03.05.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gewinneinbruch für Vestas Wind Systems – First Solar meldet Umsatzsprung – hoher Jahresverlust für Precious Woods AG

Der DAX gab in der vergangenen Woche um zwei Prozent auf 6.136 Punkte nach. Der US-amerikanische Dow Jones verlor 1,75 Prozent auf 11.008 Punkte. Der japanische Nikkei legte dagegen 1,3 Prozent auf 11.057 Punkte zu. Der Ölpreis ist gestiegen, für ein Barrel Öl der Sorte Brent Crude Oil um 0,1 Prozent auf 87,40 US-Dollar. Die Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade A“ verbilligte sich um 4,6 Prozent auf 7.424 Dollar. Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar 0,98 Prozent auf 1,329 Dollar.

Windaktien

Die chinesischen Energieversorger Beijing Energy und Ningxia Electric Power haben insgesamt 38 Windkraftanlagen bei der Hamburger Nordex SE bestellt. Davon wurden 33 Windräder für den Windpark „Keyouzhongqi“ der Beijing Energy in der inneren Mongolei geordert, die übrigen für die Windparks „Taiyanshan“ und „Mahuangshan I“. Die bestellten Anlagen sollen laut Nordex bereits im Sommer des laufenden Jahres in Betrieb gehen.

Neun Jahre nach seiner Gründung muss sich der Hamburger Windturbinenhersteller REpower einen neuen Namen suchen. Wie gemeldet wurde, gehört er dem Schweizer Unternehmen Rätia Energie AG. Die exklusive Lizenz zur Nutzung des Namens laufe Ende 2012 aus. "Wir werden zu gegebener Zeit mit einer neuen Firmierung und einem neuem Unternehmensauftritt an die Öffentlichkeit gehen", erklärte Vorstandschef Per Hornung Pedersen.

Der Bremer Windkraftprojektierer Energiekontor AG hat innerhalb von acht Wochen eine Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 10,1 Millionen Euro platziert. Gezeichnet worden sei die Anleihe vornehmlich von privaten Investoren, so das Unternehmen. Ein Nachfolgemodell sei für den kommenden Herbst 2010 geplant. Besichert werde die Anleihe durch vier Windparks in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen, die seit Jahren in Betrieb sind.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) des Windturbinenbauers Vestas Wind Systems ist im 1. Quartal stark eingebrochen. Er verbuchte einen Verlust in Höhe von 96 Millionen Euro. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres hatte Vestas noch einen Betriebsgewinn von 76 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz schrumpfte in den ersten drei Monaten 2010 um 32 Prozent auf 755 Millionen Euro.
Ferner konnte das dänische Unternehmen den nach eigenen Angaben größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte bekannt geben. Demnach hat der französische Energieversorger EDP Renováveis (EDPR) Windkraftanlagen mit 1,5 Gigawatt (GW) Gesamtleistung für Projekte in Nord- und Südamerika sowie in Europa geordert. Erste Lieferungen seien für das laufende und das kommende Jahr geplant. Zudem sehe die Vereinbarung eine Erweiterungsoption um Turbinen mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt (MW) vor.
Zudem soll der Konzern für den kanadischen Projektierer Algonquin Power and Utilities eine Windfarm im Südosten von Saskatchewan mit 16 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 26 MW bestücken.
Des Weiteren erhielt Vestas Folgeaufträge zur Lieferung von insgesamt 116 Windkraftanlagen des Typs V52-850 KW aus China. Die Aufträge von nicht näher benannten Großkunden umfasse Transport und Installation sowie Wartung der Anlagen über den Zeitraum von fünf Jahren. Die Lieferungen seien für die das laufende und das kommende Quartal geplant.

Einen Umsatzanstieg um 5,7 Prozent hat die Grünstromtochter des französischen Stromkonzerns EDF, Energies Nouvelles (EEN), im 1. Quartal erzielt. Er belief sich auf 248,3 Millionen Euro. Das Unternehmen betreibt derzeit Wind- und Photovoltaikprojekte mit einer Gesamtleistung von 3.000 Megawatt (MW). Weitere 849 MW sind seinen Angaben zufolge derzeit im Bau. Bis Ende 2012 sollen 4.200 MW Wind- und 500 MW Solarkapazität zur Verfügung stehen. EEN strebt in diesem Jahr einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 430 und 450 Millionen Euro an.

