15.09.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Großaufträge für Windanlagenbauer Nordex und Gamesa – Meyer Burger Technology AG verdreifacht Halbjahresumsatz – Payom Solar AG gewinnt Großinvestor – Envio AG stellt Prognoseanhebung in Aussicht

In der vergangenen Woche hat der DAX 1,75 Prozent zugelegt, er schloss bei 6.178,90 Punkten. Der US-amerikanische Dow Jones stieg um 2,19 Prozent auf 11.433,71 Punkte. Der japanische Nikkei verlor 3,62 Prozent auf 12.102,50 Punkte. Der Ölpreis ist unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen: Ein Barrel Öl der Sorte "Brent Crude Oil" kostete zum Wochenschluss 98,57 Dollar, knapp neun Prozent weniger als Ende der Vorwoche. Der Preis für eine Tonne Kupfer (Copper Grade A) stieg um 21 auf 7.096 Dollar. Der Euro hat gegenüber dem Dollar leicht an Wert verloren, er kostete 1,4221 Dollar nach 1,4265 Dollar in der Vorwoche.

Die Zusammensetzung des Nachhaltigkeitsindex DJSI World der Züricher Sustainable Asset Management (SAM) und Dow Jones ist aktualisiert worden. Wie SAM mitteilte, wurden 25 Unternehmen aus dem Index entfernt und im Gegenzug 33 Firmen neu aufgenommen. Die Anzahl der Titel im DJSI World kletterte damit auf 320. Aus dem Index ausgeschlossen wurden demnach unter anderem Firmen wie der von Umweltschützern für sein Staudamm-Projekt auf Island stark kritisierte Aluminiumkonzern Alcoa, Procter & Gamble aus den USA, die japanische Mitsubishi Corporation und der Elektrotechnikkonzern ABB. Neu aufgenommen wurden etwa der Holzkonzern Plum Creek, der Schweizer Industriekonzern Sulzer AG und die griechische Tochter des Coca Cola Konzerns.
Nach Angaben von SAM haben Vermögensverwalter aus insgesamt 16 Ländern die Nachhaltigkeitsindices von SAM und Dow Jones lizenziert. Das an ihrer Titelauswahl angelehnte Anlagevermögen summiere sich auf sechs Milliarden Dollar.

Windaktien

Der Bremer Windprojektierer Energiekontor AG hat die WeserWind GmbH Offshore Construction Georgsmarienhütte aus Bremerhaven beauftragt, das Offshore-Umspannwerk für sein Offshore-Windkraftprojekt „Nordergründe“ zu liefern. Im Umspannwerk werde der Strom aus allen geplanten 18 Windkraftanlagen auf See zentral zusammengefasst und von dort in das öffentliche Netz, so Energiekontor.

Die US-amerikanische Welwind Energy International beteiligt sich durch ein Joint Venture zu 50 Prozent an dem Ningxia Tanjing Helanshan Windparkprojekt in China. Details der Beteiligung und das finanzielle Volumen des Geschäfts wurden nicht bekannt gegeben. Welwind ist schon an mehreren anderen chinesischen Windparks beteiligt.

Einen Auftrag im Umfang von 170 Windturbinen vom Typ N80/90/100 (2500 kW) meldete die Norderstedter Nordex AG. Wie das TecDAX-Unternehmen berichtet, will die dänische Scan Energy A/S die Anlagen für Projekte in elf europäischen Ländern einsetzen. Der Auftragswert belaufe sich auf rund 500 Millionen Euro

Der spanische Windturbinenbauer Gamesa soll Windturbinen mit einer Kapazität von 34 Megawatt (MW) für ein Projekt der Enel Unión Fenosa de Energías Renovables (EUFER) liefern. Wie das Unternehmen aus Bilbao mitteilte, hat die Tochter des italienischen Energiekonzerns Enel 17 Anlagen vom Typ G87-2.0 MW geordert. Über finanzielle Details machte Gamesa keine Angaben.

Windräder mit einer Gesamtleistung von 30 MW wird der Hamburger Windturbinenbauer REpower Systems AG an den Investor Saxovent liefern. Wie REpower miteilte, sollen die 15 Anlagen des Typs MM92 an einem küstennahen Windstandort in Mecklenburg-Vorpommern errichtet werden.

Solaraktien

Im ersten Halbjahr 2008 hat der Ausrüster für die Solarbranche, Meyer Burger Technology AG, seinen Nettoumsatz verdreifacht. Laut dem Unternehmen mit Sitz in Baar, Schweiz, kletterten die Erlöse auf 201 Millionen Schweizer Franken (CHF) nach 67,3 Millionen CHF im Vorjahreszeitraum. Vier Fünftel der Umsätze wurden mit Kunden in Asien erwirtschaftet. Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) belief sich der Zuwachs auf knapp 500 Prozent, er sprang von 4,5 auf 26,7 Millionen CHF, das entspricht einer EBIT Marge von 13,3 Prozent. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 280 Prozent auf 12,5 Millionen CHF (1. HJ 2007 3,3 Millionen CHF). Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 50 Millionen auf 450 Millionen CHF an.
Meyer Burger berichtete zudem einen Auftrag der norwegischen REC für Draht- und Bandsägen im Wert von über 62 Millionen CHF. An die chinesische Konca Solar Ltd verkaufte das Unternehmen Drahtsägen im Wert von 30 Millionen CHF. Man habe zudem eine Option für weitere Sägen im Volumen von über 30 Millionen CHF vereinbart, so Meyer Burger.

