Windräder aus der Produktion von Nordex: Die Hamburger haben schwache Halbjahreszahlen vermeldet, halten aber an ihrer Prognose fest. / Foto: Nordex SE

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Wochenrückblick: Gewinneinbruch bei Nordex – SMA Solar Technology erhöht Prognose – EnviTec punktet auf den Philippinen – Capital Stage erweitert Portfolio

Der Dax legte gegenüber der Vorwoche 0,4 Prozent zu. Der deutsche Leitindex notierte damit am Freitagmittag bei 12.160 Punkten. Der US-amerikanische S&P 500 Index hielt mit 2.472 Punkten das Niveau des vergangenen Freitags. Der japanische Nikkei-Index verlor knapp 0,2 Prozent und notierte bei 19.967 Punkten. Der chinesische Hang Seng Index kletterte um 2,2 Prozent auf 27.576 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete mit 51,6 Dollar rund 0,3 Prozent weniger als in der Vorwoche. Hingegen erhöhte sich der Preis für die Feinunze Gold um 0,8 Prozent auf 1.269,3 Dollar. Der Euro-Kurs sprang um fast 1,5 Prozent auf 1,1879 US-Dollar.


Wind-Aktien

Nordex hat im ersten Halbjahr 2017 einen massiven Gewinneinbruch gemeldet. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verringerte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um über 46 Prozent auf 48,4 Millionen Euro. Der Nettogewinn des Hamburger Windradherstellers sackte um rund 56 Prozent auf 22,6 Millionen Euro ab. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) fiel um 14 Prozent auf 117,5 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge schrumpfte von 9,2 auf 7,8 Prozent. Dabei hat sich der Umsatz der ersten sechs Monate leicht um 1,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Doch die Kosten sind gestiegen, zugleich verringerten sich im Jahresvergleich die Anzahlungen von Kunden bei Neuaufträgen. Der Auftragseingang von Nordex sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 905 Millionen Euro. Allerdings ist der Auftragsbestand. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um rund 13 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro gestiegen. Das margenstarke Service-Geschäft erreichte im Vergleich mit den ersten sechs Monaten von 2016 ein Umsatzplus von 24 Prozent auf 150,3 Millionen Euro. Der Nordex-Vorstand bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2017. Er peilt weiterhin einen Umsatz von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro an und eine EBITDA-Marge zwischen 7,8 und 8,2 Prozent. Für 2016 hatte Nordex 3,4 Milliarden Euro Umsatz und eine Marge von 8,4 Prozent verbucht.

Der Windkraftanlagen-Hersteller Vestas mit Hauptsitz in Dänemark hat eine große Order aus den USA erhalten. Southern Power, ein Energiekonzern aus den USA, hat 43 Windkraftanlagen für ein Projekt in Texas geordert. Diese will Vestas ab diesem Jahr ausliefern, 2018 soll der Windpark ans Netz gehen. Außerdem unterschrieben die Dänen einen 20-jährigen Servicevertrag für das Projekt.
Ebenfalls in den USA hat der Mischkonzern General Electric eine Patentklage gegen zwei Vestas-Töchter eingereicht. Die Patentklage richtet gegen Vestas American Wind Technology Inc. und Vestas Wind Systems A/S. Details konnten die Dänen noch nicht nennen, sie hätten die Beschwerde "gerade erst erhalten", hieß es. Man sei aber überzeugt, dass die Vorwürfe unbegründet seien, teilte Vestas mit.

Solar-Aktien


Der Vorstand der SMA Solar Technology AG aus Niestetal bei Kassel hat die Jahresprognose erhöht. SMA-Solar-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon erklärte dazu: "Im ersten Halbjahr 2017 entwickelte sich der Auftragseingang der SMA sehr positiv und belief sich auf das 1,4-Fache des Umsatzes. Unser Auftragsbestand erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um 25 Prozent und lag zum 30. Juni bei rund 673 Millionen Euro. Auch im Juli setzte sich der hohe Auftragseingang fort." Der Vorstand peilt nun für 2017 einen Umsatz von 900 Millionen bis 950 Millionen Euro an. Damit erscheint der in 2016 erreichte Jahresumsatz von 946,7 Millionen Euro wieder in Reichweite. Bislang hatte die Unternehmensführung nur 830 Millionen bis 900 Millionen Euro Jahresumsatz in Aussicht gestellt. Auch der Gewinn soll nun erheblich besser ausfallen als bislang angenommen. Der Vorstand von SMA Solar hatte bislang nur ein EBITDA von 70 Millionen bis 90 Millionen Euro anvisiert, nach 141,5 Millionen Euro im Vorjahr. Nun rechnet er immerhin mit einem EBITDA in Höhe von 85 Millionen bis 100 Millionen Euro.

