US-Windpark mit Anlagen von Vestas. / Quelle: Unternehmen

15.04.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick für Umweltaktien

Der DAX verbesserte sich in der vergangenen Woche um 1,1 Prozent auf 7.745 Punkte. Der US-amerikanische Dow Jones Index legte zwei Prozent auf 14.865 Punkte zu. Der japanische Nikkei sprang zum Jahresausklang um fünf Prozent auf 13.485 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index in Hongkong kletterte 1,7 Prozent auf 22.089 Punkte. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verbilligte sich um 6,9 Prozent auf 103 Euro. Um 5,8 Prozent auf 7.448 Dollar fiel der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro stieg um 0,85 Prozent auf 1,3102 Dollar.

Windaktien

Der dänische Windradhersteller Vestas Wind Systems hat einen großen Auftrag aus Rumänien erhalten. Das italienisch-russische Gemeinschaftsunternehmen LUKERG Renew des russischen Ölkonzerns Lukoil und des italienischen Projektierers ERG Renew hat bei ihm 36 Windräder mit zusammen 72 Megawatt (MW) Leistungskapazität bestellt. Vestas soll die Anlagen für die Windfarm „Toplog“ in der rumänischen Region Tulcea in der zweiten Jahreshälfte 2013 liefern. Ferner wurde mit dem Unternehmen aus Århus eine Erweiterungsoption um weitere sechs Turbinen mit zusammen zwölf MW vereinbart.
Einen weiteren Großauftrag erhielten die Dänen aus Kanada. Ein Joint Venture der Kanada-Sparte des französischen Energieunternehmens EDF EN und des Grünstromprojektierers Enbridge Inc. bestellte 166 Windräder vom Typ V100-1.8 MW. Für 20 Jahre soll Vestas beim Windpark Blackspring Ridge auch den Service und die Wartung übernehmen. Den Bau der Anlagen für den Windpark nahe Lethbridge in der Region Alberta will Vestas in 2014 beenden.

Einen Vertriebserfolg in Irland meldete der Windkraftanlagenhersteller Nordex SE. Das Unternehmen aus Hamburg hat dort nach eigenen Angaben den Projektentwickler Element Power als Neukunden gewonnen. Für ihn soll Nordex den Windpark 'Monaincha' mit 15 Anlagen ausstatten. Damit wird Nordex nach eigenen Angaben in Irland eine Kapazität von 427 MW erreichen. Die Errichtung des Windparks nahe der Stadt Roscrea soll im April 2013 starten. Eigentümer des Windkraftwerks ist laut Nordex der Finanzinvestor BlackRock.

Der wind 7 AG aus Eckernförde liegen jetzt die offiziellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 vor. Demnach wurde laut dem geprüften Jahresabschluss ein Jahresüberschuss von 143.000 Euro erwirtschaftet. Dieser Wert liegt deutlich über den vorab gemeldeten 120.000 Euro. Im Vorjahr waren lediglich 38.000 Euro erreicht worden. Den Jahresabschluss sowie den freiwillige Bericht des Vorstands zum Geschäftsjahr 2012 will die wind 7 AG im Geschäftsbericht am 30. April 2013 veröffentlichen. Das Unternehmen betreibt für sich und als unabhängiger Betriebsführer für ihre Kunden über 100 Windenergie- und Photovoltaikanlagen in Deutschland und Spanien.

Solaraktien

Die Capital Stage AG hat den Kaufvertrag für einen weiteren Solarpark in Deutschland unterzeichnet. Das neun MW starke Sonnenstromkraftwerk befindet sich auf einer 25 Hektar großen Fläche in Mecklenburg-Vorpommern und speist bereits Sonnenstrom ins Netz ein. Über den vereinbarten Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Zukauf verfügt die Capital Stage AG insgesamt über Windkraft- und Solaranlagen in Deutschland und Norditalien mit 185 MW Leistungskapazität.