Das Solarunternehmen Schott Solar AG will frühestens zum 19. September an die Börse gehen. Die Gesellschaft will 38,64 Millionen Aktien platzieren. Daraus errechnet sich bei einem angestrebten Emissionsvolumen von 480 Millionen Euro ein Aktienpreis in Höhe von rund 12,40 Euro. Die frischen Mittel wolle man vor allem zur Finanzierung des geplanten Wachstums nutzen, so Schott Solar.

Für einen nicht veröffentlichten Preis will die Hamburger Conergy AG ihren Produktionsbereich Conergy Wind an den Investor Warburg Pincus verkaufen. Durch den Verkauf kommt es den Angaben zufolge zu Abschreibungen von rund 35 Millionen Euro. Der TecDAX-Konzern plant ferner ein Joint Venture in der Solarmodul-Produktion mit der koreanischen LG Electronics. Wie Conergy meldete soll LG 75 Prozent der Conergy-Solarmodulfertigung in Frankfurt/Oder erwerben.

Die Tochter der börsennotierten Singulus Technologies AG, Stangl, hat einen weiteren Auftrag für ihre Silex-Anlagen erhalten. Das Auftragsvolumen betrage über 4,5 Millionen Euro, so Singulus. Weitere Projekte stünden kurz vor dem Abschluss.
Silex-Anlagen dienen der nasschemischen Reinigung von Si-Solarzellen.

Für rund eine Million US-Dollar beteiligt sich das chinesische Solarunternehmen Solar EnerTech Corp. an der texanischen Siliziumproduzentin 21-Century Silicon, Inc. aus Dallas. Laut dem Hersteller von Solarzellen und -modulen aus Shanghai, wurde mit dem Unternehmen der Erwerb von knapp acht Prozent der Aktien und die Lieferung von Silizium an die Chinesen ab dem kommenden Jahr vereinbart.

Im Rahmen der Solarmesse „23rd European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition“ in Valencia hat der Ausrüster für die Solarbranche Manz Automation AG neue Aufträge und Absichtserklärungen im Volumen von mehr als 20 Millionen Euro abgeschlossen. Aufgrund des positiven Verlaufs der Messe rechne der Vorstand in den nächsten Wochen mit weiteren Folgeaufträgen, berichtete Manz.

Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro verzeichnete die Roth & Rau AG für Juli und August. Dem TecDAX-Unternehmen aus Hohenstein-Ernstthal zufolge beliefen sich die Auftragseingänge des Konzerns in den ersten acht Monaten damit auf insgesamt 206,1 Millionen Euro. Dies entspreche einem Zuwachs um 84,5 Prozent im Vergleich zum Auftragseingang der Vorjahresperiode (111,7 Millionen Euro). Die Solarmesse in Valencia brachte Roth & Rau neue Aufträge sowie Absichtserklärungen mit einem Gesamtvolumen von rund 45 Millionen Euro.

Die wind 7 AG aus Eckernförde hat ihr erstes Photovoltaik-Projekt in Betrieb genommen. Der Solarpark mit einer Leistung von gut 1,5 MWp liege in Torremejía, in der Provinz Extremadura, im Südwesten Spaniens. Gemeinsam mit einem deutschen Partner, der zu 15 Prozent beteiligt sei, habe man eine rund neun Millionen Euro investiert.

Als Schutz gegen den Hurrikan Ike musste die US-amerikanische Waferproduzentin MEMC Electronic Materials ihre Produktion in Texas vorübergehend schließen. MEMC betonte, dass derartige besondere Umstände in der letzten Prognose des Unternehmens einkalkuliert seien.

Die chinesische LDK Solar hat mit dem Solarzellenhersteller Q-Cells AG vereinbart, bis 2018 zirka 20.000 Tonnen metallurgischen Siliziums zu Wafern weiterzuverarbeiten. Zudem sei eine Option auf die Prozessierung zusätzlicher Siliziummengen von etwa 21.000 Tonnen vereinbart worden, so Q-Cells. Die Partner einigten sich außerdem auf eine Absichtserklärung über die Lieferung weiterer Wafer im Umfang von bis zu fünf Gigawatt peak (GWp) im Zeitraum 2009 bis 2018.

