinesische Solarhersteller ReneSola macht Fortschritte auf dem Geschäftsfeld Anlageprojektierung. Das Unternehmen aus Jiashan ergatterte einen Auftrag zur Planung und Realisierung einer Solarfarm mit 13 MW Leistungskapazität in Großbritannien. Die Fertigstellung des Solarparks sei noch vor Ablauf der Jahresfrist geplant, teilte er mit. Dieser werde in der britischen Grafschaft Dorsetshire im Südwesten des Landes gebaut.

Die Restrukturierung der teilinsolventen LDK Solar Co. Ltd. ist mit personellen Konsequenzen in der Führungsspitze des chinesischen Konzerns verbunden. Der 39-jährige Gründer und Chairman Xiaofeng Peng ist mit sofortiger Wirkung von allen seinen Ämtern innerhalb des Konzerns zurückgetreten. Das gab LDK Solar in einer kurzen Mitteilung bekannt. Peng werde dem Konzern allerdings in Zukunft in beratender Funktion erhalten bleiben, hieß es. Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen. Bis diese Personalie geklärt ist übernimmt der Chief Executive Officer (CEO) Xingxue Tong den vakanten Posten.

Bioaktien

Der Hamburger Biogasanlagenbetreiber KTG Energie AG aus Hamburg plant eine deutliche Erhöhung der Dividende. Für das laufende Geschäftsjahr will das Unternehmen, das mehrheitlich dem Agrarkonzern KTG Agrar SE gehört, eine Dividende von 0,45 Euro pro Aktie vorschlagen. Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 (Januar bis Oktober) hatte KTG Energie eine Dividende von 0,40 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Für das Geschäftsjahr 2017/2018 strebt die Unternehmensführung eine weitere Anhebung der Dividende auf 0,90 Euro je Aktie an. Man wolle die Aktionäre „an den Ernteerfolgen beteiligen und zu einem der attraktivsten Dividendentitel im Markt werden“, erklärte dazu Dr. Thomas Berger, CEO der KTG Energie AG.

Andere Aktien


Einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr 2014 meldet die KTG Agrar SE. Der Hamburger Agrarkonzern hat demnach das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um über 45 Prozent auf 17,5 Millionen Euro gesteigert. Dazu trug der Sonderertrag aus dem Verkauf von Ackerland 23,7 Millionen Euro bei. Den Periodenüberschuss hat KTG Agrar von 0,7 Millionen auf 4,4 Millionen Euro verbessert. Inklusive dem Sonderertrag betrug er 10,6 Millionen Euro. Der Konzernumsatz sprang um 47,6 Prozent auf 100,0 Millionen Euro.

Eine deutlich verbesserte Halbjahresbilanz hat auch die Delignit AG veröffentlicht. Der Hersteller ökologischer Produkte und Systemlösungen aus Blomberg steigerte den Umsatz der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30,7 Prozent auf 22,7 Millionen Euro. Das EBIT lag mit 1,3 Millionen Euro um 22,5 Prozent über dem Vergleichswert in 2013. Das Konzernergebnis der ersten sechs Monate kletterte um 23,3 Prozent auf 781.000 Euro. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,10 Euro nach 0,08 Euro im Vorjahreshalbjahr.
Delignit produziert unter anderem Holzverkleidungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge sowie Applikationen für Immobilien. Beide Geschäftsbereiche seien Träger des Wachstums im bisherigen Jahresverlauf, so die Unternehmensführung Zu dem positiven Ergebnis hätten zudem zwei neu hinzugekaufte Unternehmen beigetragen: DHK automotive GmbH und HTZ Holztrocknung GmbH. Mit diesen Unternehmen sei es gelungen, die Marktanteile und die Produktpalette auszubauen. Ohne diese beiden Firmen habe Delignit in den ersten sechs lediglich gut 14 Prozent Umsatzwachstum erzielt, so die Firmenspitze weiter. Für das Gesamtjahr 2014 hält der Vorstand weiter an der Zielsetzung fest die Umsatzmarke von 40 Millionen Euro zu knacken. Über Gewinn- oder Verlust für diese Zeit machte die Delignit AG keine konkrete Prognose öffentlich.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.



Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x