16.07.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gamesa nimmt mexikanischen Windpark in Betrieb – centrotherm photovoltaics insolvent – Biokraftstoffhersteller CropEnergies steigert Quartalsumsatz

Der DAX legte in der vergangenen Woche 2,3 Prozent zu und schloss am Freitag bei 6.557 Punkten. Lediglich um 5 Punkte kletterte der US-amerikanische Dow Jones Index auf 12.776 Punkte. Der japanische Nikkei sank um 1,9 Prozent auf 8.809 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ stieg um 3,9 Prozent auf 101,70 Euro. Die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 7.715 Dollar. Der Euro verlor 2,9 Prozent an Wert und kostete 1,2248 Dollar.

Windaktien

Der spanische Windradhersteller Gamesa Corp Tecnologcia hat für seinen italienischen Kunden Enel Green Power einen Windpark mit insgesamt 74 Megawatt (MW) Leistungskapazität errichtet und ans Stromnetz gebracht. Das Großprojekt sei im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca in der Region Tehuantepec realisiert worden, gab das Unternehmen bekannt. Gamesa stattete den Windpark mit 37 Turbinen aus.

Einen Vertriebserfolg in seinem Heimatmarkt meldete der indische Windturbinenbauer Suzlon. Wie das Unternehmen, das zu den fünf größten Herstellern von Windkraftanlagen weltweit zählt, bekannt gab, stammt die Order zur Lieferung von Windrädern mit 300 MW Gesamtleistungskapazität vom Projektierer ReNew Power. Der Auftrag umfasse auch den Bau und Betrieb des Windparks.

Solaraktien

Der Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, Volker Böhm, hat zwei weitere Beteiligungen des Unternehmens aus Erlangen verkauft. Zum einen übernimmt die Ferrostaal GmbH die Flagsol GmbH komplett. Bis zur Pleite von Solar Millennium hatten die beiden Unternehmen die Flagsol GmbH als Gemeinschaftsunternehmen geführt, wobei die Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke 74,9 Prozent der Flagsol GmbH gehalten hatte. Zum anderen verkaufte Böhm den 13-prozentigen Anteil der Solar Millennium AG am solarthermischen Großkraftwerksprojekt Andasol 3 an den geschlossenen Fonds Andasol 3-Fonds GmbH & Co. KG, der ohnedies wirtschaftlicher Nutznießer des Projektes sei. Der Fonds war ursprünglich von der Finanzdienstleister-Tochter der Solar Millennium AG, Solar Millennium Invest AG, aufgelegt worden. Sowohl der Fonds als auch die Solar Millennium Invest AG sind als eigenständige Gesellschaften nicht unmittelbar von der Solar-Millennium-Pleite betroffen gewesen.



Eine Wandelanleihe der S.A.G. Solarstrom AG, die ursprünglich am 29. Juli 2012 fällig wäre, ist vom überwiegenden Teil der Gläubiger um zwei Jahre bis 2014 verlängert worden. Das teilte das Solarunternehmen aus Freiburg mit. Ein entsprechendes Angebot hatte die S.A.G. den Anleihe-Gläubigern zur jüngsten ordentlichen Hauptversammlung unterbreitet. Die Anleihe im ursprünglichen Gesamtwert von 10 Millionen Euro und 6,85 Prozent Festzins war schon einmal zuvor um zwei Jahre verlängert worden, dann allerdings noch mit 6,25 Prozent Zins. Vor dem neuerlichen Angebot standen noch rund 7,5 Millionen Euro an Anleihen aus.

Das nächste namhafte deutsche Solarunternehmen ist pleite: Der Solarausrüster centrotherm photovoltaics AG meldete Insolvenz an. Das zuständige Amtsgericht Ulm hat dem Antrag des Unternehmens aus Blaubeuren auf Gläubigerschutz und ein Insolvenzverfahren in eigener Verantwortung direkt stattgegeben. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht den Anwalt Prof. Dr. Martin Hörmann von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte.

Bildnachweis: Firmenschild der centrotherm photovoltaics AG. / Quelle: Unternehmen


Eine Rückzahlung an das Land Brandenburg kommt auf den US-Konzern First Solar Inc. zu. Das Landeswirtschaftsministerium fordert rund fünf Millionen Euro von dem Solarkonzern aus Tempe in Florida, weil dieser seinen Produktionsstandort Deutschland in Frankfurt/Oder zum Jahresende 2012 komplett aufgibt. Dies bestätigte ein Sprecher des Ministeriums. Demnach hatte First Solar Fördermittel in Höhe von fünf Millionen Euro für die Inbetriebnahme eines zweiten Werkes in Frankfurt/Oder im Herbst 2011 erhalten. Weil mit der Schließung beider Werke essentielle Teile der Subventionsvereinbarung nicht mehr eingehalten würden, solle First Solar die Förderung zurückerstatten, so der Sprecher.