Das Meppener Solarunternehmen Solen AG hat die am 8. April fälligen Zinsen einer Anleihe nicht auszahlen können. Damit bleibt das Unternehmen nach eigenen Angaben seinen Anleihe-Gläubigern bis auf Weiteres zusammen knapp zwei Millionen Euro schuldig. Das Geld hätte nur vollständig und planmäßig an die Anleger ausgeschüttet werden können, wenn es gelungen wäre, eine Solaranlage in Italien zu verkaufen. Der Verkauf verzögere sich allerdings weiterhin. Zuvor waren schon zwei Versuche gescheitert, die Anleihe-Gläubiger mittels einer Abstimmung dazu zu bewegen, auf 75 Prozent der aktuell fälligen Anleihe-Ausschüttung zu verzichten.

Trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs ist die Edisun Power Europe AG im Geschäftsjahr 2012 in die roten Zahlen geraten. Der schweizerische Solarstromproduzent aus Zürich steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 8,2 Millionen Schweizer Franken (CHF). Das sind umgerechnet knapp 6,7 Millionen Euro. Dennoch entstand nach knapp einer Million CHF (rund 834.000 Euro) Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) in 2011 nun 293.000 CHF EBIT-Verlust (240.000 Euro). Der Nettoverlust kletterte von 917.000 auf 2,6 Millionen CHF (2,1 Millionen Euro).
Das Ergebnis sei durch Wertberichtigungen belastet, die sich aus Veränderungen bei der Solarstromvergütung in Spanien und Frankreich resultierten, hieß es dazu. Außerdem habe das Unternehmen für eine mögliche rechtliche Auseinandersetzung und im Zusammenhang mit der angekündigten Sanierung verschiedene Rückstellungen vorgenommen. Die Restrukturierung beinhaltet starke Einschnitte in die Organisations- und Personalstruktur, die jährlich eine Million CHF Einsparungen erbringen sollen. Außerdem will die Führung von Edisun den Aktionären auf der Generalversammlung ein Kapitalschnitt vorschlagen.

Einen Geschäftserfolg in Japan hat der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation ASA (REC) erzielt. Das Unternehmen errichtete eine Photovoltaikanlage mit 1,7 MW Leistungskapazität in Yonago in der Region Tottori, die nun offiziell eingeweiht wurde.
Ferner hat REC über Gemeinschaftsunternehmen mit der Summit Power Group die Rechte an einem großen Solarprojekt im US-Bundesstaat Kalifornien verkauft. Die NorthLitght Power, an der die Norweger zu 60 Prozent beteiligt sind, veräußerte das 60 MW starke Solarprojekt North Star an First Solar Inc. aus Tempe in Arizona. Das Solarkraftwerk soll ab 2014 in Fresno County errichtet werden und 2015 in Betrieb gehen.

First Solar, Spezialistin für Dünnschicht-Solarmodule, ist in die Silizium-Technologie eingestiegen. Das Unternehmen hat die Übernahme des Startup TetraSun von der japanischen JX Nippon Oil & Energy Corporation gemeldet. Der Solarkonzern, der verstärkt als Solarprojektierer auftreten will, stellt sich damit technologisch breiter auf.
Ferner veröffentlichte das Unternehmen eine Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf.  Für 2013 stellte 3,8 bis vier Milliarden Dollar Umsatz und 4 bis 4,5 Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht. Für 2014 geht der US-Solarkonzern von 3,5 Milliarden bis vier Milliarden Dollar Umsatz und 2,50 bis vier Dollar Gewinn je Aktie aus. Das Jahr 2015 will First Solar schließlich mit 4,2 Milliarden bis 4,8 Milliarden Dollar Umsatz beschließen. Außerdem rechnet die Unternehmensführung für 2015 mit vier bis sechs Dollar Gewinn je Aktie.

Einen millionenschweren Kredit zum Bau einer Solaranlage auf einer US-Militärbasis erhält die MEMC Electronic Materials von der North American Development Bank (NADB). Diese will dem Solarkonzern aus St. Peters in Missouri 35 Millionen Dollar Kredit gewähren. Dieses Geld sei für den Bau eines 16 MW starken Solarparks auf dem US-Luftwaffen-Stützpunkt Davis-Monthan in Tuscan, Arizona, bestimmt, hieß es. Errichtet werde diese Anlage von der MEMC-Projektierer-Tochter SunEdison LCC. Nach der Fertigstellung der Freiflächenanlage Ende 2013 soll die Luftwaffe den Strom für 25 Jahre abnehmen.

