Nordex-Windräder: Der deutsche Hersteller konnte in dieser Woche einen Auftrag für einen irischen Windpark verbuchen. / Foto: Unternehmen

20.10.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Großauftrag für Nordex aus Irland – Canadian Solar plant Projekte in Israel – Capital Stage kauft weitere Anlagen

Gegenüber der Vorwoche verbesserte sich der deutsche Aktienindex DAX auf 13.019 Punkte - ein Plus von 0,3 Prozent. Leicht aufwärts - um 0,4 Prozent - ging es auch beim US-amerikanischen S&P 500-Index, er notierte am Freitagmittag bei 2.562 Punkten. Der japanische Nikkei-Index legte deutlich stärker zu, er kletterte um fast 2 Prozent auf 21.458 Punkte. Hingegen verharrte der chinesische Hang Seng Index mit 28.489 Punkten nahezu auf dem Stand der Vorwoche. Abwärts bewegte sich der Ölpreis: Ein Barrel der Sorte Brent kostete etwa 1 Prozent weniger und damit rund 56,8 Dollar. Auch der Goldpreis verringerte sich um 1 Prozent, eine Feinunze Gold kostete rund 1.280,6 Dollar. Der Kurs des Euro fiel kaum merklich, die Gemeinschaftswährung kostete am Freitagmittag 1,18 US-Dollar.


Wind-Aktien

Der Windkraftanlagenbauer Nordex aus Hamburg hat einen neuen Auftrag zur Errichtung von Anlagen in Irland erhalten. Der Windpark Castelcraig ist ein 25-Megawatt-Projekt in der irischen Grafschaft Tyrone. Im Auftragsvolumen ist auch ein Wartungsvertrag enthalten mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Nordex wird die bestellten Anlagen im Sommer 2018 liefern, diese sind auf starke Windgeschwindigkeiten ausgerichtet. Auftraggeber ist NTR plc: Das irische Unternehmen ist ein neuer Kunde von Nordex. Das von NTR betriebene Portfolio soll um 250 bis 300 Megawatt (MW) ausgebaut werden, derzeit sind es 750 MW.

Der Hamburger Windradbauer Senvion hat einen Liefervertrag für einen Windpark in Kanada unterzeichnet. Dabei handelt es sich um Windräder mit einer Gesamtleistung von 18,4 MW. Kunde ist der Projektierer und Betreiber wpd aus Bremen. In der kanadischen Provinz Ontario soll Senvion die neun Anlagen für den Windpark White Pines in Prince Edward County bereitstellen. Die Lieferung sei für Sommer 2018 geplant. Das Projekt wird den Angaben zufolge rund 3.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Senvion und wpd haben außerdem einen Service- und Wartungsvertrag für 15 Jahre abgeschlossen. Für wpd ist es bereits der fünfte Windpark in Ontario.

Projektentwickler ABO Wind muss seine Planungen für den hessischen Windpark Geisenheim im Rheingau einstellen. Das Verfahren zur Genehmigung habe sich über vier Jahre hingezogen, teilte das Unternehmen aus Wiesbaden mit. Hauptgrund dafür sei der Landschaftsschutz im Rheingau. Die Genehmigungsbehörde bescheinigte dem Antrag erst im Juni dieses Jahres Vollständigkeit. Bis dahin musste ABO Wind wiederholt Unterlagen nachreichen - etwa neue Visualisierungen des Windparks. Seit die Wiesbadener den Antrag eingereicht hätten, hätten sich die Rahmenbedingungen derart geändert, dass sich der Windpark nicht mehr wirtschaftlich realisieren lasse. Die Kombination aus zähem Genehmigungsverfahren, veralteter Windkrafttechnik und halbierter Vergütung habe dem Projekt leider die wirtschaftliche Grundlage entzogen, teilte ABO Wind mit. Normalerweise dauerten Genehmigungen etwa ein Jahr.

Siemens Gamesa erwartet im Geschäftsjahr 2017 ein deutlich geringeres Ergebnis als bisher: Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) werde im soeben abgeschlossenen Geschäftsjahr bei etwa 790 Millionen Euro liegen, teilte der deutsch-spanische Windkraftanlagen-Hersteller mit. Die EBIT-Marge soll bei 7 Prozent liegen (je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen). Zuvor hatte Siemens Gamesa ein EBIT von 900 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 8 Prozent angepeilt. Zur Begründung für die gesenkte Prognose verwies das Unternehmen auf Abschreibungen von Lagerbeständen. Dies betreffe vor allem Tochterunternehmen in den USA und in Südafrika. "Die aktuellen Marktbedingungen und der Preisdruck haben zu einer Abwertung solcher Bestände geführt", hieß es in der Mitteilung.

