27.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gamesa erhält Großauftrag aus China – Solon baut weltgrößte Photovoltaik-Aufdachanlage – Schmack Biogas gelingt Markteintritt in Großbritannien

In der vergangenen Woche setzte sich der Aufwärtstrend des DAX fort. Der deutsche Leitindex legte fünf Prozent auf 5.229 Punkte zu. Der US-amerikanische Dow Jones verbesserte sich um vier Prozent auf 9.093 Punkte. Der japanische Nikkei kletterte um 4,8 Prozent auf 9.945 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil ist um acht Prozent auf 70,30 Dollar gestiegen. Der Kupferpreis erhöhte sich um vier Prozent auf 5.528 Dollar je Tonne der Qualität „Copper Grade A“. Der Euro verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1,42 Dollar.

Windaktien

Die Hamburger Nordex AG startete den Werksneubau für ihre US-Produktion in Jonesboro (Arkansas). Durch das Werk im ‚Craighead Technology Park’ will Nordex die Wettbewerbsfähigkeit in den USA verbessern und den Wachstumskurs stützen. Die Montagehalle soll bereits im nächsten Jahr in Betrieb gehen und ist auf eine Jahreskapazität von 750 Megawatt (MW) ausgelegt. Die beiden US-Werke von Nordex sollen im Jahr 2014 auf Volllast kommen. Die Gesamtinvestition beträgt 100 Millionen US-Dollar, davon betreffen rund 40 Millionen Dollar das Montagewerk.

Der US-amerikanische Windkraftprojektierer enXco, Tochtergesellschaft der  französischen EDF Energies Nouvelles, hat einen Nachfolgeauftrag von der Power & Light Company (IPL) erhalten. Demnach wurde vereinbart, dass IPL über 20 Jahre Windstrom aus dem Windpark Lakefield in Minnesota erhält. Dieses Projekt befindet sich noch in der Vorbereitungsphase und soll Ende 2010 in Betrieb gehen. Bei GE Energy hat enXco dafür 134 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 201 MW bestellt.

Die spanische Gamesa soll Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 300 MW in China errichten. Mit der einheimischen Huadian New Energy wurde vereinbart, bis 2011 gemeinsam Windparks mit 200 MW zu errichten und diese mit Windrädern von Gamesa auszustatten. Die Projekte werden in der Inneren Mongolei errichtet. Mit Huadian New Energy verabredete Gamesa in einem Memorandum of Understanding ferner die Lieferung der übrigen Windräder mit zusammen 100 MW für weitere Projekte in der autonomen Provinz. Alle Windturbinen werden von Gamesa an Standorten in China gefertigt.

Solaraktien

Der Aufsichtsrat der Conergy AG hat das Vorstandsmitglied Dr. Andreas von Zitzewitz zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt und damit nach eigenen Angaben die Weichen für die Zeit nach dem Abschied des Vorstandschefs Dieter Ammer gestellt. Dessen Mandat beim kriselnden Solarunternehmen aus Hamburg läuft Ende Juli kommenden Jahres aus. Andreas von Zitzewitz ist seit März 2008 bei Conergy und seit Januar 2009 als Vorstand für die Bereiche Produktion, Einkauf, Logistik sowie die Sparte Components verantwortlich.

Auf einem Firmengebäude des italienischen Logistikunternehmens Interporto di Padova will die Berliner Solon SE in Padua die nach Unternehmensangaben weltgrößte Photovoltaik-Aufdachanlage errichten. Das habe die italienische Tochter Solon S.p.A mit Interporto di Padova vereinbart. Mit einer Nennleistung von 15 MW soll die Anlage 17 Millionen kWh Strom pro Jahr produzieren. Der Baubeginn werde im September dieses Jahres erfolgen, so Solon.

Der Solarzellenhersteller Sunways AG muss seine Produktion herunterfahren und hat für seine Werke in Konstanz und Arnstadt Kurzarbeit angekündigt. Am 14. August will das Unternehmen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2009 vorlegen. Sunways geht nach eigenen Angaben von „einer den bisherigen Erwartungen entsprechenden Geschäftsentwicklung“ aus.