Bildhinweis: Wechselrichter von SMA Solar Technology auf einer Messe: Der Hersteller rüstet Solaranlagen mit solcher Technik aus. / Foto: Unternehmen


Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SolarWorld AG aus Bonn ist eröffnet worden. Laut dem Insolvenzverwalter, dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg, müssen die Aktionäre des Solarkonzerns ihr Investment abschreiben. Alle Vorstände der SolarWorld AG haben sich aus ihren Ämtern zurückgezogen.

Die centrotherm international AG hat sich von der bisherigen Ergebnisprognose für 2017 verabschiedet. Der Solarausrüster aus Blaubeuren in Baden-Württemberg teilte mit, ein ausgeglichenes Einzel- und Konzernergebnis könne aufgrund eines Gerichtsurteils nicht mehr erreicht werden. Dabei geht es um das Großprojekt "CEEG Algerien" in Algier: Ein Schiedsgericht hat centrotherm zu Schadensersatzleistungen gegenüber dem Projektkonsortium verurteilt. Hinzu kämen noch Anwaltskosten, hieß es, die Kosten summierten sich somit auf etwa 11 Millionen Euro. Die finanziellen Auswirkungen auf centrotherm würden derzeit rechtlich geprüft. Die Gesellschaft sei aber in der Lage, etwaige Schadensersatzansprüche zu bedienen. Das Umsatzziel zwischen 120 und 160 Millionen Euro bleibe für den centrotherm-Konzern im laufenden Geschäftsjahr weiterhin bestehen.

SolarEdge Technologies aus Israel hat ein starkes zweites Quartal abgeschlossen. Wie der Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen mitteilte, erlöste er 18 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr – vor allem in Europa stieg der Absatz. SolarEdge versorgt vor allem Solaranlagen auf Dächern mit Steuerungstechnik. Bisher war der US-Markt sehr wichtig für das Unternehmen, allerdings waren die Geschäfte dort zuletzt schwieriger geworden. Nun verzeichnet SolarEdge aber nach eigenen Angaben wachsende Umsätze in Europa, hier vor allem in Deutschland und den Niederlanden. Der Gesamtumsatz stieg im zweiten Quartal 2017 auf 136,1 Millionen US-Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem schwachen ersten Quartal und ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit lag SolarEdge über der Prognose von bis zu 130 Millionen Dollar.  Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 0,39 Dollar im zweiten Quartal 2016 auf nun 0,50 Dollar. Der Nettogewinn legte um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu und betrug 22,5 Millionen Dollar. Im dritten Quartal erwartet SolarEdge Umsätze zwischen 155 und 165 Millionen Dollar. Eine Ergebnis-Prognose machte das Unternehmen nicht.

First Solar aus den USA hat im zweiten Quartal 2017 einen Nettogewinn von 51,9 Millionen Dollar oder 0,50 Dollar je Aktie erwirtschaftet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Solarkonzern noch einen Nettoverlust von 11,4 Millionen Dollar oder 0,11 Dollar je Aktie verbucht. Die Ergebnisverbesserung gelang, obwohl der Quartalsumsatz sich stark verringert hat, von etwas über eine Milliarde auf nun 623,3 Millionen Dollar. First Solar hat margenschwache Aktivitäten beendet. Chief Executive Officer (CEO) Mark Widmar, hob die Jahresprognose abermals an. Schon im Februar und dann im Mai hatte er die Prognose erhöht. Nun visiert er 3,0 bis 3,1 Milliarden Dollar Jahresumsatz an. Im November 2016 hatte er für 2017 nur 2,5 bis 2,6 Milliarden Dollar Jahresumsatz in Aussicht gestellt, zuletzt dann 2,85 bis 2,95 Milliarden Dollar. Widmar erhöhte die Umsatzprognose auch, weil sich die Nachfrage für Solartechnik stärker erholt hat als erwartet. Er rechnet nun mit dem Absatz von Solarmodulen von insgesamt bis zu 2,7 Gigawatt (GW) Leistungskapazität. Zuvor war er von höchsten 2,6 GW ausgegangen.

