30.07.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gewinneinbruch bei Gamesa – Sunways AG tief in der Verlustzone – Bio-Lebensmittelhändler Whole Foods Market wächst weiter

Der DAX hat in der vergangenen Woche leicht zugelegt, er kletterte um 0,8 Prozent auf 6.689 Punkte. Zwei Prozent Zugewinn auf 13.079 Punkte verbuchte der US-amerikanische Dow Jones Index. Der japanische Nikkei gewann 1,1 Prozent auf 8.705 Punkte hinzu. Das Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ verlor marginal; es sank um zehn Eurocent auf 106,50 Euro. Die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ verbilligte sich um sechs Dollar auf 7.566 Dollar. Der Euro verbesserte sich um 1,3 Prozent auf 1,232 Dollar.

Windaktien

Das spanische Windkraftunternehmen Gamesa hat im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinneinbruch erlitten. Zwar ist der Umsatz von Januar bis Juni um 27 Prozent auf 1,649 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich aber gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 94 Prozent auf drei Millionen Euro. Es fiel 33 Millionen Euro Nettoverlust an, nachdem Gamesa im ersten Halbjahr 2011 noch 40 Millionen Euro Nettogewinn verbucht hatte. Der Nettoverlust für das zweite Quartal belief sich auf zwölf Millionen Euro, bei einem EBIT von acht Millionen Euro und 871 Millionen Euro Quartalsumsatz.
Allerdings machte Gamesa auch positive Schlagzeilen: einen Großauftrag aus China erhielt der Windradhersteller von der Huadian Gruppe. Sie habe Windräder mit 48 Megawatt (MW) Gesamtleistung geordert. Diese seien für ein Projekt in Liyushan in der Provinz Fujian vorgesehen und würden ab Ende August 2012 ausgeliefert. Zudem hat Gamesa vier Windfarmen in Deutschland und Frankreich mit zusammen 76 MW Leistungskapazität verkauft. Käufer sei ein geschlossener Fonds des Emissionshauses KGAL aus Grünwald bei München, so das Unternehmen aus dem Baskenland. Zwei der vier Projekte mit insgesamt 32 MW Stromproduktionskapazität, darunter der Windpark Sarow im Westen von Mecklenburg-Vorpommern, befänden sich noch im Bau.

Der staatliche irische Energiekonzern Bord Gáis aus Cork setzt bei der Erweiterung eines Windparks in Lisheen auf Turbinen Vestas Wind Systems. Der dänische Hersteller aus Randers erhielt den Auftrag zur Lieferung von zwölf Windrädern mit zusammen 24 MW Leistungskapazität.

Für zwei Windpark-Projekte im Süden der Republik Irland hat der Wiesbadener Windkraftprojektierer ABO Wind Anlagen beim Hamburger Hersteller Nordex SE bestellt. Der Auftrag umfasst nach dessen Angaben sieben Windräder mit insgesamt 17,5 MW Leistungskapazität. Nordex zufolge sind sechs der Turbinen zum Bau der Windfarm Gibbett Hill bestimmt, die voll ausgebaut auf 15 MW Stromproduktionskapazität kommen soll. Mit dem siebten Windrad werde der Windpark Glenough 2 von aktuell 32,5 auf 35 MW aufgerüstet, hieß es weiter.

Solaraktien

Mit einem großen Verlust und einem schweren Umsatzeinbruch hat die Sunways AG das Geschäftsjahr 2011 beschlossen. Das geht aus der Bilanz hervor, die das Solarunternehmen aus Konstanz öffentlich machte. Nach 15 Millionen Euro EBIT im Vorjahr verbuchte Sunways für 2011 66 Millionen Euro EBIT-Verlust. Der Umsatz verringerte sich auf Jahressicht um rund 50 Prozent auf 116,2 Millionen Euro. Um Aufwand und Kosten sparen, hat Sunways einen Segmentwechsel seiner Aktie an der Frankfurter Börse zum 12. Oktober 2012 eingeleitet. Dann wird die Sunways-Aktie im General Standard der Frankfurter Börse geführt anstatt im Prime Standard.


