Verschiffung von Windkraftrotoren der Nordex SE. / Quelle: Unternehmen

22.06.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Chaos bei PNE Wind AG – China Sunergy schreibt tiefrote Zahlen – CropEnergies AG erhöht Prognose

Der DAX geriet in der vergangenen Woche unter Druck und verlor 1,4 Prozent auf 11.040 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index verbesserte sich dagegen leicht um um 0,6 Prozent auf 18.016 Punkte. Der japanische Nikkei sackte um 1,1 Prozent ab auf 20.174 Punkte und der chinesische Hang Seng Index um 1,0 Prozent auf 26.761 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um 2,9 Prozent auf 62,81 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ fiel um 4,2 Prozent auf 5.666,50 Euro. Der Euro gewann 0,8 Prozent auf 1,135 Dollar an Wert.

Windaktien

Gleich zwei neue Aufträge aus der Türkei meldete der Hamburger Windradhersteller Nordex. Für den Neukunden ARE Elektrik soll er 19 Turbinen vom Typ N117/2400 für den Windpark Kurtkayasi aufstellen. Die Windfarm Kurtkayasi entsteht in der Provinz Kayseri in Zentralanatolien nahe der Stadt Yayhali. Die bestellten Nordex-Turbinen erreichen eine Gesamtkapazität von rund 45 Megawatt (MW).
Ferner hat die türkische Suay Enerji Üretim A.S. bei Nordex vier N117/2400-Anlagen mit zusammen 9,6 MW für den Windpark Abduk in der Region Aydin an der Ägäis-Küste in Auftrag gegeben.
In der südafrikanischen Provinz Ostkap hat Nordex ein Windkraftprojekt erfolgreich abgeschlossen. Der Windpark Kouga besteht aus 32 Anlagen und erreicht eine Leistung von 80 MW.

Die PNE Wind AG hat ihre gesamte Großbritanniensparte PNE Wind UK an einen privaten Investor verkauft. Er übernimmt für 103 Millionen britische Pfund, also umgerechnet 141,3 Millionen Euro, alle britischen PNE-Windkraftvorhaben in verschiedenen Entwicklungsstadien mit 1.200 MW Leistungskapazität. Zudem wurde dem Käufer noch die Option auf ein weiteres Großvorhaben mit 70 MW eingeräumt. Eine Teilanzahlung werde sofort gezahlt, hieß es dazu. Der verbleibende Betrag werde in erfolgsabhängigen Raten vom Käufer überwiesen, sobald die Projekte bestimmte Entwicklungsstadien erreichen.
Überschattet wurde dieser Erfolg von der chaotischen Hauptversammlung des Windkraftprojektierers aus Cuxhaven. Die Veranstaltung zog einen Polizeieinsatz zu später Stunde nach sich. Die Polizei hat Daten und Abstimmungsergebnisse beschlagnahmt. Die wichtigsten Tagesordnungspunkte betrafen die mögliche Umbesetzung der Führung. Die PNE Wind AG erklärte, die Versammlung sei ergebnislos abgebrochen worden und müsse deshalb an einem noch unbestimmten Termin nachgeholt werden.

Solaraktien

Die insolvente Freiburger Solar-Fabrik AG stellt nach eigenen Angaben zum Monatsende den Betrieb ein. Von den zuletzt nur noch rund 100 Mitarbeitern sollen 75 in eine Transfergesellschaft wechseln und die übrigen den Vorstand bei der weiteren Abwicklung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung unterstützen.

Canadian Solar hat einen Vertriebserfolg in Japan erzielt. Dort soll der Solarkonzern das Photovoltaikprojekt Takataya Hibiki mit Modulen ausrüsten. Das Auftragsvolumen bezifferte Canadian Solar mit knapp 43 MW. Die Solarfarm in der Präfektur Fukuoka soll bereits im August 2015 in Betrieb gehen.

Gemeinsam mit Partnern will First Solar in Thailand das Geschäft mit Aufdach-Photovoltaikanlagen starten. US-Medienberichten zufolge hat der Solarkonzern aus Arizona dafür eine Kooperation mit der einheimischen Entwicklungsgesellschaft Sena Development PCL und der Wagniskapitalgesellschaft Confidence Capital vereinbart. Demnach ist First Solar für mindestens ein Jahr exklusiver Lieferant von Solarmodulen für Sena, die in diesem Zeitraum Aufdach-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtkapazität von zwölf MW umsetzen will.

Der chinesische Photovoltaikhersteller JinkoSolar hat eine strategische Partnerschaft mit dem Dachanlagenprojektierer Vivint Solar aus Lehi im US-Bundesstaat Utah verabredet. Demnach zählt der Solarhersteller aus Shanghai fortan zu den Modullieferanten der Amerikaner. Mit der Solarsysteme-Spezialistin Andalay Solar aus Fremont in Kalifornien unterzeichneten die Chinesen eine Absichtserklärung, die hiermit in engem Zusammenhang steht. Andalay bietet unter anderem speziell für Dachsolaranlagen konzipierte Anschlusstechnik. JinkoSolar will voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte neue Module auf den US-Markt bringen, die mit dieser Technik kompatibel sein und deshalb entsprechende Komponenten von Andalay enthalten sollen.

