28.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Cuxhavener Solar 2 AG droht das Aus – First Solar baut Solaranlage mit zehn MW Leistung – Börsenstarts von GT Solar International und Suez Environnement

In der vergangenen Woche konnte sich der DAX etwas stabilisieren, er legte 0,85 Prozent zu auf 6.436,71 Punkte. Der japanische Nikkei erholte sich um 4,15 Prozent auf 13.334,76 Punkte. Dagegen gab der US-amerikanische Dow Jones leicht nach, er verlor 0,85 Prozent auf 11.370,69 Punkte. Der Ölpreis ist weiter gesunken. Ein Barrel Öl der Sorte "Brent Crude Oil" verbilligte sich um 3,98 Prozent auf 125,98 Dollar. Auch Kupfer verbilligte sich weiter, um 1,7 Prozent auf 8.159,50 Dollar (Preis für eine Tonne Copper Grade A). Der Euro legte gegenüber dem Dollar um ein Prozent zu auf 1,5705 Dollar.

Windaktien
Der dänische Windturbinenbauer Vestas Systems hat einen Großauftrag aus China erhalten. An den Energiekonzern China Guangdong Nuclear Wind Power soll er 100 Windkraftanlagen mit je 850 Kilowattstunden Leistung liefern. Sie sind für einen Windpark auf der Insel Chuandao an der Südküste Chinas vorgesehen und sollen Ende 2009 in Betrieb gehen. Die Lieferung beginnt nach Unternehmensangaben im November 2008. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.

Solaraktien
Mit der kalifornischen Solyndra Inc., einem Hersteller von CIGS-Dünnschichtmodulen, hat die Phönix Solar AG einen Rahmenliefervertrag abgeschlossen. Er hat ein Volumen von rund 450 Millionen Euro und umfasst die Lieferung von Solarmodulen über einen Zeitraum von 2008 bis 2012. Mit der CIGS-Dünnschichttechnologie werde die Produktpalette der Phoenix Solar AG erweitert, teilte das Unternehmen mit.

Die Solar-Fabrik AG hat die Solarmodule für die größte Solaranlage Griechenlands geliefert. Laut der Gesellschaft aus Freiburg steht die Freiflächenanlage mit einer Leistung von 400 Kilowatt (kW) in Sidirokastron, 80 km nordöstlich von Thessaloniki. Gert Schmid, Vertriebsleiter der Solar-Fabrik AG, geht davon aus, dass dieses Projekt Folge-Projekte nach sich ziehen wird. Griechenland sei einer der größten Wachstumsmärkte überhaupt. Die griechische Regierung plane, dass bis 2010 Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 700 Megawatt Leistung realisiert werden. Der Marktdurchbruch werde für 2009 erwartet.

Die kriselnde Hamburger Conergy AG ist einer Meldung des „manager magazin“ entgegen getreten, wonach Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter zurücktreten will. „Herr Jörg Spiekerkötter ist und bleibt uns verbunden", dementierte ein Unternehmenssprecher.

Der Vorstand der kriselnden Cuxhavener Solar² AG ist mit seinen Plänen für die Neuausrichtung des Unternehmens gescheitert. Die Hauptversammlung verweigerte mehrheitlich die Zustimmung zu dem Plan, die Solar² AG auf die Geschäftsfelder Solarthermie, Systemhandel und Photovoltaikprojekte zu konzentrieren. Auch die Finanzierung der Gesellschaft im Wege einer Kapitalerhöhung wurde abgelehnt. Mit den vorhandenen finanziellen Mitteln kann der Geschäftsbetrieb des Unternehmens „nur noch zeitlich begrenzt aufrechterhalten werden“.

Der Payom Solar AG ist im 1. Halbjahr ein Umsatzsprung von 3,6 Millionen auf 14,5 Millionen Euro gelungen. auf. Laut dem börsennotierten Solarprojektierer aus Merkendorf wurde das operative Ergebnis (EBIT) von 0,27 Millionen auf 0,95 Millionen Euro verbessert. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,79 Euro, nach 0,33 Euro im Vorjahreszeitraum. Damit hat die Payom Solar AG trotz zwischenzeitlich erfolgter Kapitalerhöhung bereits nach der Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs schon fast denselben Gewinn je Aktie erreicht wie im gesamten Geschäftsjahr 2007. Payom-Vorstand Jörg Truelsen stellte in Aussicht, dass sich das Wachstum seines Unternehmens im traditionell stärkeren zweiten Halbjahr weiter fortsetzen wird.