Der chinesische Solarkonzern JinkoSolar Holding hat eine schwache Jahresbilanz veröffentlicht. Das Unternehmen aus Shanghai erlitt aufgrund des starken Preisverfalls bei Solarmodulen einen starken Umsatzeinbruch. Er schrumpfte um 35 Prozent auf 4,79 Milliarden Renminbi. Dabei waren die Auslieferungen von Solarprodukten im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2011 um 27 Prozent auf 1,2 Gigawatt (GW) gestiegen. In 2013 sollen sie weiter ansteigen auf 1,2 GW bis 1,5 GW.
Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbuchte JinkoSolar einen Verlust in Höhe von 1,23 Milliarden Renminbi. In 2011 hatte der Solarkonzern beim EBIT noch 315,9 Millionen Renminbi Gewinn erzielt. Eine Million Renminbi sind umgerechnet 123.302 Euro.

Nur wenige Wochen nach der China-Tochter des Solarkonzerns Suntech Power Holdings kann jetzt auch die Europa-Tochter ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen. Die zuständigen Behörden am Suntech-Standort Schaffhausen in der Schweiz haben daher Suntech Power International unter Gläubigerschutz gestellt. Laut einer Pflichtmitteilung des Unternehmens gilt dieser zunächst für zwei Monate. Die Behörden hätten einen Verwalter damit beauftragt, die Finanzlage der Europa-Tochter von Suntech zu prüfen. Das Unternehmen werde den Betrieb fortsetzen.
Suntech Power Holdings ist auf den Cayman-Inseln ansässig, die Produktion des börsennotierten Solarkonzerns findet vor allem in China und in Europa statt. In USA hat das Unternehmen die Produktion vor kurzem weitgehend beendet.
Die New Yorker Börse drohte Suntech mit dem Ausschluss vom Handel, weil die Aktie dort seit mehr als 30 aufeinander folgenden Handelstagen unter dem Mindestwert von einem Dollar notiert.

Bioaktien

Die AGO AG Energie + Anlagen kann jetzt eine Wandelanleihe im Wert von zwei Millionen Euro vorzeitig in Aktien umwandeln. Das Oberlandesgericht Bamberg wies die Anfechtungsklage eines Anlegers gegen den Beschluss vom 24. Dezember ab. Weil das Urteil bereits rechtskräftig sei, werde die Anleihe in Aktien nun kurzfristig vollzogen, so die Spezialistin für KWK-Anlagenbau aus Kulmbach.
Die Anleihe wäre ursprünglich noch bis 2014 gelaufen. Sie war mit sechs Prozent fest verzinst und ausschließlich an Aktionäre der AGO AG ausgegeben worden. Dabei hatte gegolten: wer 200 Aktien besitzt erhält das Recht auf eine Anleihe. Der Stückpreis der Anleihe war auf 100 Euro festgelegt gewesen. Die Anleihezeichner geben dies nun auf und erhalten im Gegenzug für 1,76 Euro pro Stück AGO-Aktien.

Andere Aktien

Einen umfangreichen Dienstleistungsvertrag über Instandhaltungsmaßnahmen mit einem chinesischen Kunden hat eine Tochter der Vossloh AG abgeschlossen. Die Beijing CRM-Vossloh Track Maintenance Co., Ltd., ein Joint-Venture von Vossloh Rail Services mit dem chinesischen Bahntechnikdienstleister CRM, soll für die Betreibergesellschaft der Eisenbahnstrecke Peking – Schanghai das 1.300 Kilometer umfassende Schienennetz abschleifen. Das teilte der Bahntechnikkonzern aus Werdohl mit. Damit sei Vossloh das erste private ausländische Unternehmen, das in China Instandhaltungsmaßnahmen für das Bahnnetz übernehme. Ziel sei es, diese Form der Dienstleistung in China schrittweise auszudehnen, so Marcel Taubert, Geschäftsführer von Vossloh Rail Services.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer "Aktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

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