Der chinesische Photovoltaikkonzern China Sunergy hat seine Bilanzen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2014 nachgereicht. Demnach beendete das Unternehmen aus Nanjing das Gesamtjahr 2014 mit 341,1 Millionen Dollar Umsatz. Gemessen am Vorjahresumsatz ist das eine Steigerung um 7,9 Prozent. Dennoch kletterte auch der Nettoverlust des Gesamtjahres - im Vergleich zu 2013 um 9,6 Prozent auf rund 55,9 Millionen Dollar. Für das vierte Quartal verbuchte China Sunergy einen auf Jahressicht um 0,9 Prozent verbesserten Umsatz von 126,6 Millionen Dollar. Der Nettoverlust des vierten Quartals reduzierte sich um  24,2 Prozent auf 10,1 Millionen Dollar.
 
Yingli Green Energy aus Baoding in China meldete Fortschritte im Projektgeschäft. Der Solarkonzern hat in Handan in der chinesischen Provinz Hebei ein Photovoltaikprojekt mit einer Gesamtkapazität von 50 MW ans Netz gebracht. Yingli will die Anlage möglichst noch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2015 verkaufen. Man befinde sich bereits in Gesprächen mit Interessenten, teilte der Solarkonzern dazu mit.
Ferner hat Yingli eine Zusammenarbeit mit der ebenfalls in China ansässigen Xi'an Longi Silicon Materials Corp. verabredet. Die beiden Solarhersteller wollen demnach gemeinsam Wafer, Ingots, Solarzellen und Solarmodule produzieren. Von der Partnerschaft erhoffen sie sich geringere Produktionskosten.

Bioenergieaktien

Die CropEnergies AG hat vorläufige Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2015/16 veröffentlicht. Der Bioethanolhersteller aus Mannheim erwirtschafte demnach von März bis Mai einen Konzernumsatz von 198 Millionen Euro nach 208 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erhöhte sich das operative Ergebnis von 5 auf rund 14 Millionen Euro. Außerhalb des operativen Ergebnisses fiel ein Restrukturierungsaufwand von 5 Millionen Euro an, sodass sich insgesamt das Ergebnis der Betriebstätigkeit von 5 auf rund 9 Millionen Euro erhöhte. Das Unternehmen erklärte den Gewinnsprung insbesondere mit einer Verbesserung der Bioethanolpreise in Europa, niedrigeren Rohstoffpreisen sowie Verbesserungen in der Kostenstruktur. CropEnergies erhöhte die Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2015/16 deutlich. Das operative Ergebnis (vor Restrukturierung und Sondereinflüssen) soll in einer Bandbreite von 10 bis 40 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr war noch ein Fehlbetrag von 11 Millionen Euro angefallen. Der Bioethanolhersteller rechnet mit einem Umsatz in einer Bandbreite von 675 bis 725 Millionen Euro nach 827 Millionen Euro im Vorjahr.

Bildhinweis: Bioethanolfabrik von CropEnergies. / Quelle: Unternehmen

Andere Aktien

Der US-amerikanische Ökostrom-Riese SunEdison will den in Singapur ansässigen Windkraftprojektierer Continuum Wind Energy übernehmen. Dazu sei ein bindender Kaufvertrag geschlossen worden, hieß es. Continuum Energy betreibt in Indien Windparks mit 242 MW Gesamtkapazität. Außerdem baut Continuum derzeit an verschiedenen Standorten Indiens Windparks mit weiteren 170 MW Kapazität. Überdies verfügt Continuum über Windkraftbauvorhaben mit weiteren 1.000 MW, die sich alle in früheren Realisierungsstadien befinden.
Zudem hat SunEdison den Erwerb des Ökostromprojektierers Globeleq Mesoamerica Energy (GME) vereinbart. Der betreibt Windfarmen mit 243 MW sowie Solarparks mit 82 MW, die sich auf die Mittelamerikastaaten Costa Rica, Honduras und Nicaragua verteilten. Seine weitere Projektpipeline umfasst 246 MW. Beide Transaktionen sollen voraussichtlich im dritten Quartal 2015 abgeschlossen werden.

Vorstand und Aufsichtsrat der insolventen Asian Bamboo AG wurden stark verkleinert. Wie die Hamburger Bambusspezialistin mitteilte, haben die beiden Aufsichtsratsmitglieder Chris McAuliffe und Jiang Tao ihren Rücktritt erklärt. Damit ist nur noch der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Gude im Amt. Zudem verabschiedeten sich Finanzchef Peter Sjövall und der für das das operative Geschäft zuständige Jiang Haiyan aus dem Vorstand. Alleinvorstand ist nun Lin Zuojun, der Gründer und Großaktionär des Unternehmens, das in China Bambusplantagen betreibt. Es hatte Ende Mai 2015 Insolvenz beantragt. Vorläufiger Insolvenzverwalter der Asian Bamboo AG ist der Rechtsanwalt Dr. Christoph Morgen von der ortsansässigen Kanzlei Brinkmann & Partner. Dieser kündigte an, das bereits eingeleitete Programm zum Verkauf einzelner Bambusplantagen fortzuführen, um Liquidität zu generieren. Der weitere Verfahrensverlauf werde vom Erfolg des  Verkaufsprogramms abhängen.

Eine neue Wandelanleihe soll die Eigenkapitalquote der UmweltBank AG steigern. Geplant sei, sogenannte Bedingte Pflichtwandelanleihen (englisch: Contingent Convertible Bonds - kurz: CoCo-Bonds) im Gegenwert von bis zu 20 Millionen Euro auf den Markt zu bringen. Das gab der Vorstand des Bankhauses aus Nürnberg bekannt. Außerdem will er der Hauptversammlung für 2014 eine höhere Dividende vorschlagen. Sie soll mit 1,30 Euro um 0,10 Euro höher ausfallen als im Vorjahr. Beim Kreditgeschäft sei ein guter Start ins laufende Jahr gelungen, hieß es.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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