Die PNE-Tochter WKN hat einen schwedischen Windpark an eine private deutsche Investorengruppe verkauft. / Foto: Unternehmen

29.09.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Geothermie-Aktien drohen Probleme in Deutschland – Ökostromanbieter Lichtblick leidet mit Tesla - 2G Energy mit positiven Zahlen

Gegenüber der Vorwoche legte der deutsche Aktienindex DAX um 1,2 Prozent zu. Am Freitagmittag notierte er bei 12.743 Punkten. Aufwärts ging es ebenfalls beim US-amerikanischen S&P 500-Index: Er lag mit 2.509 Punkten fast 0,4 Prozent über dem Wert der Vorwoche. Der japanische Nikkei-Index stieg nur leicht um 0,1 Prozent auf 20.346 Punkte. Einen Verlust von knapp 1,2 Prozent verzeichnete der chinesische Hang Seng Index mit 27.554 Punkten. Der Ölpreis für ein Barrel der Sorte Brent legte deutlich zu, er stieg um 2,2 Prozent auf 57,59 Dollar je Barrel. Der Preis für die Feinunze Gold fiel hingegen erneut um rund 0,6 Prozent auf 1.288 Dollar je Feinunze. Der Euro-Kurs verbilligte sich um mehr als 1,6 Prozent auf 1,18 US-Dollar.


Wind-Aktien

Der deutsch-spanische Hersteller von Windkraftanlagen Siemens Gamesa konnte ein 50 Megawatt Windenergie-Projekt in Pakistan für sich gewinnen. Es ist der erste Auftrag in dem asiatischen Land und ein Meilenstein der Asien-Pazifik-Strategie des Windenergieunternehmens. Das Projekt wird in Kooperation mit dem in Pakistan heimischen Unternehmen Sumec Hardware and Tools in der südpakistanischen Stadt Thatta an den Start gehen. Kunde ist der unabhängige Stromerzeuger Zephyr Power, der Siemens Gamesa und Sumec mit Planung, Ausführung und Bau des Windenergie-Projekts beauftragt hat. Die Lieferung umfasst 25 Windenergieanlagen. Durch eine spezialisierte Ausstattung für Standorte mit hohem Staubaufkommen und hohen Temperaturen sollen die Anlagen optimale Energieerträge erreichen. Die Installation soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme ist für August 2018 vorgesehen.

Die WKN AG, eine Tochter der PNE Wind AG, ist ein Windpark-Projektierer. Sie hat ein schwedisches Windenergieprojekt an eine private deutsche Investorengruppe verkauft. Der Windpark Laxaskogen in Südschweden hat ein Volumen von 25,2 Megawatt. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2019 geplant.


Solar-Aktien

ReneSola, Entwickler von Solarprojekten und Hersteller von Produkten für die Energieversorgung, berichtet über Ergebnisse des zweiten Quartals 2017 und gibt Einblick in die aktuelle Geschäftsentwicklung. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 sind Umsatz und Unternehmensgewinn im zweiten Quartal 2017 gesunken. Außerdem hat ReneSola eigene Aktien im Volumen von 180 Millionen Aktien zurückgekauft. Die Auftragslage ist weiterhin gut: Das Unternehmen erwartet bis Ende 2017 den erfolgreichen Abschluss von Solarprojekten in China mit einer Gesamtleistung von 150 Megawatt.


Bioenergie-Aktien

Die geox GmbH, ein Tochterunternehmen des Bohrtechnik- und Geothermiespezialisten Daldrup & Söhne AG, will das Geothermiekraftwerk in Landau wieder probehalber in Betrieb nehmen. Der Probebetrieb ist bis Ende November vorgesehen. Anschließend soll der Übergang in den Regelbetrieb anstehen. Insbesondere die neu installierten Sicherheitssysteme, die Kraftwerkssteuerung und einzelne sicherheitsrelevante Bauteile würden auf ihre Funktion im Betriebszustand hin geprüft. Die Bürgerinitiative Geothermie Landau-Südpfalz e.V., 2009 nach Erderschütterungen gegründet, die  das Geothermiekraftwerk Landau ausgelöst haben soll, kämpft gegen das gesamte Vorhaben. Seit März 2014 ist das Kraftwerk abgeschaltet.
Diverse Bürgerbewegungen kämpfen am Oberrheingraben, das ist die Region, in der Landau liegt, gegen Geothermie. Sollte die Angst vor Erdbeben durch Geothermie nun auch in Bayern stärker werden, wird es schwierig für die Geothermie in Deutschland. Und darunter würden auch Umweltaktien wie die von Daldrup & Söhne zu leiden haben.


