07.11.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Gewinnwarnung von Vestas – SunPower kappt Prognose – Fahrradhersteller Mifa meldet Gewinnsprung

In der vergangenen Woche ging es für das Börsenkarussel wieder abwärts. Die erneute Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Gemeinschaft führte auf breiter Front zu Kurseinbrüchen. Der DAX verlor knapp sechs Prozent auf 5.966 Punkte. Gab um 2,03 Prozent auf 11.983 Punkte nach. Der japanische Nikkei sank um 2,75 Prozent auf 8.801 Punkte. Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte „Brent Crude“ ist um zwei Prozent auf 112,20 Dollar gestiegen. Der Preis für eine Tonne Kupfer der Qualität „Copper Grade“ ist um 3,6 Prozent auf 8.179 7.882 Dollar gefallen. Der Euro verlor 2,48 Prozent an Wert und kostete zum Wochenschluss 1,379 Dollar.

Windaktien

Eine Gewinnwarnung hat der Windkraftanlagenhersteller Vestas herausgegeben. Das Unternehmen aus dem dänischen Randers erwartet in diesem Jahr nur einen Umsatz von 6,4 Milliarden statt wie bislang angekündigt 7 Milliarden Euro. Auch die Gewinnprognose wurde gestutzt. Die Gewinnmarge  soll jetzt nur vier statt sieben Prozent betragen. Vestas begründet dies mit Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des neuen Generatorenwerks in Travemünde. Damit könnten Aufträge nicht wie vorgesehen abgearbeitet werden. Nach wie vor erwartet der weltweit größte Windturbinenbauer in diesem Jahr einen Auftragseingang von 7.000 bis 8.000 Megawatt.
Der Umsatz des Windturbinenbauers ist im dritten Quartal 2011 deutlich eingebrochen. Er betrug 1,337 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren 1,916 Milliarden Euro erzielt worden. Der operative Gewinn sank von 271 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf einen operativen Verlust in Höhe von 92 Millionen Euro in diesem Jahr. Die Gewinnmarge schrumpfte von 14,1 auf minus 6,9 Prozent.
Während der Umsatz für die ersten neun Monate bei 3,8 Milliarden Euro in etwa konstant blieb, sank das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in diesem Zeitraum in den negativen Bereich. Nach 52 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2010 belief es sich nun auf minus 84 Millionen Euro.

Der Windenergieanlagenhersteller Nordex hat einen Auftrag aus Großbritannien erhalten. Die Hamburger sollen für die walisischen Projekte Pant-y-Wal und Fforch Nest Windräder mit einer Gesamtleistung von 35 Megawatt (MW) errichten. Auftraggeber ist Pennant Walters, eine Tochter der Walters Group. Pennant Walters hat mit Nordex zudem einen Vertrag über zehn Jahre Premium-Anlagenservice geschlossen.

Der US-Windkraftzulieferer American Superconductor Corp. (AMSC) hat die Übernahme der finnischen The Switch Engineering Oy abgesagt. Das Unternehmen aus Devens in Massachusetts verliert durch die Kündigung 14,2 Millionen Euro an geleisteten Vorauszahlungen. AMSC will sich nach dem Verlust ihrer größten Kundin Sinovel auf den Neuaufbau des Windkraftgeschäfts konzentrieren.

Solaraktien

Auf der rund 200 Hektar großen Fläche des einstigen Militärflughafens Brandenburg-Briest setzt die Q-Cells SE den nach eigenen Angaben größten Solarpark Europas um. Er soll in nur acht Wochen  bis zum Jahresende 2011 vollständig errichtet sein und über das eigens von Q-Cells gebaute Umspannwerk ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sein. Insgesamt werden darin rund 383.000 kristalline Q-Cells Solarmodule installiert. Die Kapazität des Projektes beziffert der Solarkonzern mit 91 MW.
Der Solarpark wird aus drei einzelnen Projekten zu jeweils rund 30 MW bestehen. Die Projekte Brandenburg-Briest West und Brandenburg-Briest Ost wurden an die Hamburger Asset Manager Luxcara GmbH verkauft. Die Anlage auf der Germarkung Briest - Havelsee hat die Berliner MCG Group erworben. Die MCG hat nach Unternehmensangaben allein in den vergangenen zwölf Monaten von Q-Cells Photovoltaik-Kraftwerke mit einem Investitionsvolumen von insgesamt über 100 Millionen Euro abgenommen.