Neue Auslandsaktivitäten in Israel und Polynesien meldete das Hamburger Solarunternehmen Conergy AG. Die Tochtergesellschaft Conergy Australien soll Gestellsysteme für einen Solarpark mit 1,3 MW geplanter Leistungskapazität in das südpazifische Königreich Tonga liefern, hieß es. Der Solarpark werde südöstlich von der Inselhauptstadt Nuku’alofa auf Tongatapu errichtet. Auftraggeber sei der tongaische Energieversorger Popua Power. Außerdem habe das Solarunternehmen den Bau einer Solaranlage mit 630 Kilowatt Leistungskapazität auf dem Dach eines Einkaufszentrums der BIG Shopping Centres Ltd. in Beit Shemesh in Israel abgeschlossen, berichtete Conergy.
Bildnachweis: Dachsolaranlage von Conergy. / Quelle: Unternehmen.


Eine stark rückläufige Bilanz für das erste Halbjahr und das zweite Quartal 2012 hat die Münchner Siliziumproduzentin Wacker Chemie AG vorgelegt. Das EBIT für die ersten sechs Monate ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58,2 Prozent auf 192,7 Millionen Euro zurück. Nach rund 2,62 Milliarden Euro Halbjahresumsatz in 2011 erzielte die Siliziumproduzentin in der ersten Jahreshälfte 2012 noch 2,42 Milliarden Euro Umsatz, ein Rückgang um 7,7 Prozent. Im zweite Quartal brach das EBIT sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48,7 Prozent auf 110 Millionen Euro ein. Der Quartalsumsatz für die Zeit zwischen April und Juni 2012 ging im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 7,7 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zurück.

Die weltweite Krise der Photovoltaikbranche trifft auch den Solarausrüster Meyer Burger Technology AG aus Baar in der Schweiz. Die vorläufigen Kennzahlen des Konzerns weisen für das erste Halbjahr 2012 einen herben Umsatzeinbruch aus. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2011 sank der Umsatz um 47 Prozent auf 307 Millionen Schweizer Franken (CHF). Das sind umgerechnet 255,6 Millionen Euro. Nach 154,8 Millionen CHF Gewinn vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den ersten sechs Monaten des Vorjahres soll das EBITDA dieses Zeitraums nun zwischen 3 und 5 Millionen CHF (2,5 und 4,2 Millionen Euro) liegen. Zum EBIT machte Meyer Burger noch keine Angaben.

Über seine Beteiligung EarthShift Energy LCC aus Scottsdale in Arizona ist dem Photovoltaik-Projektentwickler Carpevigo AG Holding AG der Einstieg in den US-Markt gelungen. EarthShift Energy werde in Kalifornien mehrere Solaranlagen mit zusammen 17 MW Leistungskapazität realisieren, teilte das Unternehmen aus Holzkirchen mit. Das Auftragsbündel zur Planung und Errichtung der Freiflächenanlagen belaufe sich insgesamt auf 65 Millionen US-Dollar. Wo in Kalifornien die Sonnenstromkraftwerke gebaut werden sollen, gab Carpevigo nicht bekannt.

Zum Bau einer Solarfabrik in der Türkei will der der Solarkonzern China Sunergy aus Nanjing bis zu 600 Millionen Dollar investieren. Nach der Fertigstellung soll das Werk jährlich 600 MW Solarpaneele produzieren, hieß es. Zudem bestellte die Energiesparte der australischen Urban Group bei China Sunergy Solarmodule mit zusammen 7,8 MW Leistungskapazität geordert.

Mit seiner jüngsten Solarmodulbaureihe hat der chinesische Solarkonzern ReneSola aus Jianshan einen weiteren Vertriebserfolg erzielt. Der australische Kunde Solargain PV Pty Ltd, ein Spezialist für solargetriebene Warmwassersysteme, bestellte nach Unternehmensangaben Solarmodule mit knapp sechs MW Leistungskapazität bei den Chinesen.

