04.10.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gamesa erzielt Vertriebserfolge – Unternehmensgründer verlässt Solar Millennium – Vossloh AG kappt Prognose

Mit 5.502 Punkten hat der DAX die vergangene Woche um deutliche 5,8 Prozent besser abgeschlossen als die Vorwoche. Der US-amerikanische Dow Jones Index steigerte sich um 2,5 Prozent auf 10.751 Punkte. Mit 1,1 Prozent Kursgewinn erholte sich auch der japanische Nikkei leicht. Er notierte bei 8.611 Punkten. Ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ büßte 0,3 Prozent ein und fiel auf 103,70 Dollar. Die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade“ verbilligte sich um 4 Prozent auf 7.015 Dollar. 0,4 Prozent verlor der Euro. Er kostete 1,349 Dollar.

Windaktien

Zwei große Aufträge meldete der spanische Windradhersteller Gamesa Corp. Tecnologia. In der chinesischen Provinz Innere Mongolei soll das Unternehmen aus dem Baskenland einen Windpark mit Turbinen ausstatten. Der Auftrag umfasst ein Leistungsvolumen von 200 Megawatt (MW). Auftraggeber ist die Huadian New Energy Development Company. In der polnischen Provinz Mazowsze soll Gamesa zudem einen Windpark mit 60 MW Leistung errichten, mit eigenen Anlagen ausstatten und bis zum zweiten Quartal 2012 in Betrieb nehmen. Dann werde die Auftraggeberin PGE Energia Odnawialna das Projekt übernehmen, so Gamesa.

Verspätet hat der US-Windkraftzulieferer American Superconductor (AMSC) Zahlen für das Fiskaljahr 2010 vorgelegt. Demnach sank der Umsatz des Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahres 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 316 auf 286,6 Millionen Dollar. Nach 16,2 Millionen Dollar Nettogewinn im Fiskaljahr 2009 verbuchte AMSC aktuell 186,3 Millionen Dollar Nettoverlust. Die Verspätung der Bilanz und die herben Verluste begründete das Unternehmen aus Devens in Massachusetts mit dem Bruch mit dem lange Zeit wichtigsten Kunden von AMSC, dem chinesischen Windradhersteller Sinovel. Der weigert sich laut AMSC, offene Rechnungen in Höhe von 158,5 Millionen Dollar zu zahlen. Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2011 erlitt der Windkraftzulieferer einen Umsatzeinbruch um mehr als 90 Prozent von 97,2 auf 9,1 Millionen Dollar. Auch hier sei der Verlust des Großkunden Sinovel die Ursache. Nach 9,2 Millionen Dollar Nettogewinn im Vorjahresquartal entstand aktuell 37,7 Millionen Dollar Nettoverlust.

Solaraktien

Hannes Kuhn, Gründer der Solar Millennium AG aus Erlangen, ist von seinem Amt als Aufsichtsrat der Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke zurückgetreten. Kuhn ist in verschiedene Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Unter anderem muss er sich wegen schweren Betruges im Zusammenhang mit seiner einige Jahre zurückliegenden Tätigkeit als Steuerberater einer mittlerweile zahlungsunfähigen Immobiliengesellschaft verantworten. Unterdessen wurde bekannt, dass Solar Millennium eine laufende Anleihe-Emission, mit der das Unternehmen 100 Millionen Euro für sein US-Projektgeschäft einsammeln will, bis auf Weiteres auf Eis gelegt hat. Der Anleiheprospekt werde auf eine mögliche Überarbeitung hin überprüft, hieß es.
In Spanien hat Solar Millennium das solarthermische Kraftwerk Andasol 3 in Betrieb genommen. Die Anlage in Granada verfüge über 50 MW Leistungskapazität, erklärte das Unternehmen.

Die Inbetriebnahme einer großen Dachsolaranlage mit 12,3 MW Leistungskapazität in Italien hat der Berliner Solarkonzern Solon SE bekannt gegeben. Das Solarkraftwerk im Wert von 50 Millionen Euro bestehe aus 25 Teilanlagen und sei auf den Dächern des Logistikzentrums Interporto di Padova im norditalienischen Padua installiert worden.

Der Solarausrüster PVA TePla aus Wettenberg hat eine Kooperation in den Bereichen Vertrieb und Service mit dem indischen Unternehmen Bergen Associates beschlossen. Der PVA-Geschäftsbereich Solar Systems habe zudem einen Auftrag aus der asiatischen Solarindustrie zur Lieferung von Kristallisationsanlagen für Silizium-Komponenten im Wert von rund fünf Millionen Euro erhalten, so der Solarausrüster.

Der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation ASA (REC) hat angekündigt, seine Produktionskapazitäten massiv zu verringern. Das geht aus einer Unternehmensmeldung hervor. Demnach hat die Konzernführung entschieden, etwa die Hälfte der Produktion am Heimatstandort Norwegen zu beenden. Geschlossen werde die Waferproduktionstätten in Herøya und in Glomfjord  sowie die Fertigung von Solarzellen in Narvik. Das bedeutet eine Verringerung der Waferproduktion um 775 MW und der Fertigung von Solarzellen um 180 MW. Rund 600 Mitarbeiter sind von den Produktionsstilllegungen betroffen.