Das Konstanzer Solarunternehmens Sunways AG hat angekündigt, über 22 Millionen Euro in den Ausbau seines Thüringer Werks in Arnstadt zu investieren. Laut der börsennotierten Gesellschaft will sie damit die Produktionskapazität von 30 auf 100 Megawatt steigern. Die thüringische Landesregierung fördere die Erweiterung mit Subventionen in Höhe von 3,9 Millionen Euro.

Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG will eine große Solaranlage auf den Dächern von zwei Werkshallen des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg errichten. Laut Unternehmensangaben ist geplant, dass die Anlage mit 1,1 Megawatt Leistung bereits im Dezember 2008 ans Netz geht. Die S.A.G. Solarstrom AG investiere rund 5 Millionen Euro in das Projekt.

Die Schweizer Meyer Burger Technologies AG hat rund 76 Prozent des Aktienkapitals an dem französischen Unternehmen Emix SA übernommen. Für den Erwerb der restlichen Anteile wurden Übernahmeoptionen vereinbart. Emix ist ein auf die Herstellung von multikristallinen Siliziumblöcken spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in  St-Maurice La Souterraine. Mit der geplanten Akquisition will Meyer Burger nach eigenen Angaben ihr Portfolio entlang der kompletten Wertschöpfungskette erweitern. Emix habe ein Verfahren entwickelt, mit dem Siliziumblöcke in "neuartigen Dimensionen" hergestellt werden können. Hierdurch seien markante Rohmaterial- und Energieeinsparungen möglich. Über den Kaufpreis der Aktien machten die Unternehmen keine Angaben.

Eine Solaranlage mit zehn Megawatt Leistung will der US-amerikanische Hersteller von Dünnschichtmodulen, First Solar, in Nevada errichten. Laut dem Unternehmen aus Tempe in Arizona stammt der Auftrag von dem Energieunternehmen Sempra Generation. Dieses will mit diesem Photovoltaikprojekt seine Erdgas-Anlage in Boulder City in der Nähe von Las Vegas ergänzen.  Laut Sempra Generation handelt es sich um das größte mit Dünnschichtmodulen ausgestatte Solarprojekt in den USA.

Der größte Börsengang eines Solarunternehmens in den USA ist der GT Solar International Inc. an der Nasdaq gelungen. Trotz des schwachen Börsenumfelds hatte die US-amerikanische GT Solar Holdings LLC 30,3 Millionen Anteile an ihrer Tochtergesellschaft für 16,5 Dollar angeboten. Die Preisspanne für das IPO (Initial Public Offering) reichte von 15,5 bis 17,5 Dollar je Aktie. GT Solar International hat ihren Hauptsitz in Merrimack, New Hampshire (USA). Sie bietet unter anderem Ausrüstung zur Herstellung multikristalliner Solarwafer, -zellen, und -module an. Außerdem produziert die GT Solar Tochter Reaktoren, mit denen ihre Kunden Polysilizium für die Produktion von Solarwafern herstellen können. Die durch die Emission eingenommenen 500 Millionen Dollar fließen ausschließlich dem Mutterkonzern zu. Bis zum Ende des ersten Börsentags hat sich die Aktie von GT Solar International auf 14,59 Euro verbilligt.