Der taiwanesische Technologiekonzern Lite-On Tech steigt bei der Merkendorfer Payom Solar AG ein. Wie Payom mitteilte, führt das Unternehmen deshalb eine Kapitalerhöhung um bis zu 350.000 Euro auf bis zu 1,3 Millionen Euro durch. Der Bezugspreis wurde auf zehn Euro je Aktie festgelegt. Das Bezugsrecht der Altaktionäre beträgt 19:7. Management und größere Aktionäre haben sich das verpflichtet, ihr Bezugsrecht auf Lite-On Tech zu übertragen. Payom hofft auf einen Bruttoemissionserlös von 3,5 Millionen Euro.
Lite-On Tech werde seine neue Beteiligung künftig mit Komponenten versorgen, hieß es weiter. Bis Ende 2011 soll Payom demnach Dünnschichtmodule mit einer Kapazität von mindestens 45,5 MW von Lite-On Tech erhalten. Dies entspreche einem Einkaufsvolumen von mindestens zirka 100 Millionen Euro.

Andere Aktien

Die im Zuge der US-Immobilienkrise in Not geratenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sollen voraussichtlich verstaatlicht werden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hat die US-Regierung die vorläufige Kontrolle über die beiden Unternehmen übernommen.

Zwei neue Aufträge im Wert von zirka vier Millionen US-Dollar meldete die US-Luftreinigungsspezialistin Ceco Environmental Corp. Laut dem Unternehmen mit Sitz in Cincinnati wurde das Geschäft durch die Tochtergesellschaften Kirk & Blum and Fisher-Klosterman abgeschlossen.

Mit einer Umsatzsteigerung von 222 Prozent auf 1,8 Millionen US-Dollar im Jahresvergleich hat die Ocean Power Technologies (OPT) ihr zweites Quartal zum 31. Juli abgeschlossen. Wie das Unternehmen aus Pennington, New Jersey, mitteilte, stieg der Verlust aus betrieblicher Tätigkeit von 4,1 auf 4,4 Millionen Dollar, der Nettoverlust kletterte von 2,4 auf 3,9 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand sei von 5,5 auf 3,7 Millionen Dollar zurückgegangen, neue Verträge befänden sich jedoch in einem fortgeschrittenen Verhandlungsstadium.

Nach Inbetriebnahme ihrer neuen Entsorgungsanlage in Südkorea hält die Dortmunder Envio AG eine baldige Anhebung ihrer Umsatzprognose für möglich. Die Entsorgungskapazität für PCB-haltige Transformatoren sei von 6000 Tonnen im Jahr 2006 auf aktuell 17.500 Tonnen gestiegen. 2009 solle die Kapazität auf 20.000 Tonnen steigen, hieß es. Envio erwartet nun eine Vollauslastung der Anlagen Ihrer Tochtergesellschaft in Korea, während in den bisherigen Ausblicken nur mit einer Auslastung der koreanischen Anlage von 40 Prozent im Jahr 2009 gerechnet worden sei.

Bis Ende September will die US-amerikanische Green Energy Resources die endgültigen Geschäftszahlen für das erste Quartal vorliegen. Der Umsatz für das erste Quartal betrage mehr als eine Million Dollar, so Green Energy. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen den Rückkauf von mindestens zwei Millionen Aktien an. Im laufenden Jahr hat Green Energy Resources nach eigenen Angaben schon 8,5 Millionen Aktien zurückgekauft, so dass nun noch 49 Millionen Aktien im Umlauf sind.

Nach vorläufigen Geschäftszahlen hat die kanadische JER Envirotech International Corp. ihren Umsatz im 4. Quartal um 94 Prozent auf 1,127 Milliarden US-Dollar verbessert. Im Gesamtjahr habe man den Umsatz sogar um 193 Prozent auf 2,601 Milliarden Dollar gesteigert, teilte die Spezialistin für Holz-Kunststoff-Gemische aus Vancouver in British Columbia mit. Zur Gewinnentwicklung machte sie keine Angaben.

Das US-amerikanische Geothermieunternehmen Ormat Technologies Inc. will in Alaska nach Erdwärmequellen bohren. Das von Ormat gepachtete Areal gehört laut einem US-Medienbericht zu dem 3.330 Meter hohen Mount Spur, einem 120 Kilometer westlich von Anchorage gelegenen Vulkan. Ormat hoffe, dort ein Geothermiekraftwerk zur Versorgung von Anchorage errichten zu können.

Zwei Aufträge von großen deutschen Handelsunternehmen meldete die Progeo Holding AG. Das börsennotierte Unternehmen aus Großbeeren bei Berlin soll demnach an je einem Standort der Edeka Nord und der Tchibo Logistik im westlichen Mecklenburg-Vorpommern Abdichtungsflächen auf Dichtheit überprüfen. Zum finanziellen Volumen der Aufträge machte Progeo keine Angaben.

Der Logistikdienstleister IVU Traffic Technologies AG hat sich einen Auftrag im Wert von 17 Millionen Euro in Kolumbien gesichert. Laut dem Berliner Unternehmen baut die mit rund 2,5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Landes, Santiago de Cali, ihren öffentlichen Personenverkehr völlig neu auf.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Aktien: "Kurse (Link entfernt)“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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