Für eine Freifeldsolaranlage im Südwesten von Frankreich liefert der Solarkonzern Canadian Solar Inc. die Photovoltaikmodule. Auftraggeber ist Eosol Energies Nouvelles. Die Leistung beträgt 5,1 MW.

Das US-amerikanische Solarunternehmen First Solar hat einen Service- und Projektauftrag für eine Freiflächenanlage mit 130 MW Leistungskapazität in Kalifornien erhalten. Auftraggeber sei  die Tenaska Solar Ventures, so der Solarkonzern aus Tempe in Arizona. Der erzeugte Sonnenstrom werde von San Diego Gas & Electric abgenommen. Dies sei über einen Vertrag mit 25 Jahren Laufzeit festgelegt worden, gab First Solar bekannt.

Bildhinweis: Freiflächenprojekt von First Solar. / Quelle: Unternehmen


Einen neuen Großauftrag aus seinem Heimatland meldete der chinesische Solarkonzern Jinko Solar. China Guangdong Nuclear habe Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistungskapazität von 38 MW bei dem Unternehmen aus Shanghai bestellt, teilte dieses mit. Der Kunde werde die Module in zwei Tranchen abnehmen, einmal zu 18 MW und einmal zu 20 MW für zwei große Freiflächenprojekte in Dunhuang in der Gansu Provinz und in Qinghe in dem autonomen Provinz Xinjiang verwenden, so Jinko weiter.

Seine Produktionskapazität für Silizium hat der chinesische Solarkonzern LDK Solar stark erweitert. Mit der Errichtung einer dritten Fertigungslinie am Standort Mahong baut LDK seine jährliche Siliziumherstellung um 5.000 Metrische Tonnen (MT) auf 15.000 MT aus. Dies meldete der Konzern  mit Sitz in Xinyu. Mit dem Produktionsbeginn der neuen Anlage rechnet LDK noch in diesem Jahr. Bisher verfügt LDK in seinen beiden Anlagen in Mahong und Xiacun über Kapazitäten von 17.000 MT pro Jahr.

Für zwei große Solaranlagen im US-Bundesstaat Kalifornien soll der chinesische Solarkonzern Suntech Power Holdings Co Ltd. Module mit einer Gesamtleistungskapazität von 35 MW liefern. Bestellt worden seien die Photovoltaik-Komponenten von  Cupertino Electric Inc., der Grünstrom-Sparte des US-Versorgers CEI Energy, teilte das Solarunternehmen aus Wuxi mit.

Bioaktien
Die 2 G Bio Energy AG aus Heek im Münsterland hat starke Zahlen für das erste Halbjahr 2011 veröffentlicht. Wie die ehemals als 2 G Bio-Energietechnik AG firmierende Gesellschaft mitteilte, wurde der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Er kletterte bis Ende Juni von 18,8 Millionen auf 34,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2 G kletterte von 1,2 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro.

Andere Aktien

Bereits zum zweiten Mal im laufenden Jahr hat der Bahntechnikkonzern Vossloh AG aus Werdohl seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten korrigiert. In der vergangenen Woche reduzierte sie die Umsatzprognose für 2011 von 1,25 auf maximal 1,2 Milliarden Euro. Statt bis zu 130 Millionen EBIT zu erwarten geht Vossloh nunmehr davon aus, dass 90 bis 100 Millionen EBIT realistisch seien. Der Konzern begründete dies mit dem Preisdruck auf Märkten in Nord- und Südeuropa vor allem aber mit starken Verzögerungen beim China-Geschäft.

Eine gesteigerte Bilanz für das erste Halbjahr 2011 hat die Helma Eigenheimbau AG vorgelegt. Der Halbjahresumsatz der Spezialistin für Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte aus Lerthe sprang im Vergleich zum Vorjahr um 48,5 Prozent auf 43,4 Millionen Euro. Die Gesamtleistung der Helma Eigenheimbau AG wuchs im ersten Halbjahr 2011 um knapp 47 Prozent auf 48,6 Millionen Euro. Nach 340.000 Euro EBIT-Verlust im ersten Halbjahr 2010 kehrte Helma in die Gewinnzone zurück und erzielte aktuell 820.000 Euro EBIT.

Mit 14,4 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum und einem EBIT-Verlust hat die Bohrtechnikspezialistin Daldrup & Söhne das erste Halbjahr 2011 abgeschlossen. Das geht aus der vorläufigen Bilanz des Unternehmens mit Sitz in Ascheberg und Erfurt hervor. Nach drei Millionen Euro EBIT in der ersten Vorjahreshälfte verbucht Daldrup & Söhne aktuell 552.600 Euro EBIT-Defizit. Die Rückgänge seien unter anderem auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Der Halbjahresumsatz ging von 12,5 auf 10,8 Millionen Euro zurück.

Die Schlauchsystemspezialistin Masterflex AG aus Gelsenkirchen verkauft ihre Brennstoffzellentechnik-Sparte Brennstoffzellentechnik GmbH. Mit dem Verkauf der Unternehmenstochter schließe Masterflex die im November 2010 beschlossene Trennung von dem verlustreichen Geschäftsbereich Mobility endgültig ab, hieß es.

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