Die kalifornische SunPower hat im zweiten Quartal 337,4 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet, nach 420,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Im Zeitraum April bis Juni sprang zudem der Quartalsverlust von 70 Millionen auf 93,8 Millionen Dollar. Allerdings hatte Firmenchef Tom Werner eine deutlich schlechtere Entwicklung vorhergesagt. Nach Ablauf des ersten Vierteljahres hatte der Präsident und CEO für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 110 bis 135 Millionen Dollar angekündigt. Er bekräftigte das Ziel, beim EBITDA die Rückkehr in die schwarzen Zahlen zu schaffen. Und dies, obwohl Werner nun nur noch 1,9 Milliarden bis 2,1 Milliarden Dollar Jahresumsatz in 2017 in Aussicht stellte: Er verringerte damit die alte Umsatzprognose von 2,1 bis 2,3 Milliarden Dollar. Auch SunPower modernisiert die Solarproduktion, will so kostengünstiger fertigen.

Mehrere Investoren haben offenbar großes Interesse daran, die Mehrheit an 8point3 Energy Partners zu übernehmen. 8point3 Energy Partners ist von First Solar und SunPower als Solarparkbetreiber gegründet und an die Börse gebracht worden. Beide Solarkonzerne sind Großaktionäre des kalifornischen Unternehmens – noch. First Solar hatte im Mai angekündigt, sich von der Beteiligung zu trennen. Jetzt informierte SunPower darüber, dass es Anfragen von Investoren gebe, die sowohl den Anteil von First Solar als von SunPower übernehmen wollen. SunPower will diese Angebote prüfen.

Bioenergie-Aktien

Die EnviTec Biogas AG errichtet derzeit eine Biogasanlage auf den Philippinen. Diese habe eine Leistung von 1,2 MW, teilte die Anlagen-Spezialistin aus Lohne in Niedersachen mit. Es ist bereits der zweite Auftrag für EnviTec aus den Philippinen.

Andere Aktien

Die init innovation in traffic systems, IT-Dienstleister für den Nahverkehr, erreichte im ersten Halbjahr 2017 58,3 Millionen Euro Umsatz. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 40 Prozent. Das EBITDA kletterte von 3,7 Millionen auf 4,1 Millionen Euro. Die Kosten für Übernahmen herausgerechnet, sprang es auf 4,6 Millionen Euro. Das EBIT stieg von 1,9 Millionen auf 2,2 Millionen Euro, also um rund 16 Prozent. Ohne die Belastungen aus den Unternehmenskäufen erreichte es 3,3 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 0,12 auf 0,14 Euro. Der init-Vorstand bekräftigte bei der Mitteilung der vorläufigen Zahlen die Prognose für 2017. Demnach soll der Umsatz gegenüber 2016 um 10 Prozent auf rund 120 Millionen Euro wachsen und das EBIT zwischen 5 und 7 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatte init noch 11,6 Millionen Euro EBIT verbucht. Den angekündigten Gewinnrückgang erklärt der Vorstand unter anderem mit höheren Kosten und steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Für 2018 stellt er aber wieder einen EBIT-Anstieg in Aussicht. In 2017 will der init-Vorstand einen Auftragseingang von 120 bis 130 Millionen Euro erreichen. Nach den ersten sechs Monaten 2017 summierte sich dieser bereits auf 84,3 Millionen Euro (Vorjahr: 80,2 Millionen Euro). Ende 2016 hatte das Unternehmen einen Auftragseingang von 128,7 Millionen Euro verzeichnet.

Bildhinweis: init entwickelt IT-Lösungen für den ÖPNV, zum Beispiel Software für die Fahrgastinformation. / Foto: Unternehmen


Die Capital Stage AG hat ihr Portfolio um fünf Windkraftanlagen in Deutschland erweitert. Diese kommen zusammen auf eine Leistung von fast 17 MW. Für den erzeugten Strom gibt es eine feste Einspeisevergütung über eine Frist von 20 Jahren, sie beträgt zwischen 8,08 und 8,90 Euro-Cent pro Kilowattstunde. Der Hamburger Betreiber von Solar- und Windparks hat einschließlich der projektbezogenen Fremdfinanzierung rund 39,6 Millionen Euro investiert. Ab dem ersten vollen Betriebsjahr erwartet Capital Stage Umsatzerlöse in Höhe von rund 3,65 Millionen Euro. Die Gesamtleistung des Windparkportfolios steige im Zuge der Akquisitionen auf rund 550 MW, hieß es.