Die US-amerikanische Waferproduzentin MEMC Electronic Materials hat die Prognose für 2008 deutlich gesenkt. Bei der Vorlage seiner Zahlen für das 2. Quartal reduzierte das Unternehmen sein Umsatzziel für das Gesamtjahr von 2,4 Milliarden bis 2,5 Milliarden Dollar auf nun 2,25 Milliarden bis 2,35 Milliarden Dollar. Die Gewinnprognose wurde von 4,50 bis 4,60 Dollar je Aktie auf 4,0 bis 4,3 Dollar je Aktie verringert. Für das 2. Quartal hatte MEMC mitgeteilt, dass technische Probleme wie ein Brand in der texanischen Produktionsstätte in Pasadena die Geschäfte belastet hätten. Der Umsatz sei dennoch um 12,4 Prozent auf 531,4 Millionen Dollar angewachsen. Der Gewinn stieg von 163,6 Millionen Dollar oder 0,70 Dollar je Aktie auf 176,1 Millionen Dollar oder 0,76 Dollar je Aktie.

Der US-amerikanische Hersteller schlüsselfertiger Produktionsanlagen für Solarmodule, Spire Corporation, soll er an die Underwriters Laboratories Inc. (UL) Equipment für Modultests in China und in den USA liefern. Der Kunde stellt Sicherheitszertifikate für eine Fülle von Industrieprodukten aus. Über finanzielle Details der Vereinbarung wurde nichts mitgeteilt.

Die kalifornische SunPower Corp. aus San Diego hat die australische Solar Sales Tty Ltd. übernommen. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Das 1983 gegründete Unternehmen vertreibt Solarsysteme und –inverter, es setzt auch Solarprojekte um. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers will SunPower sich mit der Übernahme für den erwarteten Aufschwung des australischen Solarmarktes positionieren.

Der im chinesischen Xinyu ansässige Hersteller von Solarwafern, LKD Solar, meldet den Abschluss eines Vertrages mit der JYT Corporation. Die ebenfalls chinesische JYT ist ein Zulieferer der Solarindustrie mit Sitz in Peking. LKD bezieht von dem Unternehmen nach eigenen Angaben Schmelzöfen für die Herstellung von mono- wie auch mulitkristallinen Siliziumblöcken. Diese würden dann in der LKD Produktionsstätte in Xinyu City zum Einsatz kommen. Die Lieferungen der Öfen soll von 2008 bis 2010 erfolgen. Die Öfen sollen die Effizienz der Produktion steigern und gleichzeitig Strom sparen.

Bioaktien
Die US-amerikanische Ethanolproduzentin VeraSun Energy hat mit einmonatiger Verzögerung ihre Produktionsstätte in Hankinson, Norddakota, in Betrieb genommen. Die Anlage soll eine Jahresproduktion von 110 Millionen Gallonen Ethanol erreichen. Es handelt sich um die zwölfte Ethanolanlage des Unternehmens, das nach eigenen Angaben nun im Jahr 1,2 Milliarden Gallonen Ethanol produzieren kann.

Andere Aktien
Der ausgegliederten Wasser- und Entsorgungstochter des französischen Versorgers Suez, Suez Environnement, ist ein starkes Börsendebüt gelungen. Trotz eines schwachen Umfeldes legte sie beim Börsenstart an der Euronext in Paris über 13 Prozent zu auf 19,25 Euro. Hintergrund der Abspaltung von Suez Environnement ist die Fusion der französischen Unternehmen GDF und Suez zum neuen Energieriesen GDF Suez. Diese war von der Regierung in Paris betrieben worden, um Suez vor einer feindlichen Übernahme aus dem Ausland zu schützen.
Nach vorläufigen Zahlen hat die Kieler Regenbogen AG im ersten Halbjahr 2008 den Umsatz von 2,755 Millionen auf 2,825 Millionen Euro verbessert. Wie die börsennotierte Spezialistin für Camping- und Ferienanlagen mitteilte, fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aber erneut negativ aus. Der Verlust war mit 1,234 Millionen Euro noch höher als im 1. Halbjahr 2007 (minus 1,045 Millionen Euro). Allerdings erwirtschaftet die Regenbogen AG ihren Hauptumsatz erst in den Sommermonaten. Das Unternehmen hält unverändert an der positiven Jahresprognose fest.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite "Aktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.




Bildhinweis: Windräder von Vestas im Einsatz, die Solar-Fabrik in Freiburg, Trennsäge von Meyer Burger / Quelle jeweils: Unternehmen;  Verasun  produziert  Ethanol aus Getreide wie zum Beispiel Raps / Quelle: Biodiesel Süd.
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