27.12.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gamesa und Iberdrola vertiefen Kooperation – Solar Millennium AG insolvent – Großauftrag für BDI - BioEnergy International AG

Der DAX hat in der vergangenen Woche 3,1 Prozent auf 5.879 Punkte zugelegt. Der US-amerikanische Dow Jones Index stieg um 2,5 Prozent auf 12.276 Punkte. Dagegen verbesserte sich der japanische Nikkei lediglich um 0,2 Prozent auf 8.395 Punkte. Der Ölpreis ging deutlich nach oben, das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verteuerte sich um 6,3 Prozent auf 108,00 Dollar. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ stieg um 3,7 Prozent auf 7.634,00 Dollar. Der Euro hielt sich stabil bei 1,304 Dollar.

Windaktien

Die beiden in Spanien ansässigen Gamesa und Iberdrola wollen ihre Kooperation wieder vertiefen. Laut einer Mitteilung der beiden Unternehmen haben der Windkraftanlagen-Hersteller Gamesa und der Versorger Iberdrola, einer größten Grünstromproduzenten weltweit, ihr Kooperationsabkommen aus 2008 erneuert. Besonders bei Offshore-Windpark-Projekten soll die Zusammenarbeit intensiviert werden. Im Rahmen der Kooperation will Iberdrola für seine Offshore-Windparks entweder die Hälfte der von Gamesa zwischen 2013 und 2022 produzierten Windturbinen erwerben oder so viele Turbinen kaufen, bis die Gesamtleistung 3800 MW beträgt: je nachdem, welcher Fall zuerst eintrifft. Der Schwerpunkt soll zunächst auf Projekte in Spanien und Portugal liegen. Auch bei der Wartung der entstehenden Offshore-Parks soll es eine engere Zusammenarbeit geben.

Der Projektentwickler WKN USA hat bei der Hamburger Nordex SE zwölf Windenergieanlagen bestellt. Nordex soll die Windräder ab August kommenden Jahres für den 30-Megawatt-Windpark „Mozart“ in Texas ausliefern und bis Ende 2012 ans Netz bringen. Die WKN USA aus San Diego gehört zur deutschen BayWa AG.
Ferner gab Nordex bekannt, dass das Kostensenkungsprogramm vollständig umgesetzt worden ist. Damit will der Windturbinenbauer im kommenden Jahr wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Nach Kürzungen bei den Betriebsausgaben hat das Unternehmen jetzt auch den Stellenabbau in Europa abgeschlossen. Insgesamt betraf das Programm rund 260 Arbeitsplätze. Betriebsbedingte Kündigungen hat Nordex für die nähere Zukunft ausgeschlossen und eine Beschäftigungsgarantie bis zum März 2013 ausgesprochen.

Die kanadische Western Wind Energy Corp. aus Vancouver rechnet mit zusätzlichen Einnahmen aus einem Windpark in Kalifornien. Dem Unternehmen zufolge hat sich ein lokaler Energieversorger dazu verpflichtet, Windstrom aus dem Projekt Mesa in der Nähe von Palm Springs abzunehmen. Dadurch könne Western Wind Energy aus dem Projekt doppelt so hohe Erlöse erwirtschaften als bislang angenommen. Das Mesa-Projekt habe eine Kapazität von 30 Megawatt (MW).

Solaraktien

Die Solar Millennium AG aus Erlangen hat beim Amtsgericht Fürth Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Weil der Verkauf von Projekten in den USA sich weiter verzögerte und auch Investoren nicht für einen Einstieg in das spanische Kraftwerksprojekt Ibersol gewonnen konnten, gingen der Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke die Mittel aus. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Volker Böhm bestellt.

Die solarhybrid AG aus Brilon hat mit Solar Millennium über den Kauf von deren US-Projekten verhandelt und sich mit ihr grundsätzlich auf einen Erwerb geeinigt. Zwar wurde bereits eine Anzahlung geleistet. Kurz vor der Insolvenz der Erlanger wurde mitgeteilt, dass die Verhandlungen nicht mehr in 2011 abgeschlossen werden können. Für die Solar Millennium bedeutete dies das Aus.
Unterdessen hat die solarhybrid AG ihr Photovoltaik-Projekt „Finow Tower II“ errichtet. Nach der Inbetriebnahme der Wechselrichter soll es noch bis Jahresende mit voller Leistung ans Netz angeschlossen werden.  Mit einer Gesamtleistung von 84, 5 MW ist es dem Unternehmen zufolge das größte Kraftwerk seiner Art in Europa.
Weiter zog der Bauer von Solarstrom-Kraftwerken für 2011 eine positive Bilanz seiner Projekte. Man habe die Vorjahresleistung von 48 MW im auslaufenden Jahr um das 4,5-fache gesteigert, so die solarhybrid. Insgesamt seien im Geschäftsjahr 2011 rund 218 MW an Projektvolumen umgesetzt worden. Für 2012 plant das Unternehmen die Umsetzung einer Projekt-Pipeline mit einer Gesamtleistung von 323 MW.