Calpine, Betreiber von Gas- und Geothermiekraftwerken, hat den Umsatz im zweiten Quartal und ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Dennoch verzeichnete das Unternehmen mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Texas einen Gewinneinbruch. Calpine verbesserte den Umsatz im zweiten Quartal um 79 Prozent auf 2,08 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr wuchs er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar. Höhere Kosten und Steuerverpflichtungen führten laut Calpine-Chef Thad Hill jedoch dazu, dass im zweiten Quartal ein Nettoverlust von 216 Millionen Dollar oder 0,61 Dollar je Aktie anfiel. Im zweiten Quartal 2016 hatte Calpine noch 29 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie Nettogewinn erwirtschaftet. Der Halbjahresverlust summierte sich auf 272 Millionen Dollar oder 0,77 Dollar je Aktie. Er fiel damit noch höher aus als der Nettoverlust im Vorjahreszeitraum in Höhe von 227 Millionen Dollar oder 0,64 Dollar je Aktie.

Ormat Technologies hat Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal gesteigert. Dem auf Geothermie spezialisierten Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Nevada gelang dies auch im ersten Halbjahr. Ormat Technologies verbesserte den Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,2 Prozent auf 179,4 Millionen Dollar. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 7,4 Prozent auf 227,6 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich im zweiten Quartal um 8,5 Prozent auf 88,2 Millionen Dollar. Im ersten Halbjahr kletterte es um 10 Prozent auf 180,0 Millionen Dollar. Der Nettogewinn belief sich im zweiten Quartal auf 35,0 Millionen Dollar und im ersten Halbjahr auf 70,4 Millionen Dollar. Das ist eine Verbesserung um 45,8 Prozent bzw. um 31,5 Prozent. CEO Isaac Angel peilt für das Gesamtjahr einen Umsatz von 680 Millionen bis 700 Millionen Dollar und ein EBITDA von 340 bis 350 Millionen Dollar an. Damit will er den in 2016 erzielten bisherigen Rekordumsatz von 662,6 Millionen Dollar übertreffen. Im vergangenen Jahr hatte die Geothermie-Spezialistin ein EBITDA von 323,8 Millionen Dollar verbucht.

Die kanadische Beleuchtungsspezialistin Carmanah Technologies hat eine Konkurrentin übernommen. Damit stärkte das Unternehmen aus Victoria in British Columbia sein Geschäft mit Beleuchtungsanlagen im Schifffahrtsbereich. Das Hauptgeschäft von Carmanah sind LED-Beleuchtungssysteme für Infrastrukturprojekte, etwa für Flugzeuglandebahnen oder Offshore-Windparks. Vega Industries Limited aus Neuseeland liefert zum Beispiel Beleuchtungssysteme für Hafenmolen und andere Anlagen, die für mehr Sicherheit in der Schifffahrt sorgen sollen. Nun haben die Kanadier Vega für umgerechnet 9 Millionen US-Dollar übernommen. Laut CEO John Simmons kann Carmanah ihren Kunden aus dem Schifffahrtsbereich dadurch umfassendere Leistungen anbieten. 
Zudem hat Carmanah nun auch den zweiten Bereich seiner Energiesparte veräußert, das sogenannte Off-Grid-Geschäft mit der Marke "Go Power!". Unter diesem Namen werden Beleuchtungssysteme für Großfahrzeuge entwickelt. Wie das Unternehmen mitteilte, hat nun Valterra Products aus den USA die Off-Grid-Sparte für 19,5 Millionen US-Dollar übernommen. Davon wurden eine Million vertragsgemäß "unter Vorbehalt" gezahlt, falls noch weitere Rechtskosten für die Akquise anfallen. Valterra ist ein Zulieferer für Wohnwagenhersteller und Sanitärunternehmen aus Los Angeles

Ballard Power Systems aus Kanada hat im zweiten Quartal 2017 den Umsatz auf 26,5 Millionen US-Dollar gesteigert. Das ist ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Außerdem konnte das Unternehmen seinen Verlust je Aktie auf minus 0,01 US-Dollar verringern (zweites Quartal 2016: minus 0,04 Dollar). Die Brennstoffzellen-Spezialistin verbesserte die Bruttomarge von 29 auf 35 Prozent. Das bereinigte EBITDA stieg im zweiten Quartal sogar um 136 Prozent auf nun 1,1 Millionen Dollar. Für das erste Halbjahr verzeichnete Ballard Power ein Umsatzplus von 45 Prozent auf 49,2 Millionen Dollar, eine erhöhte Bruttomarge von 36 Prozent und ein bereinigtes EBITDA in Höhe von 0,4 Millionen. Zudem sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt, "ein solides zweites Halbjahr abzuliefern".