In Australien hat die Hamburger Conergy AG Aufdach-Anlagen mit einer  Nennleistung von rund 400 Kilowatt (kWp) gebaut.  Sie wurden nach ihren Angaben auf dem Carport sowie auf dem Dach der staatlichen Notrufzentrale in Zillmere im Bundesstaat Queensland errichtet. Man habe dafür  knapp 1.800 Solarmodule verbaut, teilte Conergy mit.

Der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC) hat einen langfristigen Liefervertrag für Wafer aufgelöst. Zum Ausgleich kassiert er von dem ungenannten Auftraggeber eine Entschädigung im Umfang von 370 Millionen Norwegische Kronen ausgezahlt. Das sind umgerechnet rund 48 Millionen Euro. Laut dem Unternehmen mit Hauptsitz in Sandvika  wird die Zahlung im vierten Quartal 2011 bilanzwirksam.

Die Solarmodulproduzentin First Solar aus Tempe im US-Bundesstaat Arizona hat die Pläne gestoppt, in Vietnam eine Solarfabrik zu errichten. Statt des weiteren Ausbaus der Produktionskapazitäten wolle man nun den Fokus auf Kosteneinsparungen legen und gleichzeitig die Effizienz der Dünnschicht-Solarmodule von First Solar erhöhen. Das erklärte Übergangschef Mike Ahern, Vorgänger und Nachfolger des kürzlich entlassenen CEO Rob Gilette, der auf einen starken Ausbau der Produktion gesetzt hatte. Die Fertigungsstätte in Mesa, Arizona, soll aber dennoch gebaut werden. Die werde benötigt, um die große Projektpipeline in den Vereinigten Staaten beliefern zu können, so First Solar.
Wie der Solarkonzern bekannt gab, hat er einen Nachfolgeauftrag von NRG Energy erhalten. Bis Herbst kommenden Jahres soll First Solar in Kalifornien einen Solarpark mit 66 MW Leistung für die Kundin umsetzen.

Der kalifornische Solarkonzern SunPower hat eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Das Unternehmen verabschiedet sich von der Prognose, 2011 einen Nettogewinn je Aktie in Höhe von 0,75 bis 1,25 Dollar zu erzielen. Er werde allenfalls 0,20 Dollar betragen, hieß es nun. Er könne aber niedriger ausfallen. Als Untergrenze wurde ein Nettoverlust von fünf Dollarcents je Aktie genannt. Der Jahresumsatz soll sich auf 2,4 bis 2,45 Milliarden Dollar belaufen. Bislang hatte der Solarkonzern bis zu 2,95 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Damit reagiert das Unternehmen aus San Jose, das mehrheitlich dem französischen Ölkonzern Total gehört, auf den starken Preisverfall für Solarprodukte. Hohe Abschreibungen haben ihm im dritten Quartal einen Verlust von 3,77 Dollar je Aktie beschert. Dagegen stieg der Quartalsumsatz um 28 Prozent auf 705,4 Millionen Dollar. SunPower will dem steigenden Preisdruck infolge der Überkapazitäten im Markt für Solarmodule mit einer Restrukturierung begegnen. Die operativen Kosten sollen bis 2012 um mindestens zehn Prozent sinken.