Der Bosch-Konzern hat der kriselnden Conergy AG das Wechselrichter-Geschäft abgekauft. Wie der Hamburger Solarkonzern bekannt gab, wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Zum Produktportfolio von voltwerk gehören String- und Zentralwechselrichter für Photovoltaikanlagen sowie Monitoringsysteme und Speicherlösungen.

Einen Großauftrag aus Deutschland hat der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) erhalten. Der Projektentwickler GP Joule aus Reußenköge hat bei ihm Solarmodule mit einer Gesamtleistung von einer 60 MW geordert. Sie sind für Projekte in Frankreich und Deutschland vorgesehen.
Zudem erhält der norwegische Solarkonzern von einem ungenannten Kunden eine Ausgleichszahlung in Höhe von etwa 170 Millionen Norwegischen Kronen (NOK). Das sind umgerechnet 22 Millionen Euro. In den Jahren 2006 bis 2008 hatte REC eine Reihe langfristiger Verkaufsverträge mit Abnahmegarantie für Wafer abgeschlossen. Jetzt habe das Unternehmen der Auflösung eines solchen Vertrages zugestimmt und dafür die Abfindung eingestrichen, so REC. Der Erlös daraus werde zum größten Teil noch im 4. Quartal verbucht.

Der US-amerikanische Solarprojektierer Real Goods Solar hat den Zusammenschluss mit der Alteris aus Wilton im Bundesstaat Connecticut abgeschlossen. Diese zählt zu den größten Soalrprojektierern im Nordosten der USA, während Real Goods Solar sich bislang auf die sonnenreichen Bundesstaaten Colorado und Kalifornien konzentriert. Real Goods Solar ist selbst in Colorado ansässig. Das fusionierte Unternehmen wird als Real Goods Solar firmieren. Es erhofft sich von dem Zusammenschluss eine stärkere Position im auflebenden Photovoltaikmarkt der Vereinigten Staaten.

Der Solarprojektierer Canadian Solar Solutions Inc., Tochtergesellschaft von Canadian Solar, hat einen Großauftrag erhalten. Sie soll für den Energielieferanten TransCanada in der Provinz Ontario neun Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 86 MW umsetzen. Es wurde vereinbart, dass die Solarprojekte bis zum Ende 2012 bzw. Mitte 2013 ans Netz gehen. Die benötigten Solarmodule werden am Standort von Canadian Solar in Ontario produziert.

Der Solarkonzern China Sunergy hat Solarmodule mit einer Kapazität von 1,6 MW an die Kundin Emotion Energy ausgeliefert. Wie das Unternehmen aus Nanjing mitteilt, sind sie für ein Aufdachprojekt im schottischen Faifley vorgesehen. Die Module würden in Kooperation mit Edison Energy auf Häusern der Knowes Housing Association Scotland installiert.

Einen Solarpark mit einer Gesamtleistung von 200 MW hat der chinesische Solarkonzern Renesola in seinem Heimatmarkt ans Netz gebracht. Wie das Unternehmen aus Jiashan meldete, wurden für das Projekt im Nordosten des tibetischen Hochlandes ausschließlich Module aus eigener Produktion verwendet. Der Solarpark befinde sich in Wulan in der Provinz Qinghai.

Bioaktien

Einen Großauftrag für den Bau einer BioGas-Anlage hat die BDI - BioEnergy International AG erhalten. Die Gesellschaft aus Graz in Österreich soll für ein französisches Entsorgungsunternehmen eine Multi-Feedstock BioGas-Anlage zur Verwertung industrieller Abfälle umsetzen. Zunächst werde im Norden Frankreichs eine Anlage zur Annahme, Zerkleinerung und zum Umschlag von Speiseresten gebaut, hieß es. Anschließend solle eine BioGas-Anlage zur biologischen Verwertung von organischen Reststoffen und eine Verbrennungsmotoranlage zur Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie für den Einsatz von BioGas errichtet werden. Das Auftragsvolumen liegt bei 4,45 Millionen Euro.

Andere Aktien


Die US-amerikanische Geothermie-Spezialistin Ormat hat einen ersten Erfolg im neuen Geschäft mit Photovoltaik erzielt. Gegenüber dem Unternehmen aus Reno im Bundesstaat Nevada hat sich der kalifornische Versorger Imperial Irrigation District (IID) verpflichtet, für 20 Jahre zehn MW Sonnenstrom pro Jahr abzunehmen. Die Photovoltaikanlage dafür will Ormat Technologies innerhalb der nächsten 18 Monate in der Nähe ihres Geothermiekraftwerkes Heber im Südosten von Kalifornien errichten.

Die Smiles AG, Hersteller von Elektroleichtfahrzeugen mit Firmensitz in Aub bei Würzburg, hat die Ergebnisse der außerordentlichen Hauptversammlung vom 21. Dezember 2011 veröffentlicht. Demnach wurde eine vereinfachte Kapitalherabsetzung mit einer Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis 7:1 beschlossen. Damit verringere sich das Grundkapital von rund 7,08 Millionen Euro auf rund 1,01 Millionen Euro, so das Unternehmen. Durch die Kapitalherabsetzung werde der Verlustvortrag beseitigt und die Grundlage für eine nachfolgende Kapitalerhöhung im Januar geschaffen.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung  der Opens external link in new windowUmweltBank.


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