Hydrogenics hat einen deutlichen Umsatzeinbruch im zweiten Quartal erlitten, und auch die Verluste des Unternehmens sind gestiegen. Im zweiten Quartal 2017 hat es einen Umsatz von 7,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, das sind 19 Prozent weniger als im Vorjahresquartal, trotz des wachsenden Chinageschäfts. Als Grund führte Hydrogenics unter anderem Verspätungen bei Projekten in Afrika an. Dennoch hält das Unternehmen an seiner Umsatz-Prognose fest, weil das Auftragsbuch von Hydrogenics besser gefüllt ist als je zuvor: Der jetzige Auftragsstand liegt bei 152,1 Millionen US-Dollar. Im Gesamtjahr 2017 erwartet Hydrogenics einen Umsatz von 44,1 Millionen US-Dollar, ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr. 2016 hatte die Brennstoffzellen-Expertin einen Umsatz von nur 29 Millionen Dollar erlöst. Eine Ergebnisprognose machte das Unternehmen nicht. Das EBITDA erhöhte sich um 1,3 auf minus 3,7 Millionen Dollar. Auch der Verlust je Aktie kletterte auf nun minus 0,45 Dollar je Aktie, im Vergleichsquartal 2016 waren es minus 0,25 Dollar. Dies führte Hydrogenics unter anderem auf die gesunkene Bruttomarge von 0,3 Millionen Dollar (Vorjahr: 1,8 Millionen) zurück.

Auch der Elektroautobauer Tesla hat Zahlen veröffentlicht. Demnach sprang der Umsatz des Unternehmens aus Kalifornien im zweiten Quartal um rund 120 Prozent auf 2,79 Milliarden Dollar. Davon entfielen 2,28 Milliarden Dollar auf das Geschäft mit Elektroautos, der Rest unter anderem auf Einnahmen aus dem Geschäft mit Photovoltaik und Energiespeichern. Der Halbjahresumsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreswert um 108 Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar. Aufwärts ging es aber auch mit den Verlusten. Der Nettoverlust erhöhte sich im zweiten Quartal um rund 13 Prozent auf 336,397 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr fiel ein Fehlbetrag von 666,6 Millionen Euro an. Damit kletterte der Nettoverlust der ersten sechs Monate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 14 Prozent. Bis Ende 2017 soll die monatliche Produktion auf 20.000 Elektroautos anwachsen. Für 2018 strebt Tesla-Chef Elon Musk eine Jahresproduktion von 500.000 Autos an, in 2020 will er dann die Millionenmarke knacken.

Der chinesische Ökostromkonzern Shunfeng International Clean Energy hat erneut eine Gewinnwarnung herausgegeben, diesmal für das erste Halbjahr 2017. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen schon eine Gewinnwarnung für 2016 herausgegeben. Nach vorläufigen Berechnungen geht Shunfeng im ersten Halbjahr 2017 von einem Verlust in Höhe von 330 Millionen Renminbi Yuan aus – umgerechnet knapp 49,1 Millionen US-Dollar. Bereits 2016 und 2015 hatte das Unternehmen tiefrote Zahlen geschrieben. Die anhaltend niedrigen Preise für Solarmodule und der hohe Konkurrenzdruck verhagelten erneut das Ergebnis. Zwar sei der Modul-Absatz gegenüber 2016 um 25 Prozent gestiegen, hieß es. Gleichzeitig herrsche aber weiterhin ein sehr intensiver Wettbewerb. Die durchschnittlichen Verkaufspreise seien verglichen mit dem Vorjahr um etwa 24,5 Prozent zurückgegangen. Außerdem hatte Shunfeng mehr Kredite aufgenommen, um seine Solarprojekte voranzutreiben.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

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