Bioaktien

Die DTB - Deutsche Biogas AG hat ihren Umsatz im Ende März beendeten Geschäftsjahr 2011/2012 um 63 Prozent auf 32,9 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT kletterte auf Jahressicht um 26,7 Prozent auf 5,7 Millionen Euro. Ihre Bilanzsumme verbesserte die Spezialistin für Biogasanlagen mit Sitz im ostfriesischen Friesoythe von 105 Millionen auf 108 Millionen Euro. Das geht aus den jüngsten Geschäftszahlen hervor.

Einen Großauftrag zum Bau einer Biogasanlage mit 12 MW Leistungskapazität hat die Biogas Nord AG aus der Ukraine erhalten. Damit betritt das Unternehmen aus Bielefeld einen weiteren Auslandsmarkt. Die Anlage sei mit 34 Millionen Euro Auftragswert das bislang größte Projekt der Firmengeschichte. Sie werde bis 2014 in zwei Bauabschnitten auf dem Gelände einer Hühnerfarm realisiert, teilte die Biogas Nord AG mit.

Andere Aktien
Mit deutlich weniger EBIT als im Vorjahreszeitraum hat der Bahntechnikkonzern Vossloh AG aus Werdohl das erste Halbjahr 2012 beschlossen. Auch das Quartals-EBIT für die Zeit von April bis Juni war stark rückläufig. Und das obwohl Vossloh sowohl in der ersten Jahreshälfte als auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres jeweils mehr Umsatz erzielte als im Vergleichszeitraum. Das EBIT der ersten sechs Monate brach auf Jahressicht um 30,6 Prozent von 44,7 auf 31 Millionen Euro ein. Dabei stieg der Umsatz dieses Zeitraums um 1,8 Prozent auf 571,3 Millionen Euro an. Für das zweite Quartal ergab sich ein ähnliches Bild. Nach 26,7 Millionen Euro EBIT im Vorjahreszeitraum verbuchte Vossloh nun noch 20,8 Millionen Euro Vorsteuergewinn, Ein Rückgang um 22,1 Prozent. Der Quartalsumsatz verbesserte sich um 4,5 Prozent auf 315,6 Millionen Euro.

Die Asian Bamboo AG wird ihre Prognose für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres nach unten korrigieren müssen. Das kündigte die deutsch-chinesische Bambusspezialisitin mit Sitz in Hamburg an, allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen. Grund seien anhaltende Probleme bei der Ernte in China und die wirtschaftliche Lage innerhalb des Landes. Insgesamt seien der Umsatz und die Profitabilität pro Hektar der Asian Bamboo-Plantagen in der Provinz Fujan in den vergangenen 18 Monaten zurückgegangen. Als Gegenmaßnahmen habe das Unternehmen bereits weitere Landwirte als Erntehelfer angeworben und bemühe sich, Verträge mit Tochterunternehmen erfolgsorientierter umzugestalten. Um sich den Baustoff- und Einrichtungsmarkt weiter zu erschließen habe Asian Bamboo zudem einen Kooperationsvertrag mit des Bambushändlers Moso International B.V. aus dem niederländischen Zwaag nahe Amsterdam geschlossen.

Starke Geschäftszahlen hat der US-amerikanische Bio-Lebensmittelhändler Whole Foods Market Inc. vorgelegt. Demnach konnte das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Texas sowohl den Umsatz als auch den Gewinn in den ersten neun Monaten und im dritten Quartal des Fiskaljahres 2012 (Bilanzstichtag 1. Juli) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich steigern. Der Umsatz der ersten neun Monate kletterte auf Jahressicht um 13 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Zugleich wuchs der Nettogewinn dieser Zeitspanne um 32 Prozent auf 352,8 Millionen Dollar an. Ähnlich stark fiel auch das dritte Quartal aus. Hier stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,6 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn des dritten Quartals kletterte um 32 Prozent auf 116,8 Millionen Dollar.

Bildnachweis: Gemüse-Sortiment von Whole Foods Market Inc. / Quelle: Unternehmen


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