Solaraktien

Einen Rahmenliefervertrag über die Lieferung von Dünnschicht-Solarmodulen hat die Phoenix Solar AG mit der MiaSolé Inc. aus Santa Clara in Kalifornien unterzeichnet. Laut dem Photovoltaik-Systemhaus aus Sulzemoos basieren die Module auf der Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS)-Technologie. Die Vereinbarung gelte bis 2013. Die erste Lieferung erfolge im zweiten Quartal 2010.  

Der Merkendorfer Solarprojektierer Payom Solar AG hat sein Betriebsergebnis in 2009 auf 5,6 Millionen Euro verfünffacht. Das Betriebsergebnis übertraf die Prognose von Ende Januar um 1,35 Millionen Euro. Dies sei vor allem auf die Auflösung von Rückstellungen für mittlerweile abgewickelte Projekte zurückzuführen, hieß es. Der Modulabsatz wurde 2009 um 150 Prozent auf 35 MW erhöht. Die Erlöse stiegen um 94 Prozent auf 71,6 Millionen Euro. Für 2010 erwartet Payom einen Umsatz von deutlich über 100 Millionen Euro.

Die Photovoltaik-Spezialistin Ralos New Energies AG , vormals BGI EcoTech AG, hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen vom 6. April bestätigt. Demnach erzielte der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 82 Millionen Euro. Im operativen Geschäft verzeichnete die Ralos New Energies AG einen Fehlbetrag 16,6 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft nach eigenen Angaben eine Umsatzsteigerung auf 180 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis werde über 10 Millionen Euro liegen.

Nach vorläufigen Berechnungen hat der Solarzulieferer Manz Automation AG im ersten Quartal des laufenden Jahres den Umsatz um 4,8 Millionen Euro auf 21,3 Millionen Euro verbessert. Beim EBIT fiel ein Fehlbetrag von 3,3 Millionen Euro an. Im ersten Quartal 2009 hatte das Defizit im operativen Geschäft noch 5 Millionen Euro betragen. Aufgrund einer verbesserten Auftragslage rechnet der Manz-Vorstand für das Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatzwachstum von mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als der Konzern einen Gesamtumsatz in Höhe von 85,9 Millionen  Euro erzielte.

Einen Auftrag zur Lieferung von Wechselrichtern nach Indien hat die hessische SMA Solar Technology AG erhalten. Der indische Solarkonzern Azure Power bestellte laut SMA Wechseltrichter für Solaranlagen mit einer Nennleistung von 10 MW.

Die Siliziumproduzentin Wacker Chemie AG hat im 1. Quartal den Umsatz um 135 Millionen Euro auf 1,07 Milliarden Euro gesteigert. Auch das EBIT lag mit 153,7 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresergebnis in Höhe von 58,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der Münchener Konzern ein erhebliches Wachstum von Umsatz und Ertrag.

Um knapp 36 Prozent hat die weltgrößte Produzentin von Dünnschichtsolarmodulen, First Solar, den Umsatz im 1. Quartal gesteigert. Wie das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Arizona mitteilt, belief er sich auf 568 Millionen Dollar. Der Gewinn kletterte um eine Cent auf 2,00 Dollar pro Aktie. Für das Geschäftsjahr 2010 stellt First Solar einen Gewinn von 6,80 bis 7,30 Dollar pro Aktie in Aussicht und einen Umsatz von 2,6 bis 2,7 Milliarden Dollar.

Im 1. Quartal lag der Umsatz der Energy Corporation ASA (REC) um 22 Prozent über dem Vorjahreswert. Der norwegische Solarkonzern erlöste 2,36 Milliarden norwegische Kronen (NOK, umgerechnet rund 3,01.Millionen Euro). Gleichzeitig schrieb er im operativen Geschäft rote Zahlen: beim EBIT kam REC auf einen Fehlbetrag in Höhe von 125 Millionen NOK (15,93 Millionen Euro). Im Vorjahr war im operativen Geschäft 298 Millionen NOK (38,04 Millionen Euro) erwirtschaftet worden. Zur Erklärung für die EBIT-Verluste verwiesen die Norweger auf den Preisverfall am Modulmarkt. Eine Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung gab das Solarunternehmen nicht ab.

Der US-Solarprojektierer Akeena Solar hat seine Verluste im 1. Quartal verringert. Das Unternehmen aus Los Gatos in Kalifornien verbuchte ein Minus in Höhe von 2,4 Millionen Dollar oder sieben Cent pro Aktie. Im Vorjahresquartal waren es 5,1 Millionen Dollar oder 17 Cent pro Aktie Verlust. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal um 15 Prozent auf 6,5 Millionen Dollar.