Der chinesische Windkraftanlagen-Hersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology, kurz Goldwind, kann einen Erfolg im Bereich Offshore-Windkraft vermelden: Sein Zulieferer LM Wind Power aus Dänemark hat ein 75,1 Meter langes Rotorblatt enthüllt. Es ist für neue Offshore-Windräder von Goldwind vorgesehen - zum Einsatz in chinesischen Gewässern. Dabei handele es sich um das "längste Rotorblatt in China", wie LM Wind Power mitteilte. Es sei speziell zugeschnitten für die neue 6,7-Megawatt-Windkraftanlage von Goldwind.


Solar-Aktien

Investoren der beiden bis 2019 laufenden SolarWorld-Anleihen erhalten eine Zahlung. Diese stammt laut einer Mitteilung des Insolvenzverwalters aus der Verwertung von Sicherheiten. Für die übrigen Anleger/Gläubiger des insolventen Bonner Solarunternehmens sieht es hingegen nicht rosig aus: Die meisten verlieren mehr als 90 Prozent ihrer Forderungen. Der Insolvenzverwalter stellte für Gläubiger mit unbesicherten Forderungen nur eine Insolvenzquote im unteren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Anleihegläubiger seien davon nicht betroffen, da ihre Forderungen abgesichert seien.

Bildhinweis: Fertigung bei SolarWorld - die Solarworld Industries GmbH übernahm im August 2017 die deutschen Fbariken der insolventen SolarWorld AG. / Foto: Unternehmen


JinkoSolar hat für ein Solarprojekt in der Mongolei Solarmodule mit einer Leistung von zusammen rund 12,7 MW geliefert. Das teilte das Solarunternehmen aus Shanghai mit. Es handele sich um den ersten Auftrag aus der Mongolei. Die Chinesen haben einen entsprechenden Vertrag mit einer Tochter des Elektrotechnikkonzerns Hitachi geschlossen. Eigentümer und Betreiber des Solarparks in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator sei die japanische Farmdo Corporation. Das Projekt soll im November 2017 ans Netz gehen und der Bau wird zu 40 Prozent vom japanischen Umweltministerium finanziert. Zudem hofft JinkoSolar auf zwei weitere Projektaufträge von Hitachi, wenn das Unternehmen die entsprechenden Zuschläge in einer Solar-Ausschreibung erhält.

Canadian Solar arbeitet künftig mit dem israelischen Asset-Manager Menora Mivtachim zusammen. Beide Unternehmen wollen Solarprojekte in Israel umsetzen. Das teilte der kanadische Solarkonzern mit. Genauer haben eine Tochter von Canadian Solar und mehrere Töchter der Menora Mivtachim Holdings Ltd. eine Joint-Venture-Vereinbarung geschlossen. Diese diene der Entwicklung, Finanzierung, Konstruktion und dem Betrieb von Projekten in Israel. Gemeinsam wolle man insgesamt 60 Millionen US-Dollar investieren. Ein Teil der geplanten Solarprojekte habe bereits Zuschläge in einer israelischen Photovoltaik-Ausschreibung erhalten, hieß es. Canadian Solar sieht nach eigenen Angaben großes Potential in der Zusammenarbeit und im Solarmarkt Israel.

Der kriselnde Solarkonzern Solargiga aus Hongkong konnte in den ersten neun Monaten 2017 seine Absatzzahlen und somit den Umsatz deutlich erhöhen. Das zeigen die vorläufigen Zahlen, die das Unternehmen nun veröffentlichte. Wie die Chinesen mitteilten, ist von Januar bis September der Absatz um rund 51 Prozent gestiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das führte zu einem Umsatzplus von rund 17 Prozent im Vergleich zu 2016. Das ausgelieferte Volumen von Solaringots, Solarwafern, Solarzellen und Solarmodulen stieg Solargiga zufolge von 1.125,5 MW auf nun 1.196,6 MW. Entsprechend kletterte auch der Umsatz in den neun Monaten auf umgerechnet 427,4 Millionen US-Dollar (Vorjahresperiode: rund 365,8 Millionen Dollar).


Andere Aktien

Die Capital Stage AG, Betreiberin von Solarkraftwerken und Windparks in Europa, hat den Erwerb weiterer Anlagen bekannt gegeben. Den Kauf tätigte die Chorus Clean Energy AG für einen Luxemburger Spezialfonds. Chorus ist innerhalb der Capital-Stage-Gruppe zuständig für institutionelle Anleger. Bei den Assets handelt es sich um einen Solarpark in Sachsen-Anhalt mit einer Gesamtleistung von rund 5,2 MW sowie einen Windpark in Thüringen mit einer Nennleistung von rund 14,4 MW. Die Solar-Freiflächenanlage sei bereits seit Februar 2017 an das Stromnetz angeschlossen und profitiere bis Ende des Jahres 2036 von einer Einspeisevergütung in Höhe von 0,891 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Der Windpark Wipperdorf wurde zwischen Februar und Mai 2017 in Betrieb genommen. Damit profitiere der Park von einer Einspeisevergütung in Höhe von 0,825 Cent je kWh, hieß es. Verkäufer des Windparks sei der Projektentwickler VSB. Durch die Transaktion steige die Gesamtleistung der für institutionelle Investoren betreuten Anlagen im Asset Management-Portfolio auf über 300 MW, teilte Capital Stage mit.