Andere Aktien

Die 2G Energy AG hat im ersten Halbjahr 2017 rund 72,4 Millionen Euro Umsatz erlöst. Das sind rund 13,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016 (63,8 Millionen Euro). Die Gesamtleistung blieb im ersten Halbjahr 2017 aber nahezu unverändert bei 85,4 Millionen Euro, da sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen verringerte.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Spezialistin für Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-)Anlagen verbesserte sich im ersten Halbjahr 2017 auf minus 0,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der operative Verlust 2,4 Millionen Euro betragen. Auch der Konzernfehlbetrag verringerte sich im selben Zeitraum von minus rund 2,8 Millionen Euro auf minus rund 0,78 Millionen Euro.
Nach Angaben des Unternehmens aus Heek im Münsterland hat sich neben dem gestiegenen Umsatz ein günstiger Produkt- und Ländermix positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. 2G Energy verzeichnete nach eigenen Angaben ein deutlich überproportionales Wachstum im Ausland. Im ersten Halbjahr wurden erstmals mehr als 50 Prozent der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von KWK-Anlagen im Ausland erzielt. Derzeit dominiert gemessen am Auftragsbestand noch der deutsche Markt. Zum 31. August 2017 verteilt sich der Auftragsbestand KWK-Anlagen von 2G Energy von insgesamt 122,7 Millionen Euro auf Deutschland (75,5 Millionen Euro), USA (19,1 Millionen Euro), Japan (6,6 Millionen Euro), Großbritannien (5,3 Millionen Euro), Frankreich (4,8 Millionen Euro) und den Rest der Welt (11,4 Millionen Euro).

Bild: KWK-Anlage der 2G Energy. / Foto: Unternehmen

Der Münchener Chemiekonzern Wacker Chemie erweitert seine bestehenden Produktionsanlagen für Bindemittel. Die neue Anlage hat eine Gesamtkapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr.
Die Anlage für polymere Bindemittel (Polymere sind chemische Stoffe aus Molekülen) soll am südkoreanischen Standort Ulsan entstehen.
Darüber hinaus plant Wacker Chemie eine zusätzliche Anlage für Dispersionen. Sie soll nach Fertigstellung eine der weltweit größten ihrer Art sein. Für den Ausbau der Produktion und Infrastruktur vor Ort sind Investitionen von etwa 60 Millionen Euro vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen 2019 abgeschlossen sein.

Der Elektroautohersteller Tesla hat Probleme mit Lieferverzögerungen bei Stromspeichern gemeldet. Diese Powerwall 2 genannten Batterien werden seit Juli  (angekündigt war Mai) in Deutschland ausgeliefert; die Stückzahlen sind nicht genannt.
Tesla erklärte allerdings auch, auf Grund der weltweiten großen Nachfrage würden neue Bestellungen erst Anfang 2018 ausgeliefert und installiert. Bisher komplett leer ausgegangen ist einer der wichtigsten deutschen Vertriebspartner für die Powerwall 2: Der Ökostromanbieter Lichtblick. Das Hamburger Unternehmen kooperiert mit Tesla bei seinem dezentralen Energienetzwerk, bei dem Haushalte mit Solaranlage Strom produzieren, speichern und untereinander austauschen. Bis heute hat das Hamburger Unternehmen keine Powerwall 2 erhalten. An der Kooperationsvereinbarung will Lichtblick-Geschäftsführer Wilfried Gillrath aber festhalten: "Wir warten so lange, bis Tesla die Batterie liefert", sagte er dem Capital-Magazin.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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