Der US-amerikanische Solarzulieferer STR Holdings hat im dritten Quartal einen starken Gewinneinbruch erlitten. Das Nettoergebnis sank um über zwei Drittel auf 3,8 Millionen Dollar oder neun Dollarcents je Aktie. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 11,2 Millionen Dollar oder 27 Dollarcents je Aktie erzielt worden. Der aktuelle Quartalsumsatz des Unternehmens aus Enfield im Bundesstaat Connecticut lag mit 56,2 Millionen Dollar um 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Für das Gesamtjahr rechnet
STR Holdings mit einem Umsatz von 240 bis 244 Millionen Dollar und einem Ergebnis je Aktie von 94 bis 97 Dollarcents.

Im dritten Quartal ist der US-Solarkonzern MEMC Electronic Materials in die roten Zahlen geraten. Der Verlust betrug 94,4 Millionen Dollar oder 0,41 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal war ein Gewinn in Höhe von 17,6 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie verbucht worden. Ursache für den Verlust waren insbesondere Abschreibungen in Höhe von 56,4 Millionen Dollar wegen des Preisverfalls bei Solarwafern. Der Umsatz von MEMC wuchs um drei Prozent auf 516,2 Millionen Dollar.
Im vierten Quartal erwartet MEMC einen Nettogewinn zwischen 0 und 0,20 Dollar pro Aktie. Das Unternehmen aus St. Peters in Missouri kappte zudem erneut die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die hatte es im August von 1,0 bis 1,3 Dollar je Aktie auf 0,8 bis 1,0 Dollar je Aktie reduziert. Nun stellt MEMC nur noch 16 bis 35 Dollarcents je Aktie in Aussicht.

Die US-amerikanische Real Goods Solar hat den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 31,6 Millionen Dollar gesteigert. Das gelang vor allem durch den Zusammenschluss mit der Alteris Renewables. Unter anderem die Aufwendungen dafür führten zu einem Nettoverlust von 0,5 Millionen Dollar oder zwei Dollarcents je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte Real Goods Solar ein Plus von 0,7 Millionen Dollar oder vier Dollarcents je Aktie erzielt.
Für die ersten neun Monate in 2011 verbuchte die Gesellschaft einen Umsatzsprung von 20,7 Prozent auf 69 Millionen Dollar und einen Nettoverlust von 2,0 Millionen Dollar oder neun Dollarcents je Aktie. Im Vorjahreszeitraum war das Ergebnis mit 1,0 Millionen Dollar oder fünf Dollarcents je Aktie noch positiv ausgefallen.

Einen Auftrag aus dem Mittleren Osten meldete der US-Solarausrüster GT Advanced Technologies. Das Unternehmen aus Marrimack in New Hampshire soll demnach Anlagen zur Herstellung von Solarsilizium im Wert von 47,7 Millionen Dollar ausliefern. Auftraggeber ist Polysilicon Technology Company (PTC) in Saudi Arabien. Geliefert werden soll bis Ende nächsten Jahres.

Der chinesische Solarkonzern Trina Solar Limited wird in diesem Jahr weniger Solarprodukte ausliefern als bislang in Aussicht gestellt. Laut dem Unternehmen aus Changzhou kam es aufgrund von Projektverschiebungen seiner Kunden bereits im dritten Quartal zu Verzögerungen bei den Auslieferungen. Daher habe Trina Solar statt der angepeilten 480 bis 520 MW nur Solarprodukte mit einer Kapazität von 372 bis 375 MW ausgeliefert. Der Solarkonzern geht davon aus, dass er 2011 insgesamt 1400 MW ausliefern wird statt der bislang in Aussicht gestellten 1.750 bis 1.800 MW.

Die chinesische LDK Solar hat einen Ausbau ihrer Siliziumproduktion angekündigt. Das Unternehmen aus der Provinz Jiangxi will eine neue Fabrik in Hohhot in der Inneren Mongolei errichten und langfristig damit seine Kapazitäten verdreifachen. Die neue Fabrik soll 30.000 Tonnen Silizium pro Jahr herstellen. Derzeit beträgt die Produktionskapazität 17.000 Tonnen in zwei Werken am Unternehmenssitz in Xinyu. Das neue Werk in der Inneren Mongolei soll bis Ende 2013 mit der Produktion beginnen und die Gesamtkapazität des Solarkonzerns dann auf 55.000 Tonnen erhöhen.