Weiterhin rote Zahlen schreibt auch die US-Waferproduzentin MEMC Electronic Materials. Im 1. Quartal betrug ihr Verlust 9,6 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie. Im 4. Quartal 2009 waren noch 7,1 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie Verlust angefallen. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2010 um 23 Prozent auf 437,7 Millionen Dollar. Vorstandchef Ahmad Chatila kündigte an, die Restrukturierung des Unternehmens fortzusetzen und die Ergebnisse in diesem Jahr zu verbessern.

Eine 6,9-prozentige Steigerung des Umsatzes auf 105,3 Millionen Dollar hat der chinesische Solarkonzern China Sunergy im 1. Quartal erreicht. Dem Unternehmen zufolge wurden Solarprodukte mit einer Gesamtnennleistung von 74,9 MW ausgeliefert. Für das zweite Quartal erwartet die Solartechnikspezialistin ein weiteres Umsatzwachstum um 14 und 16 Prozent. In dieser Zeit wollen die Chinesen Produkte mit einer Nennleistung von bis zu 90 MW absetzen. Für Gesamtjahr stellt der Konzern Auslieferungen im Umfang von 280 MW in Aussicht.

Hoku Materials, US-Tochter des chinesischen Solarkonzern Hoku Scientific, hat in Pocatello im US-Bundesstaat Idaho die Testproduktion von Solarsilizium erfolgreich gestartet. Noch in diesem Jahr soll die Produktion aufgenommen werden. Geplant ist eine Fertigungskapazität von 4.000 Tonnen.

Bioaktien

Der US-Biodieselhersteller Marquis Energy LCC hat mit dem US-Technologiekonzern GreenShift Corporation einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Demnach kommt in der Ethanolfabrik der Marquis Energy in Hennepin im US-Bundesstaat Illinois bei der Herstellung von Maisöl künftig Technologie der GreenShift Corporation zum Einsatz. Neben Wartungsservice und Prozessoptimierung der Anlagen sieht die Vereinbarung auch vor, dass der Technologiekonzern sich an der Vermarktung des Maisöls beteiligt. Die GreenShift Corporation ist unter anderem Mehrheitsaktionärin des Ethanolherstellers Veridium.

Andere Aktien

Im 2. Quartal hat der US-Biokaffeerösters Green Mountain Coffee Roasters den Nettogewinn auf 24,7 Millionen Dollar oder 54 Cent pro Aktie gesteigert. Im Vorjahresquartal waren 13 Millionen Dollar oder 33 Cent pro Aktie erreicht worden. Der Quartalsumsatz stieg um 68 Prozent auf 324,9 Millionen Euro.

Die kanadische Brennstoffzellenspezialistin Ballard Power Systems hat für das 1. Quartal einen Umsatzsprung um 47 Prozent auf 11,9 Millionen Dollar gemeldet. Das Unternehmen werde den Jahresumsatz um 35 Prozent steigern, kündigte Vorstandschef John Sheridan an. Der Quartalsverlust wurde um 47 Prozent auf zehn Millionen Dollar verringert.

Die Brennstoffzellenspezialistin SFC Smart Fuel Cell AG aus Brunnthal verzeichnete im 1. Quartal ein Umsatzwachstum um 25 Prozent auf 3,6 Millionen Euro. Der EBIT-Verlust wurde von 1,175 Millionen Euro auf 833.000 Euro verringert. Der Auftragseingang stieg im 1. Quartal um 3,1 Prozent auf 2,416 Millionen Euro.

Weitere Verluste hat die Precious Woods AG im Geschäftsjahr 2009 erlitten. Der EBIT-Verlust vor Steuern und Zinsen der Schweizer Tropenholzspezialistin betrug 20,6 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr hatte sich der Verlust auf 14,4 Millionen Dollar belaufen. Der Umsatz sank 2009 um fast 20 Prozent auf 87,8 Millionen US-Dollar. Verantwortlich für die negative Entwicklung sei der Einbruch der Nachfrage für tropische Hölzer um 35 Prozent, so das Unternehmen.
Das Management hat nach eigenen Angaben bereits Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet und erwartet 2010 und 2011 eine schrittweise Verbesserung der Situation. Eine Prognose für 2010 gab Precious Woods nicht bekannt.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der Opens external link in new windowUmweltBank.



Bildhinweis: Silizium aus der Produktion der Wacker Chemie AG. / Quelle: Unternehmen

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