Das Übernahmeangebot des Hamburger Solarprojektierers Coloxon Energy AG an die Aktionäre der dänischen Renewagy A/S wird verlängert. Colexon hatte das Angebot zur Übernahme aller Inhaberaktien der Renewagy im Mai unterbreitetet. Der Aktientausch erfolgt demnach im Verhältnis 27:5. Aktionäre der Renewagy A/S, die das Angebot annehmen, erhalten für die Übertragung von je 27 Renewagy-Aktien an Colexon fünf neue Colexon-Aktien. Die Annahmefrist für das Angebot sollte ursprünglich am 22. Juni enden.
Das Ende der Übernahmefrist wurde laut Colexon verlängert, weil die Durchführung ihrer Kapitalerhöhung noch nicht in das Handelsregister eingetragen ist. Die sei aber eine der Bedingungen für den Vollzug des Übernahmeangebots.

Der Solarzellenhersteller Q-Cells SE und die US-amerikanische Waferproduzentin MEMC Electronic Materials haben ein Joint Venture zur Errichtung von großflächigen Solarparks gegründet. Beide Partner wollen jeweils 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Das erste gemeinsame Projekt ist eine Anlage im bayrischen Strasskirchen, die nach Unternehmensangaben eine Gesamtkapazität von rund 50 MW erreichen soll. Die Partner haben vereinbart, das Joint Venture mit jeweils bis zu 70 Millionen Euro auszustatten, um die Zwischenfinanzierung während der Bauphase gemeinsam zu tragen. MEMC liefert für das Joint Venture die Siliziumwafer, aus denen Q-Cells Solarzellen fertigt. Im Anschluss ist der Verkauf des Projektes an einen Drittinvestor vorgesehen.

MEMC legte ihre Geschäftszahlen für das 2. Quartal vor. Demnach ist der Umsatz zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 282,9 Millionen Dollar eingebrochen. Nach einem Betriebsgewinn von 242,5 Millionen Dollar im 2. Quartal 2008 stand nun ein Betriebsverlust von 14,3 Millionen Dollar zu Buche. Doch im Vergleich zum 1. Quartal ging es deutlich aufwärts, der Umsatz fiel um über 32 Prozent besser aus und der Betriebsverlust sank um 12,1 Millionen Dollar. Aufgrund von Einmaleffekten kletterte der Nettogewinn im Vergleich zum 1. Quartal von 2,0 auf 6,5 Millionen Dollar, nachdem er im 2. Quartal 2008 mehr als 176 Millionen Dollar betragen hatte. Ahmad Chatila, CEO der Gesellschaft bestellt, stellte für das 3. Quartal einen Umsatz von 300 bis 350 Millionen Dollar in Aussicht.

First Solar, weltweit führender Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen aus dem US-Bundesstaat Arizona, will in Frankreich eine Produktionsstätte aufbauen. Mit einer anfänglichen Produktionskapazität von 100 MW pro Jahr soll die Solarfabrik die größte des Landes werden. Der Standort soll in den nächsten Monaten festgelegt werden und sich die Investitionssumme auf 90 Millionen Euro belaufen. Die volle Produktion wollen die Amerikaner in der zweiten Jahreshälfte 2011 erreichen.
Für das Projekt hat sich First Solar die französische EDF Energies Nouvelles als einheimischen Partner ins Boot geholt. Die börsennotierte Grünstrom-Tochter des Energiekonzerns EDF wird den Angaben zufolge die Hälfte des benötigten Investitionskapitals bereitstellen. Sie will sich mit ihrem Engagement die ausreichende Versorgung mit Dünnschicht-Solarmodulen sichern. Das Grünstromunternehmen verfügt über ein großes internationales Portfolio von Windkraftprojekten und will bis 2012 im Bereich Photovoltaik Kapazitäten im Umfang 500 MW aufbauen. Im 1. Halbjahr 2009 wurden Projekte mit fast 150 MW Leistung in Betrieb genommen oder zumindest deren Bau gestartet.

Der kalifornischen Solar Integrated, einer börsennotierten Spezialistin für gebäudeintegrierte Photovoltaik, liegt ein Übernahmeangebot von Energy Conversion Devices (ECD) vor. Wie die Gesellschaft aus Rochester Hills in Michigan bekannt gab, bietet sie rund 16,3 Millionen Dollar für die Übernahme des Unternehmens. Das Angebot an die Aktionäre liege bei 11 Dollarcents je Aktie. Die Führung von Solar Integrated begrüßte das Angebot. Gemeinsam sei man aussichtsreich für den erwarteten Boom der Photovoltaik in den USA positioniert, erklärte Mark Morelli, CEO von Solar Integrated. Die zählt zwar prominente Unternehmen wie Ikea und Tesco zu ihren Kunden, schreibt aber seit Jahren rote Zahlen.