Bildhinweis: Solarpark im Portfolio von Capital Stage - das Unternehmen hat nun neue Zukäufe getätigt. / Foto: Capital Stage AG


Steico SE produziert nachhaltige Holzdämmstoffe und Baustoffe und hat damit im dritten Quartal erneut ein Wachstum erzielt. Mit 173,3 Millionen Euro lag der 9-Monats-Umsatz um 10,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (157,1 Millionen). Zudem steigerte das Unternehmen aus Feldkirchen bei München das Ergebnis von Januar bis Ende September. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) betrug nach neun Monaten 28,1 Millionen Euro, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBIT legte um 12,3 Prozent auf 16,4 Millionen Euro zu. "Bereinigt um die Kosten der Kapitalerhöhung handelt es sich um das ertragsstärkste Quartal der Steico Geschichte", hieß es in der Mitteilung. Die EBIT-Marge stieg auf 10,7 Prozent, im Vorjahresquartal waren es 9,5 Prozent. Je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen. Die Unternehmensführung erwartet, dass sich das Wachstum auch im vierten Quartal fortsetzen wird - sofern kein vorzeitiger Wintereinbruch die Bautätigkeit bremse, wie es hieß. Für das Gesamtjahr erwartet Steico beim Umsatz wie auch beim EBIT weiterhin ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Besonders positive Impulse sollen die geplanten Inbetriebnahmen der neuen Produktionsanlagen bringen. Auch für 2018 geht die Unternehmensleitung von einem anhaltenden Umsatz- und Ergebniswachstum aus.

Osram hat Anteile des Schweizer Unternehmens beaconsmind AG gekauft. Über seine Venture-Capital-Einheit Fluxunit hält der Lichtkonzern künftig eine strategische Minderheitsbeteiligung an dem Start-Up. Beaconsmind bietet intelligente Software für den Einzelhandel an, diese ermöglicht Händlern unter anderem eine personalisierte Kundenansprache. Osrams Fluxunit unterstützt und entwickelt sowohl interne als auch externe Start-ups. "Beaconsmind passt sehr gut zu Osram. Gemeinsam können wir die Zukunft von Ladengeschäften im Zeitalter des Online-Handels aktiv gestalten", sagte Ulrich Eisele, Geschäftsführer von Fluxunit. Die Zusammenarbeit startete vor knapp zwei Jahren: Osram liefert über sein internes Start-up Einstone sogenannte Beacons, während beaconsmind dazu maßgeschneiderte Software anbietet. Einstone-Beacons für ortsbasierte Dienste sind intelligente Funksender, die in die Lichtinstallation integrierbar sind.

Die Aumann AG, Anbieter von Fertigungslinien für Elektromotoren, hat die USK Karl Utz Sondermaschinen GmbH komplett übernommen. USK ist ein Spezialist für Automatisierungslösungen. Die Akquise ist Aumann zufolge "die beste strategische Ergänzung, um die Wachstumspläne der Unternehmensgruppe nachhaltig zu unterstützen". Dazu zählten insbesondere die Entwicklungs-, Konstruktions- und Montagekapazitäten. USK beschäftigt am Sitz in Limbach-Oberfrohna über 300 Mitarbeiter. 2016 hat das Unternehmen einen Umsatz von knapp 70 Millionen Euro erzielt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Nach vorläufigen Zahlen wuchs der Umsatz der Aumann AG in den ersten neun Monaten 2017 um 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 140,3 Millionen Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) legte um 26,4 Prozent zu auf 15,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang erreichte 135,3 Millionen. Allerdings liege das dritte Quartal deutlich unter den Erwartungen. Nach Einschätzung des Managements sei dies durch das starke organische Wachstum bedingt. Durch den Unternehmensausbau sind offenbar höhere Kosten entstanden. Aufgrund der USK-Übernahme steige der erwartete Ganzjahresumsatz von Aumann für 2017 auf mehr als 210 Millionen Euro. Das EBIT werde bei über 20 Millionen Euro liegen - und damit unterhalb der bisherigen Jahresprognose. Der annualisierte Jahresumsatz der Aumann Gruppe - unter Berücksichtigung der USK - beträgt nach Einschätzung des Managements nunmehr über 260 Millionen Euro.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung finden Sie in unserer Rubrik  Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  UmweltBank.

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