Der US-amerikanische Technologiekonzern Satcon Technology Corporation hat einen Großauftrag aus Kalifornien erhalten. Bis Mitte 2013 soll das Unternehmen aus Boston in Massachusetts dem Versorger San Diego Gas & Electric (SDGE) Wechselrichter mit einer Kapazität von je 1,5 Megawatt sowie weitere Technologie zur Stromverarbeitung zur Verfügung stellen. Dieser will sie für ein Photovoltaik-Projekt in Südkalifornien mit 51 MW Gesamtleistungskapazität einsetzen. Zudem gewährten die kalifornischen Behörden Satcon zwei Millionen Dollar Förderung für Forschung und Entwicklung.

In Sydney hat der chinesische Solarkonzern Yingli Green Energy eine neue regionale Vertretung eröffnet. Die Yingli Green Energy Australia Pty. sei eine 100 prozentige Tochter des Konzerns aus Baoding.

Einen ähnlichen Schritt geht der chinesische Solarkonzern Trina Solar aus Xinyu. Das Unternehmen will über eine 100-prozentige Tochter in Kanada den nordamerikanischen Markt weiter erschließen. Dazu schloss Trina Solar auch gleich noch eine strategische Partnerschaft mit der kanadischen Tochter des italienischen Solarsysteme-Anbieters Silfab Spa. Auf diese Weise wird Trina Solar ein Solarmodulhersteller, der auch in Nordamerika produziert.

Bioaktien

Der Bio-Kraftstoffhersteller CropEnergies AG aus Mannheim hat seinen Umsatz im ersten Quartal 2012/13 gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gesteigert. Das geht aus der Bilanz der CropEnergies AG hervor. Demnach kletterte der Umsatz der ersten drei Monate um 22 Prozent auf 160,5 Millionen Euro. Dennoch erzielte das Unternehmen in diesem Zeitraum weniger Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT). Er sank um 2,6 Prozent auf 14,9 Millionen Euro.

Bildnachweis: Produktionsanlage der CropEnergies AG. / Quelle Unternehmen

Das Amtsgericht Vechta hat dem Antrag der bkn Biostrom AG stattgegeben und ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Das hat die Spezialistin für den Bau und Betrieb von Biogasanlagen aus Vechta bekannt gegeben. Dr. Sven-Holger Undritz, Partner der White & Case Insolvenz GbR, sei zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Der Geschäftsbetrieb der betroffenen bkn-Gesellschaften werde mit Unterstützung der Hausbank sowie der Agentur für Arbeit fortgeführt. Die Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld gesichert, hieß es.

Im Hafen der französischen Stadt Le Havre soll die österreichische BDI BioEnergy International AG eine Biodieselanlage bauen. Der Auftrag im Wert von 16,4 Millionen Euro umfasse die gesamte Planung und Errichtung der Anlage, die aus Tierfetten jährlich 75.000 Tonnen Biodiesel gewinnen soll, gab die Biodieselanlagen-Spezialistin bekannt. Auftraggeber sei EcoMotion France, ein Tochterunternehmen von Saria und der französischen Supermarktkette Intermarché.

Die Aktie der niederländischen Biogasanlagenbau-Spezialistin Archea Biogas N.V. wird noch in diesem Jahr aus dem Handel der Deutschen Börse genommen. Das gab das Unternehmen aus Waarle bekannt. Der Handelsstopp im System der Deutschen Börse sei für Oktober geplant, teilte Archea Biogas N.V. mit. Näheres zu diesem sogenannten Delisting werde das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben, hieß es.

Andere Aktien

Gut gefüllte Auftragsbücher meldete die Helma Eigenheimbau AG aus Lerthe. Im ersten Halbjahr 2012 gingen bei der Spezialistin für Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte neue Aufträge im Wert von 58 Millionen Euro ein. Das sind acht Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Einen positiven Impuls zu dieser Entwicklung habe unter anderem die noch junge Ferienimmobiliensparte von Helma beigetragen, teilte das Unternehmen mit.

Nach Abschluss der zweiten Tiefenbohrung für das geothermische Großkraftwerksprojekt Taufkirchen im bayrischen Grünwald hat die Bohrtechnikspezialistin Daldrup & Söhne AG Verhandlungen mit Banken aufgenommen. Sie will nach eigenen Angaben bis zu 30 Millionen Euro zusätzliches Kapital für die Installation des geplanten Geothermie-Kraftwerks bekommen. Geplant sei eine Geo-Kraftwärmekopplungsanlage mit rund 39,8 MW thermischer und 4,3 MW elektrischer Leistungskapazität, so das Unternehmen.

Ein gesteigertes vorläufiges Halbjahresergebnis hat der Holzwerkstoffhersteller Dilignit AG aus Blomberg vorgelegt. Der Umsatz der ersten sechs Monate ist der nicht testierten Bilanz zufolge auf Jahressicht um 25 Prozent auf 17,7 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 500.000 Euro auf 1,5 Millionen Euro. Weitere Kennzahlen gab Dilignit nicht bekannt.

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