Der Solarhersteller China Sunergy wurde beauftragt, Solarmodule mit einer Kapazität von 23 MW an den deutschen Projektentwickler SUNfarming Group zu liefern. Es handelt sich um einen Nachfolgeauftrag der Deutschen.

Andere Aktien

Die kanadische Brennstoffzellenspezialistin Ballard Power Systems im dritten Quartal ihren Umsatz um 25 Prozent auf 20,6 Millionen Dollar gesteigert. In den ersten neun Monaten wuchs er ebenfalls um 25 Prozent auf 55,0 Millionen Dollar. Dennoch kletterte der Nettoverlust im dritten Quartal um 38 Prozent auf 7,8 Millionen Dollar. In den ersten neun Monaten fiel der Nettoverlust mit 26,7 Millionen Dollar um 17 Prozent höher aus als im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verwies drauf, dass vor einem Jahr das Ergebnis durch einen Einmaleffekt deutlich verbessert worden war. Diesen ausgerechnet habe man das Nettoergebnis im dritten Quartal um 25 Prozent verbessert und von Januar bis September um 14 Prozent.

Die US-amerikanische Geothermiespezialistin Ormat Technologies hat ihren Umsatz im dritten Quartal um neun Prozent auf 110,8 Millionen Dollar verbessert. Das operative Ergebnis der Gesellschaft aus Reno in Nevada kletterte von 14,8 Millionen auf 24,2 Millionen Dollar. Das Nettoergebnis fiel mit einer Million Dollar oder zwei Dollarcents je Aktie deutlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal 2010 hatten jedoch Einmaleffekte das Nettoergebnis auf 32,4 Millionen Dollar oder 71 Dollarcents je Aktie massiv erhöht.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres verbuchte Ormat einen Umsatzsprung um fast zwölf Prozent auf 313,3 Millionen Dollar. Der Nettogewinn lag mit 0,3 Millionen Dollar bzw. 0 Dollar je Aktie ebenfalls deutlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Damals hatte die Geothermiespezialistin aus Reno im US-Bundesstaat Nevada 32,7 Millionen Dollar oder 72 Dollarcents je Aktie verbucht.

Das texanische Bio-Lebensmittelunternehmen Whole Foods Market hat im vierten Quartal seines Rechnungsjahres den Nettogewinn von 57,5 auf 75,5 Millionen Dollar oder 0,42 Dollar je Aktie gesteigert. Der Umsatz wuchs um zwölf Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar. Der Gewinn soll 2012 um 15 bis 17 Prozent steigen. Beim Umsatz wird ein Wachstum von 13 bis 15 Prozent erwartet.

Der ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 einen Umsatz in Höhe von 93,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieser Wert übertrifft den Umsatz des Vorjahreszeitraums um 33,7 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde mehr als verdoppelt  auf 5,3 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen aus Sangerhausen 2,2 Millionen Euro als operativen Gewinn verbucht.

Die Karlsruher init innovation in traffic systems AG hat einen Quartalsumsatz von 23,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit hat das Systemhaus für Verkehrstelematik nahezu den Vorjahreswert 24,8 Millionen Euro erreicht. Das EBIT übertraf mit 5,1 Millionen Euro den Vorjahresvergleichswert von 4,8 Millionen Euro.
Die Umsätze der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011 beliefen sich auf 55 Milionen Euro auf dem Vorjahresniveau. Beim EBIT lag init mit 11,4 Millionen Euro um 300.000 Euro über dem Vorjahreswert. Ende September lagen die Auftragseingänge mit 55,5 Millionen Euro um 62,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

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