In den nächsten drei Jahren will der chinesische Solarkonzern Suntech Power in Shanghai und in der Provinz Jiangsu Solarprojekte mit zusammen 500 MW Leistung umsetzen. Das Unternehmen aus Wuxi schloss dafür eine Vereinbarung mit dem Energieunternehmen China Huadian New Energy Development. Dieses soll die geplanten Aufdach-Solarparks finanzieren und errichten, während Suntech das Technologiemanagement übernimmt und die Module bereitstellt.

Mit massiven Einschnitten reagiert die kanadische Siliziumproduzentin Timminco Ltd. auf die geschrumpfte Nachfrage. Das Unternehmen aus Toronto betrieb im 2. Quartal nur noch drei von sieben Produktionslinien. Es kündigte an, fortan werde nur noch eine einzige betrieben. 60 Mitarbeiter würden entlassen.

Die chinesische Waferproduzentin LDK Solar hat ihre Prognose für das 2. Quartal leicht erhöht. Demnach rechnet sie mit einem Umsatz in Höhe von 225 bis 235 Millionen Dollar und mit Auslieferungen im Umfang von 230 bis 240 MW.


Das chinesische Solarunternehmen Trina Solar hat mit der spanischen Proinso ('Proyectos Integrales Solares S.L.) einen Ausrüstungsvertrag abgeschlossen. Vom Mitte 2009 bis 2010 soll sie demnach Solarmodule für Projekte in Europa und in den USA liefern. Das Liefervolumen umfasst nach Unternehmensangaben bis zu 50 MW.

Die kalifornische SunPower hat im 2. Quartal deutliche Rückgänge beim Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Der Nettogewinn ist um 22 Prozent auf 24,2 Millionen Dollar oder 26 Dollarcents je Aktie geschrumpft. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 383 Millionen auf 298 Millionen Dollar. Für das 3. Quartal prognostizierte Firmenchef Tom Werner, dass Umsatz und Gewinn im Vergleich zum 2. Quartal um 40 Prozent an steigen werden. Im Gesamtjahr werde der Nettogewinn voraussichtlich 1,16 bis 1,60 Dollar je Aktie betragen. Die Umsatzprognose erhöhte Werner leicht von 1,30 Milliarden bis 1,7 Milliarden Dollar auf 1,35 Milliarden bis 1,75 Milliarden Dollar.

Bioenergieaktien

Der Schmack Biogas AG ist der Markteintritt in Großbritannien gelungen. Das Unternehmen aus dem bayrischen Schwandorf soll für rund vier Millionen Euro das Anlagenengineering sowie die Schlüsselkomponenten für die mit zwei MW größte NaWaRo-Biogasanlage in Großbritannien bereitstellen. Die Anlage in Stoke Bardolph in der Region East Midlands wird vom Wasserversorger Severn Trent Water betrieben. Die Bauarbeiten haben laut Schmack bereits begonnen, die Inbetriebnahmephase der Anlage sei für Ende 2009 geplant.

Andere Aktien

Von einem ungenannten Kunden hat die Dortmunder Recyclingspezialistin Envio AG einen Großauftrag über die Verwertung von Transformatoren im Umfang von mehr als 2.000 Tonnen erhalten. Sie teilte dazu lediglich mit, „einer der großen Energiekonzerne Deutschlands“ habe sie damit beauftragt, die Transformatoren über einen Zeitraum von insgesamt zwölf Monaten zu entsorgen. Über die weiteren Vertragsbestandteile sei zwischen den Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart worden.

Auf dem Geothermie-Feld The Geyser in Kalifornien will die kanadische Western GeoPower Corporation ein Erdwärme-Kraftwerk errichten. Das Unternehmen in Vancouver erhielt jetzt dafür die Zustimmung für das Umweltgutachten und die Nutzungserlaubnis. Das Kraftwerk soll eine Leistung von brutto 38,5 MW erbringen. Der Strom wird von der Northern California Power Agency abgenommen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.




Bildhinweis: Solarmodule von First Solar im EInsatz. / Quelle: Phoenix Solar

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